Dr. Sieper hat sich auch – wie schon viele vor ihm – mit dem Virus Servantibus infiziert.

Lesen Sie den Briefwechsel

Von: Achim Sieper [mailto:sieper-all-dente@gmx.de]
Gesendet: Donnerstag, 2. Dezember 2010 11:20
An: heiner.kraft@t-online.de
Betreff: Hilfsprojekt

Sehr geehrter Herr Dr. Kraft,

drei Zahnärzte aus der Praxisklinik Dr. Sieper und Partner in Kamen und Dortmund würden gerne ein Hilfsprojekt in Sambia betreuen und sich als Zahnärzte einbringen.

Wir haben bereits 15 Tage Erfahrung in Nepal gesammelt und sind alle begeistert zurückgekehrt. Der Erlebnisbericht von unserem Nepaleinsatz ist auf den Seiten von DWLF nachzulesen.

Sambia fasziniert uns aufgrund der Berichte die DWLF im Internet abgebildet hat, insbesondere auch, was die Nachhaltigkeit betrifft. Die Möglichkeit an der Ausbildung von Dentaltherapeuten mitzuwirken, begeistert uns sehr….

Ebenso wie die beeindruckenden Landschaftsbilder und das engagierte Verhalten der dort anwesenden Kollegen/Mitarbeiter. Wir wollen vom 24.10.2011 bis 05.11.2011 in Sambia anwesend sein, mit der Möglichkeit auch außerhalb behandeln zu können.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns bei der Anfangsorganisation behilflich wären. Die Namen der drei zahnärztlichen Teilnehmer sind:

Dr. med. dent. Tim Olivier, Zahnarzt und Zahntechniker, Dr. med. dent. Evelin Kösters, Kinderzahnärztin und Dr. med. dent. Achim Sieper, Oralchirurg, Implantologe, Heilpraktiker. Die wichtigsten Erstangaben würden sich auf das Klima beziehen, auf die erforderlichen Impfungen und die Frage, welche Hilfsgüter insbesondere benötigt werden.

Über eine Kontaktaufnahme, eventuell auch über Handy 0171-7330005 (Achim Sieper) würden wir uns sehr freuen.

Bitte teilen Sie uns alles Wissenswertes mit

Herzliche Grüße
Achim Sieper

Die Antwort von Dr.Kraft:

Datum/Uhrzeit: 07.12.2010 / 17:35 (Empfang)
Nachrichtenart: E-Mail  
Betreff: AW: Hilfsprojekt

Sehr geehrter Herr Dr. Sieber,

am 26. November kam ich mit meiner Zahnärztegruppe aus Siavonga/Sambia zurück. Und wieder waren wir alle begeistert von der Organisation, den hoch motivierten „dental hygienists” und den Abenteuertrips.

Siavonga liegt in einem semiariden Klima am Kariba Stausee. Die 1. (kleine) Regenzeit ist von November bis Januar, das heißt, alle paar Tage gibt es ein heftiges Gewitter, jedoch ist es gleich danach wieder trocken. Die Temperatur beträgt um die 30 Grad, mitunter auch einmal 40 Grad. Dann kommt die 2. (richtige) Regenzeit, die bis etwa April dauert. Aber auch da, habe ich mir sagen lassen, regnet es nicht dauernd. Ich war  letzten Mai auch in Siavonga. Da hatte  es tagsüber etwa 25 und nachts 18 Grad bei wolkenlosem Himmel. Die von Ihnen geplante Reisezeit Oktober fällt genau in die heißeste Jahreszeit von Sambia. Das kann für den einen oder anderen Europäer schon an die Grenze gehen. Allerdings macht der Seewind in Siavonga alles erträglicher. Immerhin ist der Karibasee 280 Km lang und 40 Km breit und man hat ein bisschen das Gefühl als wäre man in Urlaub am Mittelmeer.

