DWLF: Ansprache des Präsidenten Dr. Claus Macher am 20.4.13 in der Kulturbrauerei anlässlich der Vorbesprechung zum Einsatz in der Mongolei 2013

Die Kernphilosophie von DWLF ist der Europäische Gedanke: Solidarität mit den Menschen und Völkern in Frieden und möglichst auch in Freiheit.

Dieser Gedanke ist der sinnvollste Exportartikel, den Europa zu bieten hat, ist aus blutiger Erfahrung geboren worden und hat uns 60 Jahren Frieden beschert. Dass wir Deutsche uns mit unserem Erbfeind Frankreich heute nach nur einer Generation in den Armen liegen, zeigt doch, dass der Mensch lernfähig ist und gibt Anlass zur Hoffnung. Die Umsetzung der europäischen Idee hat jeden Europäer zum Friedens-Nobel-Preisträger gemacht.

Darauf dürfen wir stolz sein.

Wir wissen: zu große soziale Benachteiligungen und Unterschiede bewirken Unruhen, Bürgerkriege und Kriege zwischen den Ländern.

In Kenntnis dieser Tatsache wollen wir DWLF Helfer etwas von dem Glück abgeben, das wir erfahren haben und die unterstützen, die nicht dieselben Chancen haben und hatten.

Die Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen möchte hier auf seinem Fachgebiet an einem Ausgleich mithelfen.

Die Maximen von DWLF sind:

„No politics, no religions, only helping“

„Die Einen sammeln und spenden, damit die Anderen ehrenamtlich von Ort auf Augenhöhe den Bedürftigen helfen können“

Zur Geschichte:

Als ich mit Kollegen Dr. Freude im Jahre 2000 das erste Mal durch Anregung meines Freundes Karl Rebele Nepal besuchte, war dies ein Kulturschock.

Es dauerte weitere 4 Jahre, bis die Stiftung aus der Taufe gehoben wurde; vorangegangen sind viele Besuche in den Krankenhäusern in Nepal, die Frau Dr. Sybille Keller von Kempten/Deutschland aus unterstützte.

Die Rote Erdnuss auf unserem Emblem war zuerst Nepal; heute nennen wir es „die Wunde der Welt“, da wir inzwischen in 8 Ländern aktiv sind und waren und nicht dauernd das Logo verändern können. Und weitere kommen jedes Jahr hinzu.

Man sieht, es haben sich Aktivitäten entwickelt, die ich mir nicht hätte träumen lassen und die mich sehr hoffnungsvoll stimmen. Das Heer der hilfswilligen ZahnärzteINNEN ist inzwischen auf über 1000 angewachsen.

Viele Kollegen sind zu uns gestoßen, die ihr Herz in einem bestimmten Land verloren haben, die die Menschen dort, die Lebensweise und die Landschaft lieben.

Diese haben häufig inzwischen die Funktion des Projekt Managers in Europa (PME) übernommen und kümmern sich relativ selbstständig um ihr Projekt und ihr Land. Die Geschäftsstelle in Nürnberg unterstützt sie dabei in materieller, logistischer, organisatorischer und personeller Hinsicht.

So können wir dieses Jahr bis Ende September jeder Helferin (ZMF etc.) einen Einsatzzuschuss von 300 Euro gewähren, wenn sie als Begleitperson mit einer DWLF Helfergruppe mitgereist ist. Das gilt insbesondere für die Mongolei aber auch für Einsätze in anderen Gebieten.

Aber von der Kollegen/INNEN Seite ist eine freiwillige Unterstützungsspende nötig, damit die Stiftung nicht ausblutet. Es müssen auch die einheimischen Helfer bezahlt werden und vieles mehr. Hier wurde um eine Mindestspende von 500 Euro gebeten.

