von Prof. Tuul Sonnompil (E-Mail: geschaeftsfuehrung [at] dwlf.org)

Am Freitag, den 02.10.2015, um ca. 17 Uhr traf unser erstes DWLF- Einsatzteam 2015, bestehend aus den Zahnärzten Dr. Klaus Fackler, Dr. Jan Schneider, Dr. Linda Daume sowie der Zahnarzthelferinnen Frau Marion Fackler und Frau Dagmar Liebig am Flughafen Lissabon mit Frau Prof. Tuul Macher, Geschäftsführerin von DWLF, zusammen.

Der weitere gemeinsame Abflug von Lissabon nach Praia folgte um 20.50 Uhr. In der Zwischenzeit hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die notwendigen Informationen von der Geschäftsführerin zu erhalten und Fragen zu stellen.

Am Nelson-Mandela-Flughafen, in Praia, holten uns Herr Dr. Ozias Fernandes, PMG (Project Manager des Gastlandes  CV), Frau Teresa Morais, die Mitarbeiterin des GHM CV und Herr Antonio Rodriques (der Vermieter der möglichen preiswerten Unterkunft) mit zwei Autos ab.

IMG_6438Das Haus in Palmarejo/Praia, welches DWLF den Einsatzteilnehmern empfiehlt, ist sehr komfortabel, gut ausgestattet und wohlgeordnet. Weitere Ausstattung: Zwei Stockwerke, insgesamt fünf Schlafzimmer, zwei extra Badezimmer und WC, große Terrasse, eine große Küche, zwei Kühlschränke und eine Waschmaschine. Den Einsatzteilnehmern war bekannt, dass dies eine zusätzliche Option zu den anderen Hotels war. Aber alle wollten hier wohnen. 

Am Samstag/Sonntag,03.und 04.10.2015 ruhten unsere Helfer aus und erholten sich bei schönen Ausflügen rund um Praia und genossen das Bad im Atlantik.

IMG_6442-kleinAm Montag, 05.10.2015, morgens um 7.30 fuhren wir alle nach Ponta D`Agua, eine sehr arme Gegend nordöstlich von Praia) mit dem Taxi. Dort gibt es ein Gesundheitszentrum und eine Zahnstation in zwei Räumen. Ein Zahnarztstuhl ist vorhanden aber defekt. Die von DWLF gespendeten beiden neuen Mobilen DWLF Dental-Clinics (MDDC) bestehend aus fünf mobilen Einheiten, fünf chirurgischen Absauggeräten extra, sechs Stühlen und Autoklaven Sterilisatoren, wie DWLF sie üblicherweise in den bedürftigen Ländern verwendet, waren bereits von GHM CV in dieses Zentrum gebracht worden.

IMG_6446Wir packten die Geräte aus und richteten die Behandlungszimmer nach praktischen Gesichtspunkten ein. Die Instrumente wurden sterilisiert. Frau Prof. Macher mit Ihrer großen Erfahrung besorgte noch die fehlenden Hilfsmaterialien und 40 L sauberes Wasser für die Flaschen der tragbaren Einheiten.

Am Nachmittag, um 14.30 Uhr nahmen wir einen Termin beim Gesundheitsministerium (GHM) Kapverden (CV) wahr. Anwesend waren : Herr Dr. Thomas Waldez, der National Director des GHM CV, Herr Dr. Ozias Fernandes, der Chef der National Oral Health-Programm, Herr Dr. Jose Carlos Carvalho, der Pharmazeut des GHM CV, Herr Moacir Santos, der Manager der pharmazeutischen Abteilung des GHM CV, Herr Pedro Gregorio Lopes, der gebürtige, in Berlin lebende Kapverder und Frau Prof. Tuul Macher, die Geschäftsführerin der DWLF.

Üblicherweise sprechen alle portugiesisch, einige auch englisch, aber Herr Lopes, der als innovativer Architekt mit einer Berlinerin verheiratet ist und die Kontakte mit den Kapverden erst ermöglichte, stellte sich dankenswerter Weise als Dolmetscher zur Verfügung. Dr. Waldez, der, wie Prof. Macher, russisch wie seine Muttersprache spricht, konnte sich bestens mit der DWLF-Geschäftsführerin unterhalten.

Die Themen des fast einstündigen Gespräches beinhalteten Vorschläge entsprechend der Philosophie von DWLF und der Scimus-Ethik in der geplanten Entwicklungspartnerschaft. Die einzelnen Punkte waren:

  • Die Willkommensrede an die Mitstreiter von DWLF (Dr. Waldez),
  • Der geplante DWLF Einsatzplan sowie der Belegungsplan in CV (Prof. Macher),
  • Das Vorgehen in der Prophylaxe und die Erklärungen in den Schulen gemeinsam mit den einheimischen Zahnärzten (Prof. Macher),
  • Die angestrebte Effizient der DWLF Gruppeneinsätze (Prof. Macher),
  • Das Zahnerhaltungskonzept des GHM CV,
  • Dauerhafte Genehmigung vom Zoll CV für die Behandlungsmaterialien, die DWLF Helfer in Zukunft aus Europa mitbringen. 

Herr Dr. Waldez sprach im Namen der Bevölkerung und im Namen des kapverdischen Gesundheitsministeriums einen herzlichen Dank an DWLF aus. Er sagte: “Diese Projekt hat sich unglaublich schnell entwickelt. Das kapverdische GHM nahm den ersten Kontakt mit DWLF im Dezember 2014 auf. Im Mai 2015 hatten wir auf unser MoU und den Workplan unterschrieben. Im August 2015 sind die zwei neuen MDDC von der Stiftung ausgeliefert worden und nun im Oktober ist die erste Hilfsgruppe da. Manchmal stellt die UNO oder die WHO ein Projekt bei uns vor. Frühestens nach 1-1,5 Jahren hören wir von denen die erste Nachricht wieder. Aber Zahnschmerzen warten nicht.“

Herr Dr. Waldez unterstrich besonders die Dringlichkeit der DWLF-Unterstützung in der Entwicklungspartnerschaft besonders.

