von Prof. Tuul Macher (info@dwlf.org)

Was du hast ist nicht so wichtig, aber was Du damit für andere tun kannst, das ist wichtig. 

Welche Kenntnisse Du hast ist nicht so wichtig, aber wie Du mit Deinen Kenntnissen anderen hilfst, das ist wichtig.

Das Ziel von DWLF, also die Vision von DWLF ist, irgendwann einmal „Ausbalancierte Gesellschaften in einer ausbalancierten Völkergemeinschaft” zu erreichen. Dafür wollen wir uns auf unserem Fachgebiet einsetzen.

Für die DWLF-Helfer ist ihr Einsatz zudem eine preiswerte Möglichkeit, ein völlig fremdes Land und eine völlig fremde Kultur auf Augenhöhe in aller Tiefe gründlich kennen zu lernen.

Im Jahr 2010 hat sich in der Mongolei der erstmalige Gruppeneinsatz innerhalb fester Teams aus jeweils 4 europäischen Helfern als sehr effizient erwiesen. Es stehen in der Regel 3 Behandlungsstühle, zwei Einheiten, ein separates Zahnsteinentfernungsgerät und eine Kiste mit Mundhygiene- und Aufklärungsartikeln zu Verfügung. Jede Gruppe besteht aus 2 erfahrenen Zahnärzten, unseren „alten Hasen/INNEN“, die auch die Gruppenleiter/IN stellen. Diese arbeiten mit den weniger Erfahrenen anfangs einen halben Tag zusammen (die “alten Hasen/INNEN“ assistieren) und bestimmen dann, was den weniger Erfahrenen leistungsmäßig schon zuzutrauen ist. Oder es sind Helferinnen dabei, die den Part der Einzel- oder Gruppenprophylaxe übernehmen können. Jede Gruppe wird von einem Übersetzer und einem einheimischen Zahnarzt begleitet. In dieser Ausstattung ist es möglich, auch Patienten effektiv zu behandeln, die wie die mongolischen Nomaden jahrelang keinen Zahnarzt mehr gesehen haben.

Die DWLF-Helfer bezahlen den Flug selbst. Der inländische Transport per Auto oder Flugzeug, die Übernachtung und die Verpflegung werden für die Einsatzzeit von den Gemeinden übernommen.

Die Gemeinden bemühten sich stets, ein Kulturprogramm für die Helfer aus Europa zu organisieren. Ausflüge, Gesangsabende, Tanzen, Reiten auf Kamelen oder Pferden – sie gaben sich große Mühe, den DWLF Helfer die Schönheiten ihres Landes zu zeigen. Diese bewährte Praxis, die bei den Teilnehmern gut angekommen ist, haben wir in 2012 weitergeführt.

Sonntag, am 30.7.2012 um 7.20 Uhr:

Die Helfer aus Deutschland sind im Chingiss Khaan Flughafen in Ulaanbaatar gelandet. Jeder Helfer hatte 10 Kg Übergepäck „Zahnbehandlungsmaterialen“ laut spezieller Erlaubnis von MIAT mitgebracht. DWLF hatte im bereits im Juni alle vollständigen Unterlagen zur Genehmigung der Arbeitserlaubnis an das mongolische Gesundheitsministerium zugeschickt. 10 Helfer waren schon einen Tag vorher angekommen. Die Helfer sind von Herrn Hasbaatar (DWLF Verantwortlicher für die Mongolei- also PMG) und mir mit dem Omnibus abgeholt und ins Bayangol Hotel gebracht worden. Unvorhergesehene Schwierigkeiten wurden zügig aus dem Weg geräumt.

Um 14.00 Uhr

…fand die DWLF Einsatzbesprechung für die Mongolei 2012 im Konferenzraum des Corporate Hotel statt.

Die Helfer, die aus ganz Deutschland kamen und ihre Gruppenmitglieder oft noch nicht kannten, haben sich mit den Gruppenleitern und untereinander bekannt gemacht. Übungen an den ungewohnten tragbaren Einheiten, Verteilungen der Desinfektionsmitteln, Füllungsmaterialen und kleinen Instrumente rundeten den Einführungsnachmittag ab. Die Begrüßungsrede von Dr. Claus Macher /Präsident von DWLF/ an die Helfer hat die Mitarbeiterin der DWLF Geschäftsstelle Frau Franka Selz vorgelesen. Es wurden Fragen beantwortet und den Einsatzteilnehmern erklärt, dass die mobilen Zahnkliniken schon an den Arbeitsorten auf die DWLF Helfer warten.

