Erfolgreiche Dienst- und Pionierreise in ein wunderschönes
aber uns neues und unbekanntes Land in Afrika: Namibia

namnashorn_0664klein.jpgNach unserer 12 stündigen Reise nach Frankfurt und von dort mit der Namibian Air im Direktflug nach Windhoek mieteten wir einen Allrad bei Avis und fuhren in das für 2 Tage vorgebuchte Hotel Revindell, dessen Adresse wir im Internet gefunden haben. Später sind wir dann in die B&B Pension „Rosahof” in der Nähe des Gesundheitsministeriums in Windhoek umgezogen, die wir preiswert und paradisisch fanden.

namgepardhinter_zaunimg_0643klein.jpgGleich am Nachmittag unseres Ankunftstages am 20.4.11 hatten wir um 14.00 Uhr einen Besprechungs-termin bei dem Chief Dentist Ministry of Health and Social Services (Moss)  Namibia, Herrn Dr. Juvenary Ruta, den wir mit John ansprechen dürfen. Wir hatten schon 2-monatige Email Korrespondenz miteinander.

namdr.rutamacherjohnherbertimg_2020klein.jpgNamibia hat eine 2x so große Ausdehnung wie die Bundesrepublik Deutschland und  hat aber nur 2,3, Millionen Einwohner. Während in Deutschland auf einen qkm 257 Menschen leben, sind es dort nur 2 Personen/qkm. Die Haupteinnahme-Quellen sind Bodenschätze, Tourismus und der Verkauf vom Fleisch der Tiere, die dort in der Wildnis ohne chemischen Futterzusätze aufwachsen.

namdr.forsteimg_0286klein.jpgInsgesamt gibt es in Namibia ca. 120 Zahnärzte, 60% davon  sind Einheimische, die im Ausland studiert haben. 75% davon arbeiten in Windhoek, in der Hauptstadt. Es gibt insgesamt 13 „Regionen” (Verwaltungsgebiete). Durch die dünne Besiedlung ergibt sich für die Zielgruppe von DWLF eine Problematik, die ähnlich der ist, die wir in der Mongolei vorgefunden haben und auf die wir eine vernünftige Lösung gefunden haben. Auf einen Zahnarzt kommen in den „remote aereas” ca. 40. 000 Patienten. Gerade wurde eine medizinische Fakultät in Windhoek eingeweiht – eine zahnmedizinische soll folgen.

namhimbaimg_0863klein.jpgNamibia selbst hat sich nach dem Erreichen der Unabhängigkeit eine demokratische Verfassung gegeben, die von Toleranz und  Rechtsstaat-lichkeit gezeichnet ist, die als die „Beispielverfassung” für die anderen afrikanischen Staaten bezeichnet wird.

Als Hauptprobleme gelten hier die ca. 50%ige Arbeitslosigkeit  und der Mangel an Fachkräften und Lehrern.

Am nächsten Tag wurden wir Dr. Norbert Forster, dem Deputy Permanent Sekretary of
MoSS Namibia vorgestellt und Frau Tuul Sodnompil hatte in einer größeren Runde die Möglichkeit, die Ziele und die Art der DWLF-Hilfe vorzustellen.

namtuulerklrtdrjohnimg_0278klein.jpgAuch sprachen wir Frau Selma H.D.Auala. Sie ist der Deputy Director of Family Health MoSS.

Sie alle hatte sich schon Gedanken gemacht, wo DWLF am zweck-mäßigsten arbeiten könnte. Sie haben das Gebiet Otjiwaronga im Nordosten Naibias vorgeschlagen, das zwischen  Grootfontain, — einer mittelgroßen    Stadt und  Botswana liegt. Hier ist das von mehreren ethnischen Gruppen besiedelte hoch interessante Land der Buschmänner, der Himbas und Hereros.

namclausjohnrutaimg_2843klein.jpgMit Dr. J. Ruta, der für DWLF i n Zukunft die Ansprechperson sein wird, fuhren wir ca. 400 km auf einer vorzüglichen Straße in das Krankenhaus von Grootfontain, wo der Hauptstützpunkt der festen und mobilen Zahnstation sein sollte, von der aus zu täglichen

Einsätzen dann zusammen mit Einheimischen in zu den weit verstreuten armen ethnischen Gruppen gefahren werden soll. In Grootfontain steht wohl ein Zahnarztstuhl, bei dem aber viele Funktionen desolat sind. Ein Zahnarzt ist nicht vorhanden – der Raum liegt also brach.

nambaumdneimg_0308klein.jpgDer Principal Medical Officer (PMO) Grootfontain,  Dr. W. A. Mwahula und Frau Dr. E. Namwandi, Acting Regional Director of Otjiwaronga Region, haben uns ausführlich über die zahnärztliche Versorgungssituation in dieser Region aufgeklärt.