Frau Prof. Macher hat ein offizielles Anschreiben mit der „DWLF-Standard-Mitnahmeliste der Behandlungsmaterielien für AD und ADH an Herrn Dr. Carvalho und an Herrn Santos für die dauerhafte Genehmigung vom CV-Zoll ausgehändigt. Ohne dauerhafte Genehmigung des Kapverdischen Zolls müsste jeder DWLF-Helfer verschiedene Zolldeklaration ausfüllen d.h. jeder müsste eine Packliste mit Proforma-Invoice des Spendenmaterials auflisten und diese Papiere mindestens 2 Monate vorher an das kapverdische Zollamt sowie an das GHM zusenden.  Das wäre sehr umständlich. Dr. Carvalho meinte, das GHM of CV kann dieses Probleme schnell und unbürokratisch lösen.

Mit Dr.Waldez und Dr. Fernandez besprach Frau Prof. Macher die Einzelheiten: Jede Gruppe widmet einen ganzen Tag nur den Prophylaxeübungen und  Erklärungen zur Ernährung in den Schulen. Ein gemeinsamer Einsatzplan wurde sinnvoll verabredet: Alle 3 Monate wird der Standort gewechselt – einmal Praia, ein andermal die umliegenden Gemeinden. Damit entfällt ein zu häufiges Auf- und Abbauen der Zahnstationen, was letztlich die Effizienz erhöht.

  • Dr. Fernandes übermittelt den Einsatzplan 2015-2016 am 19.10.15 der Geschäftsstelle.
  • Über Zahnerhaltungsprobleme haben wir lange diskutiert. Die Probleme sind:
  • Es gibt keine staatlichen Zahnärzte im Zentralkrankenhaus in Praia.
  • Es ist kein einziges Röntgengerät hier vorhanden.

Die Patienten, welche Wurzelbehandlung brauchen, können sich nur an private Zahnarztpraxen wenden, d.h. die Zielgruppe von DWLF – die Bedürftigen einer jeden Gesellschaft – stehen außen vor.

Die Röntgengeräteproblematik wird langsam – nicht nur auf den Kapverden – akut. Der Präsident von DWLF hat sich hierzu schon konkrete Gedanken gemacht und wird seine Vorschläge mit einer Spendenaktion verbinden.

Als Ergebnis der Hilfseinsätze werden beide Parteien sich auf eine Statistikanalyse konzentrieren. Nach jedem Einsatz wird eine sogenannte „DWLF-Gruppenstatistikliste“ von den jeweiligen Gruppenleitern zusammengefasst, so dass wir am Jahresende wissen, wo wir stehen.

Immerhin waren es dieses Jahr bei dem mongolischen Großeinsatz über 1,7 Mio. Euro, welche in die Münder der Nomaden gelegt wurden.

Den Belegungsplan für die Einsatzteilnehmer findet man auf www.dwlf.org/einsatzbedingungen vor Ort oder unter „Download“ à „Belegungspläne (Länder)“.

IMG_6515-kleinAm Dienstag, am 06.10.15 um 11 Uhr fand die Pressekonferenz beim Gesundheitszentrum Ponta D`Aqua statt. Es waren zwei  Fernsehteams (National Fernsehen Kapverden und brasilianisches Fernsehen im Kapverden) und Vertreter von Zeitungen anwesend. (Bericht auf YouTube ab Dez. 2015 abrufbar). Die Personen, die bei dieser Pressekonferenz interviewt wurden, erklärten die effiziente Entwicklungspartnerschaft
zwischen DWLF und dem GHM Kapverden. DWLF ist damit in der Pflicht – wir sind jetzt schon mit Ehrungen bedacht worden, ohne noch etwas geleistet zu haben. Aber DWLF wird – anders als manche Politiker- seine Partner nicht enttäuschen.

Unsere Einsatzteam arbeitet mit Herrn Dr. Fernandez und mit Frau Elisabeth (einheimische staatliche Zahnärztin) sehr fleißig.

Am Mittwoch den 07.10.15 um 23.50 Uhr reiste die Geschäftsführerin nach Deutschland zurück.

Fazit:

Wie in jedem neuen Land, mit welchem DWLF ein MoU abschließt, müssen die Gesetze und Regel des souveränen Landes respektiert werden, damit die Helfer legal arbeiten können.

Das Arbeiten in einer Einsatzgruppe erfordert Teamgeist und dieser ist sehr wichtig. 

Nicht jeder ist dafür geschaffen und so sollte jeder sich vorher selbst prüfen. DWLF muss davon ausgehen können, dass jedes Gruppenmitglied so viel Toleranz mitbringt, um das Ziel eines erfolgreichen Einsatzes zu erreichen.

Die langjährige, umfangreiche Erfahrung der DWLF und ihre hervorragenden Kenntnisse über die gruppendynamische Prozesse hat den Menschen, welche vor Ort helfen wollen, zu außergewöhnlichen Erlebnissen und Erfahrungen verholfen, welche immer ein strahlender Meilenstein im Leben der Helfer bleiben wird. Darüber sind viele dankbar. Sie haben erfahren, dass Helfen Freude macht und Freude bringt.

Wir sind stolz auf eine Meisterleistung an Logistik und Organisation. Und dass dies so gut gelingt, haben wir vor allem unserer polyglotten DWLF-Geschäftsführerin und  Chirurgin, Prof. Tuul Macher und ihrem unermüdlichen Einsatz für die Ziele von DWLF zu verdanken.

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