Um 18.00 Uhr:

Die DWLF Helfer besuchten gemeinsam ein Konzert im mongolischen nationalen Volkstheater.

Vom 31.7.2012 bis zum 14.8.2012 waren insgesamt 12 Gruppen in 22 Sums (Dörfern) von 15 Aimags (Bundesländern) eingeteilt. 2 Gruppen sind mit einer inländischen Flugzeuggesellschaft weiter zum Einsatzort geflogen, 4 Gruppen sind mit dem Zug und 6 Gruppen sind mit Autos transportiert worden.Gruppeneinteilung des großes DWLF-Hilfseinsatzes Mongolei 2012 (vom 29.7.2012 bis zum 20.8.2012).

Ab 31.7 bis zum 12.8.2012 hat Hasaa, Frau Franka Selz und ich ausgegangenes Material organisiert, verpackt und per Linienbus, per Flugzeug oder Privatpersonen zum Team in dem dementsprechenden Einsatzort geschickt. Jede Gruppe hatte eine oder mehrere SIM Karten von dem heimischen Netz bekommen, so dass ein Kontakt zwischen den Gruppen untereinander, dem PMG und den Angehörigen der DWLF Geschäftsstelle möglich war. Benötigtes Material wurde auch mit DWLF-Auto, einem Mongolei-tauglichen russischen Allrad (Furgon UAZ-452) mitgenommen.

Reiseroute:

  1. Ulaanbaatar – Choir – Ulaanbaatar (3 Mal),
  2. Ulaanbaatar – Altanbulag – Buren – Ondorshireet – Ulaanbaatar,
  3. Ulaanbaatar – Zezerleg – Ikh tamir – Galuut – Erdenetsogt–Bayanhongor–Ovorkhangai-UB,
  4. Ulaanbaatar – Darkhan – Erdenet,
  5. Ulaanbaatar – Choir – Sainshand – Ulaanbaatar

Lange Fahrten über Pisten, Steppen und Wüsten, durch Täler, Gebirgsausläufer, durch Flusslandschaften und Flüssen, wurden durch das Suchen nach dem richtigen Weg erschwert. Nach regenreichen Tagen hatten die Flüsse ihren Lauf geändert, Straßen und Wege waren überflutet, so dass wir im Fluss stecken blieben und der Wagen bis zur Windschutzscheibe voll lief. Dann war die Kunst, riesigen Schlaglöchern auszuweichen.

Insgesamt haben wir in diesen 10 Tage ca. 5500 km mit dem Auto zurückgelegt. Mir fiel bei dem Rettungsakt aufs Autodach des überfluteten Wagens der Spruch eines nepalesischen DWLF Sympathisanten ein: Helping hands are holier than praying lips.

Dienstag, am 14.8.2012 um 11.00 Uhr:

Im großen Medienzentrum in Ulaanbaatar fand unsere Pressekonferenz über Mon-Einsatz 2012 statt.

Die DWLF Helfer, Journalisten von 8 Fernsehanstalten, 5 Zeitungen und Frau Dr. Amarjargal (Vize der Abteilung medizinischen Hilfe des Gesundheitsministeriums) und Herr Prof. Dr. Amarsaikhan ( Direktor von der SMZH von der MHS Universität der Mongolei waren hierzu eingeladen worden.

Nach dem Medientag liefen ununterbrochen im Mongolischen Fernsehen die Aufzeichnung unserer Pressekonferenz und Berichte über unseren Einsatz. Außerdem liefen zweimal je ein 20 Minütiges Interview mit mir, in denen ich alle bürokratischen Probleme und Hindernisse scharf und unzensiert  kritisiert habe.

Das Ergebnis des diesjährigen Einsatzes 2012: Insgesamt 6700 Patienten wurden behandelt und ca. 21500 Einzelleistungen wurden erbracht!