Es hat sich als sehr effizient herausgestellt, wenn eine Einsatz-Gruppe gemischt ist, aus 2 Zahnärzte/INNen und 2 Helfer/INNEN besteht und wenn sie mit einer MDDC (Mobile DWLF Dental Clinic) unterwegs sind, die aus 3 Stühlen, 2 Einheiten einem Ultraschallgerät und aus einer Prophylaxebox besteht und in jedem Haus (Schule, kleiner Klinik) aufgebaut werden kann. Durch die Gruppeneinzelleistungsstatistiken, die bei den Großeinsätzen in der Mongolei angefertigt wurden, hat sich eine sehr gute Effizienz herausgestellt und wir können damit das untere Spektrum der Basiszahnmedizin zufriedenstellend abdecken.

Besonders möchte ich mich hier bei allen PME´s bedanken, die sich ehrenamtlich für ihr Projekt in „ihrem Land“ einsetzten.

Besonders herauszuheben ist Frau Dr. Ulla Heilemann aus Berlin/Marzahn, die in Südindien über Jahre hinweg neben ihrer Praxis ehrenamtlich eine Zahnstation aufgebaut und betreut hat. Sie hat auf die Anregung von DWLF hin letztes Jahr das Bundesverdienstkreuz bekommen, war völlig überrascht und wollte die Ehrung zuerst gar nicht annehmen. Sie meinte, dass dies ganz normal sei. Aber ihre Geisteshaltung ist eben nicht zu häufig zu finden, sonst sähe es auf der Welt anders aus. Und solche Gesinnung verdient hervorgehoben und geehrt zu werden.

Nun zur Mongolei und einigen Zahlen:

  • 2007 3 DWLF Helfer
  • 2008 16 DWLF Helfer
  • 2009 36 DWLF Helfer
  • 2010 46 DWLF Helfer
  • 2011 65 DWLF Helfer
  • 2012 56 DWLF Helfer

2013 sind 44 zahnärztliche Helfer angepeilt.

So waren insgesamt 265 zahnärztliche DWLF Helfer in 15 aimags und 75 sums tätig und haben bis 2012 insgesamt

20 000 Patienten mit über 60 000 Einzelleistungen versorgt.

Würde man den niedrigsten deutschen Kassensatz ansetzen, so würde man auf zweistellige Millionenbeträge kommen, die die DWLF Helfer der mongolischen Bevölkerung haben zukommen lassen.

Allen denen, die zu diesem hervorragenden Ergebnis beigetragen haben, herzlichen Dank!

Die Dankbarkeit der Patienten bewies: „Manpower is more important than moneypower“ – jedenfalls für unsere Zielgruppe: die bedürftige Bevölkerung.

„Einmal für 2 Wochen so leben, wie 90% der Weltbevölkerung dauernd lebt“ – hat dies nicht einen besonderen Reiz und rückt das nicht im Kopf unser Blickfeld etwas gerade?

Ich wünsche Ihnen viel Freude und alles Gute in meinem Lieblingsland Mongolei, wo einzigartige Menschen und Lebensweisen und eine einzigartige Natur Sie erwarten. Sie werden die Dankbarkeit der Menschen spüren, die alles in ihren Möglichkeiten versuchen werden, Ihnen mit ihren Möglichkeiten den Aufenthalt so angenehm, abwechslungsreich und interessant zu machen.

Machen Sie viele Fotos, schreiben sie Artikel in Ihrer Heimatzeitung. in der ZM, DZW und anderen Fachblättern, die gerne kostenlos veröffentlicht werden.

Wenn Sie es wünschen, können wir Ihnen für Ihr Wartezimmer eine für die Patienten interessante Broschüre gegen einen kleinen Betrag mit Ihren Bildern und Texten machen lassen, in dem die Patienten sehr gerne blättern, wie uns ein Kollege berichtet hat.

Und zum Schluss noch eine Bitte:

Wenn Sie Ihre Patienten bitten würden, Ihnen ihr Altgold für DWLF zu überlassen, wären wir Ihnen sehr dankbar. Das dient den Geräten und Materialien.

Eine Anleitung, Unterlagen fürs Wartezimmer und eine Altgoldsammeldose erhalten sie von der Geschäftsstelle oder von dem Kollegen Dr. Volker Schmidt. (Tel. 0911-599 300)

Ich danke vielmals für Ihre Aufmerksamkeit.

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