Das Gespräch endete mit dem einladenden Satz: „We need you urgently”.  Die Treffen wurden oft mit Einladungen und Gegeneinladungen zum Essen am Abend begleitet, so dass wir auch das Original African  Food geniesen durften, das wohl ungewohnt, aber doch sehr wohlschmeckend war.

namgrootfontaindwlf_0544klein.jpgAm letzten Tag unseres Aufenthaltes wurden wir  zu dem PHC Mangement Meeting unter der Leitung von Frau. M. Nghatanga (Director Primary Health Care Services) eingela-den. Dieses für DWLF sehr wichtige Komitee  stellt Fragen an DWLF, wir gaben Antworten und stellten unsere Forderungen: Während des Einsatzes sollte die Regierung die Transportkosten, die Unterkunft und das Essen für die DWLF Ausweisbesitzer übernehmen und die administrativen Hürden zum Arbeiten vereinfachen. Die Helfer kommen in Gruppe von 4 Helfern nach namtuulundpolizistinmg_0492klein.jpgGrootfontain, wobei ausdrücklich gesagt wurde, dass Studenten unerwünscht sind.

Nun, dann kann eben so ein Einsatz erst nach dem Staatsexamen gemacht werden. Letztlich ist auch keine Hektik nötig, folgt man Konfuzius´s Philosophie: „Der Weg ist das Ziel.”

Im Gegenzug garantierten wir Ihnen, dass die DWLF Ausweisträger überprüfte Helfer sind, von  denen die beglaubigte Kopie der Approbationsurkunde und das Certificate of good Standing der Zahnärztekammern oder andere Qualifikationsnachweise in der DWLF Geschäftsstelle vorliegen.

namgrootfontaindwlf_0544klein.jpgDWLF wird im Gegenzug eine „DWLF Mobile Dental Clinic” liefern, die aus 3 Stühle und zwei Einheiten besteht. Dieselbe verwenden wir in der Mongolei mit Erfolg. Überhaupt gleicht das zahnärztliche Versor-gungsproblem Namibias dem der Mongolei. Aber in der Mongolei können die DWLF Helfer  nur 3 Monate tätig sein, da das Klima dann sehr kalt wird und bis zu – 50 Grd. erreicht. In Namibia kann man das ganze Jahr zu Einsätzen fahren.

namseehundimg_1059klein.jpgZm Schluß führten wir noch ein Gespräch mit Herrn Christian Jahn (Senior Health Programme Administrator), der uns wertvolle Tipps den verwaltungstechnischen Problemen gab, wie DWLF Helfer unkompliziert in Namibia mithelfen könnten, um eine zufrieden stellende zahnärztliche Basisversorgung aufzubauen.

namgrossekonferenzimg_1139klein.jpgMit ehrlichen Gefühlen möchten wir uns vielmals bei allen Personen bedanken, die uns zugehört, mit uns diskutiert und die Zielrichtung von DWLF unterstützt haben. Wir haben viele neue Freunde gefunden; allen voran steht Dr. J. Ruta, mit dem und mit seiner Familie uns eine herzliche Freundschaft verbindet.

nambabyhimbaimg_2710klein.jpgDie verständnisvolle, sympathische, hilfsbereite und freundliche Bevölkerung allgemein und hier besonders die Menschen in der Administration, die fesselnde und abwechslungsreiche  Landschaft, die Natur, die vielen exotischen Tiere und das angenehme Klima haben uns diesen Pioniereinsatz zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen. Jeder von uns weiß, es ist nicht das letzte Mal gewesen – Namibia sieht uns wieder.
Wir können nur Gutes über dieses Land berichten.

nampfanneimg_0322klein.jpg namkinderimg_0704klein.jpg

Ob noch dieses Jahr Einsätze stattfinden können, hängt nicht zuletzt davon ab, wie schnell   DWLF  das MoU (Memorandum of Understanding) von der Regierung Namibias namschoenemenschenimg_0451klein.jpgbekommt wie schnell die notwendigen Geräte und Instrumente nach Grootfontein transportiert werden können. Schließlich kommen die Geräte per Schiff auf einem langen Weg nach Walvisbay, dem Industriehafen von Namibia.

Wie immer investiert DWLF selbst und schafft die Vorraussetzungen, dass die Helfer, die im Sinne von DWLF tätig werden wollen, auch Sinnvolles und Effektives tun können.

Nürnberg, den 10.5.2011  

Dr. Claus Macher (DWLF Präsident),
Tuul Macher (DWLF Geschäftsführerin)
Herr Herbert Pretzl (DWLF Marketing Manager) E-Mail: info@dwlf.org.

10.6.2011

nammeteoritimg_0586klein.jpgDiese Woche haben wir nun ausgemacht, dass wir mit den Lieferungen der zahnärztlichen Geräte beginnen. Das MoU ist derzeit schwierig nach unseren Vorstellungen zu gestalten, da das Budget erst April 2012 neu beschlossen wird. Da die Unterbringung und das Essen einen nicht unerheblicher Posten in dem Budget des Gesundheitsministeriums schlagen wird –  denn es soll nicht zu spartanisch sein – werden bis dahin die Helfer dies selbst zahlen müssen. Den Transport zu den Tageseinsätzen ausgehend von Grootfontain übernimmt die Regierung. Der riesige und schwere Meteorit versinkt langsam mit Tuul und John in der Erde.

namzahnarztmuseumimg_0876klein.jpgDieses Schild in dem historischen Museum von Swakopmund erinnert noch an die Zeit von Deutsch Südwestafrika. Diese endete 1914. Viele sprechen dort noch Deutsch.

 


 

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