 Samstag, am 18.8.2012 um 18.00 Uhr:

Abschiedsessen und Ehrungen

In einen großen Restaurant in Zentrum Ulaanbaatar waren die deutschen und mongolischen Einsatzteilnehmer zu einem Essen eingeladen. Es wurden Urkunden und Medaillen an die Einsatzteilnehmer und die Organisatoren verliehen: Vom Gesundheitsministerium, der Asian Dental Association, von den Aimags Bürgermeistern und dem Gesundheitsamt. Auch wurde vom mongolischen roten Kreuz eine Ehrung an die DWLF Helfer aus Europa überbracht. Erfolgreiche Ergebnisse, viele Danksagungen von der mongolischen Bevölkerung und den
Patienten zusammen mit dem hautnahen Erleben der mongolischen Nomaden mit deren freundlichen und herzlichen Gastfreundschaft und mit schönen mit unvergesslichen Erinnerungen sind die DWLF Helfer zurück nach Hause geflogen…

Ich danke allen DWLF Helfer für ihre unschätzbare und wertvolle Hilfe für die bedürftigen mongolischen Patienten. (Einzelne interessante Erfahrungsberichte der Gruppen lesen Sie bitte auf unsere HP www.dwlf.org)

Danksagung an die Firmen, die unsere Aktivitäten unterstützt haben:

  1. Dentsply DeTrey GmbH         
  2. Heraeus Kulzer GmbH           
  3. Alpro Medical                       
  4. 3M ESPE  
  5. Merz Dental GmbH                                   
  6. Henry Schein GmbH             
  7. Zhermack GmbH                   
  8. Septodont GmbH                  
  9. Peppler GmbH                      
  10. Mangold Dental                  
  11. Hoffmann Dental Manufaktur GmbH   
  12. Sico Dental Erlangen (für die Ralley: Stuhl) 
  13. Fa. A-dec (für die Ralley: Einheit)
  14. IFFC Mon.Bahn
  15. Max Trade GmbH der Mongolei
  16. Soil Trade GmbH der Mongolei
  17. Aero Mongolia
  18. MIAT Group
  19. MIAT Berlin-Tegel
  20. Bayangol und Mika Hotel Ulaanbaatar
  21. Dürr (für die Ralley: Kompressor)

Zusammenfassung unserer Tätigkeit in der Mongolei bis Ende 2012:

In den Jahren 2007 bis 2012 wurden ca. 13 feste Zahnstationen und 14 mobile Zahnkliniken von DWLF in 54 Sums (Dörfen) von der 15 aimags (Bundesländern) eingerichtet, ca. 23 000 Patienten mit ca. 61 000 Einzelleistungen von insgesamt 227 DWLF Helfern versorgt und es wurde in der Prophylaxe über Mundhygiene, Zuckerkonsum und Ernährung aufgeklärt. Unsere festen Zahnstationen wurden in schon bestehenden Krankenhäusern in größeren Orten (sums) installiert, nachdem eine mongolische Zahnärztin einen mind. 5-jährigen Arbeitsvertrag mit dem Krankenhaus gemacht hat. Alle unsere festen, in der Mongolei investierten Zahnstationen werden von einheimischen Fachkräften das ganze Jahr über genutzt.

Die mobilen DWLF-Zahnkliniken werden nach Abschluss der Einsätze in ein  Zentrum gebracht und dort von einem DWLF-Vertrauten überholt und für nächstes Jahr vorbereitet. Nachhaltigkeit liegt uns sehr am Herzen.

Weitere DWLF- Arbeit in der Mongolei:

Mittwoch, am 22.8.2012 12.00 Uhr:

Das Treffen mit der Frau Dr. Udval, neuen Gesundheitsministerin der Mongolei des GHM.

Dr. Claus Macher und Prof. Dr. Amarsaikhan haben lange mit der Frau Ministerin über bürokratischen Probleme und Hindernisse der geplanten DWLF Einsätze in der Mongolei unterhalten.

Um 14.00 Uhr:

Die Einweihung der Festen Zahnstation im Zentrum des mongolischen Roten Kreuzes.

Bei einer Unterredung mit dem Vorsitzenden der mongolischen Bahn Herr T. Ochirhuu hat dieser sich vielmals bedankt. Im diesem Jahr haben 2 DWLF Gruppen in 4 großen Haltstationen gearbeitet und insgesamt 1100 Mitarbeiter von MB konnten behandelt werden.