Impfungen: ich habe mich gegen Polio, Hepatitis A und B, Tetanus impfen lassen und Malaria Prophylaxe mit Lariam gemacht. (Es gibt z.B. auch Malarone, teurer, aber besser verträglich). Gelbfieberimpfung wird, wenn man aus Deutschland einreist, nicht verlangt. Man könnte noch eine Cholera Prophylaxe machen. Einen Impfpass muss man bei der Einreise nicht vorlegen. Aber nehmen Sie ihn sicherheitshalber mit.

Wenn Sie in Lusaka ankommen, werden Sie am Flughafen abgeholt und mit unserem DWLF-Fahrzeug nach Siavonga gebracht. Dort hat Herr Herman Striedl eine Lodge, in der wir untergebracht sind. In der von der DWLF aufgebauten Zahnstation, zwei Behandlungsräume und ein Steri- Raum, arbeiten 5 „dental therapists”. Unsere Aufgabe ist die Zusammenarbeit mit diesen einheimischen Behandlern und die Vermittlung unserer Erkenntnisse aus Deutschland wie zum Beispiel Wurzelbehandlung, PZR etc., Behandlungen, die in der sambianischen Dentalausbildung nicht gelehrt werden. Aber auch wir deutschen Zahnärzte können einiges von diesen „Extraktionskünstlern” lernen. Außerdem wird gerade ein zahntechnisches Labor für einfache Kunststoffarbeiten aufgebaut. Mein früherer Zahntechniker – auch Rentner wie ich -, der mit mir im November nach Sambia kam, bleibt für einige Monate in Siavonga, um die therapists auszubilden.

Nach ein paar Tagen in der Zahnstation fährt dann die Zahnarztgruppe mit den 2 tragbaren Einheiten und dem Allradfahrzeug in die umliegenden Dörfer und Schulen und behandelt dort. Eine Fahrt mit dem Hausboot am Flussufer entlang in abgelegene Dörfer, um die Einheimischen dort zu behandeln, ist auch dabei. Das ist nicht nur zahnärztliche Hilfe für die Einheimischen, sondern echtes Abenteuer.

Am Ende Ihres Aufenthalts werden Sie von Herrn Striedl wieder nach Lusaka zum Flughafen gefahren.

Nun zu den Kosten eines dreiwöchigen Aufenthalts in Siavonga:

Flughafentransfer (Hin/Rück), Übernachtung in der Lodge, Verpflegung, Leihgebühr Auto, Benzinkosten, Flug (z.B. Ethiopian Airlines, KLM, British Airways), alles zusammen etwa Euro 2.000,-.

Nicht dabei sind private Ausflüge. So zum Beispiel ist unsere Gruppe einmal mit einer Cessna nach Livingston zu den Victoria-Fällen geflogen, einmal in den Lower Zambezi Nationalpark gefahren und einmal mit dem Hausboot den Karibasee entlang gefahren.

Herr Striedl ist Projektmanager für die Stiftung in Sambia. Bitte melden Sie sich bei ihm an. Schreiben Sie ihm das genaue Datum, für welches Sie ihren Aufenthalt geplant haben. Er wird dann eine Gruppe zusammenstellen. Da Sie schon drei Personen sind, sind Sie praktisch schon eine Gruppe, eventuell teilt Herr Striedl noch einen Zahnarzt/Zahnärztin Ihrer Gruppe zu. Ideal sind drei oder vier Behandler.

Die E-Mail Adresse von Herman Striedl ist sandybeachzm@gmail.com .

Bitte senden Sie die E-Mails, die Sie an Herrn Striedl losschicken, ebenfalls an Frau Tuul Sodnompil, die die Stiftung von Nürnberg aus leitet, und an Herrn Dr. Claus Macher, den Gründer der Stiftung. Deren E-Mail Adressen sind info@dwlf.org 
und  claus_macher@arcor.de .

Wenn Sie noch Fragen haben, melden Sie sich bitte.

Mit freundlichen Grüßen
Heiner Kraft 

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