Donnerstag, am 23.8.2012 12.00 Uhr:

Das Treffen mit Go Help – Hilfsorganisation in Ulaanbaatar wegen dem Auto aus London in der Mongolei.

Montag, am 27.8.2012 um 15.00 Uhr:

Das Treffen mit Herrn Lhagvasuren, der Direktor von der Medizinischen Universität der Mongolei (MHSU)

Mittwoch, am 29.8.2012 12.00 Uhr:

Das Treffen mit Herrn Prof. Dr. Amarsaikhan, der Direktor von MKZ der MHSU der Mongolei.

Mittwoch, am 05.9.2012.:

Das DWLF Auto aus Europa ist in Ulaanbaatar angekommen. Dr. Reinhard Steiner und Alex Steiner. Die beiden Fahrer aus Nürnberg berichteten von ihrer abenteuerlichen Reise quer durch Russland.

Am 5.8.12 haben wir das Auto an die Mongolische Medizinische Universität (MHSU) geschenkt. Es war mit Bedacht ausgesucht worden: ein extrem hochgelegter VW Allrad Bus mit enormer Bodenfreiheit – zum Transport von 2 Verletzten und der Aufnahme unserer mobilen Zahnstation, die von der Fa. Sicco/ Erlangen gespendet worden war. MNB – Mongolian National Broadcasting hat mit uns zusammen ein Interview gemacht.

Donnerstag, am 06.9.2012:

Dr. Reinhard Steiner und Alex Steiner flogen nach Deutschland zurück. Sie waren insgesamt 2 Monate unterwegs und hatten nicht einmal eine Reifenpanne, dafür aber eine geplatzte Windschutzscheibe während der langen Fahrt.

14.-16. September 2012…

…fand der 10. Kongress für Präventive Zahnmedizin der ASEAN Staaten in Ulaanbaatar statt.

Herr Prof. Dr. Elmar Reich und Dr. Claus Macher konnten dort zwei für die Zuhörer interessante Vorträge halten. Prof. Dr. Reich ist auch beim FDI sehr aktiv und kannte schon viele Professoren aus Asien. Dr. C. Macher konnte wichtige Kontakte zu Hochschulprofessoren knüpfen, die auch gute Beziehungen zu den Gesundheitsministerien unterhalten.

Wir waren bei dieser hochkarätigen Veranstaltung die einzigen Vertreter Europas. Die Führerschaft ging für die nächsten vier Jahre an China über – dort versuchen wir wieder dabei zu sein.

Am Sonntag, den 16. September 2012 flogen wir zu dritt nach Deutschland zurück.

Pläne für 2013 in der Mongolei – Einsatzzeit: Juli – August 2013:

1.) Dieses Mal werden die Helfergruppen in Bayanhongor aimag (Bundesland) in Absprache mit dem mongolischen Gesundheitsministerium, dem Kultusministerium und der medizinischen/ zahnmedizinischen Universität von Ulaanbaatar in den entsprechenden sums (Dörfern) arbeiten können. Wir wollen hier die Zielrichtung auf die Prophylaxe richten, wozu wir von der mongolischen Regierung eine Analyse des Trinkwassers der Dorfbrunnen erbitten, um so eine Empfehlung über die Verwendung des fluoridierten Salzes aussprechen zu können. Das Problem der Hyperfluorose in den Gegenden mit Gesteinen vulkanischen Ursprungs haben wir schon besprochen – Frau Renate Sebert aus Tübingen wird weitere Informationen von der technischen Universität Zürich erbitten. Einheimische Zahnärzte werden die Gruppen begleiten. Unsere mobilen Zahnkliniken werden von unserem BMG vorher vor Ort gebracht.

 

2.) Bayanhongor aimag (Bundesland) ist ein aimag mit 3 Vegetationszonen – Wüste, Steppe, Hochland (bis zu 3200 m). Wieder werden die Gemeinden verpflichtet, als Gegenleistung für unsere Hilfe die Übernachtung, das Essen  und das völkerverbindende Kulturprogram zu organisieren. Viele Kollegen von 2012 werden wieder 2013 mitreisen; es hat sich gezeigt, dass eine besonders gute Gruppeneffizienz in der Zusammensetzung: 2 erfahrene DWLF ZahnärzteINNEN und 2 DWLF Helferinnen zu erreichen ist.

Tuul Macher
Geschäftsführerin von DWLF

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