von Tuul Macher, Geschäftsführerin von DWLF (info@dwlf.org)

Am Sonntag, den 21.10.2012 begann der Einsatz. Am Flughafen in München trafen wir zusammen und saßen alle bald in einem Flugzeug der „Emirates Airlines“ mit dem Ziel Colombo, der Hauptstadt der Sri Lanka.

Die Gruppe bestand aus 4 Zahnärzten, 2 Helferinnen und Frau Sodnompil, die Geschäftsführerin von DWLF und Stiftungspräsident Dr. Claus Macher.

Am Bandaranaike Flughafen in Colombo, wurden wir mit einem kleineren Bus abgeholt.

Ein wunderschönes Land mit Palmen und gut gelaunten lachenden Gesichtern empfing uns.

Begrüßt wurden wir von Herrn Sujith Nautonnue und Ajith Ranasinghe in ihrem Büro mit landestypischem Kuchen, Käse,Tee und Bananen. Danach wurde uns unser Quartier im Hotel gezeigt, das in Mount Lavinia, einem Vorort von Colombo und fußnah am Meer lag. Nach unspektakulärer Fahrt  mit dem Bus von Colombo nach Polonnaruwa – die Fahrt dauerte ungefähr fünf Stunden für 250 km – kamen wir am nächsten Tag in dem vorbestellten dortigen Hotel an. Polonnaruwa liegt nordöstlich von Colombo in Zentral – Sri Lanka.

Uns überkam ein Gefühl der Dankbarkeit an Frau Dr. Neubert und ihre Gruppe, die unsere gesamte „Moblile DWLF Dental Clinic“ (MDDC) samt Instrumentarium schon nach Polonnaruwa gebracht hatte.

Am 24.10.12, wurden wir in das regionale Gesundheitsamt von Polonnaruwa eingeladen und herzlich begrüßt. Im Anschluss aber wurde klar gemacht, dass es für uns nicht möglich ist, zu therapieren, da – trotz vieler mündlichen Zusagen – eine schriftliche Arbeitserlaubnis nicht vorliege. Nach dem derzeitigen Stand sei es nur den einheimischen Kollegen erlaubt, z.B. Anästhesien durchzuführen. Allerdings dürften wir ohne Arbeitserlaubnis die von DWLF ins Land gebrachte Mobile DWLF Dental Clinic für Check-ups und Prophylaxe nutzen. Wir hatten einen Plan von den Schulen bekommen, die wir besuchen sollten. Es waren Schulen mit unterschiedlichsten Religions- und ethnischen Gruppen angegeben.

Wir fuhren in das moslemische Al – Hilal Central College in Thambela, um uns anhand von ca. 300 Kindern einen Eindruck machen zu können, in welchen Mengen verschiedene Zahnprobleme wie Hyperfluorose, Zahnstein, Karies und auch zu extrahierende Zähne vorhanden sind. Die mobilen Einheiten waren schnell aufgebaut, die Kinder stellten sich an, wir schauten die Zähne durch und gaben den Kindern bei notwendiger Therapie einen Zettel für einen einheimischen Zahnarzt mit.

2 Tage vertreiben wir uns mit Ausflügen, Landbesichtigungen und mit den Besorgungen von üblichen Souveniers und machten eine Safari in einem Naturschutzgebiet mit, in dem wir einige Elefantenfamilien und deren Gruppenspiele aus nächster Nähe erleben konnten. Abends spielten manche und versuchten sich an dem berühmten Arrak – einem Rum gemacht aus Kokusnüssen.

Inzwischen versuchten rund um die Uhr Herr Sujith Nautonne und Herr Ajith Ranasinghe die schriftliche Arbeitsgenehmigung im Gesundheitsministerium in Colombo zu erhalten.

Am Freitagabend, 26.10.2012 erreichte uns via Email die Arbeitserlaubnis für vier Zahnärzte. Aufgrund der nicht eindeutigen Formulierung entschied sich ein Teil der Gruppe, insgesamt sechs Personen, Polonnaruwa zu verlassen und nach Trincomalee zu fahren, jedoch immer abrufbereit, falls doch eine klärendes Schriftstück vom Gesundheitsministerium folgen würde, aus dem klar die Therapiemöglichkeit hervorging.

Stattdessen besuchten Dr. Macher und Frau Sodnompil eine Schule mit vorwiegend tamilischen Wurzeln.

Es erfolgte erneut Check-up Maßnahmen und es wurden ca. 150 Zahnbürsten, Zahnpasten und Schulhefte mit Bleistiften von DWLF an die Kinder verteilt. Durch eine gute Vorbereitung und ein umfassendes, sortiertes Spektrum an Prophylaxeprodukten insbes. Zahnbürsten, Zahnpasten, Zahnseide und Mundspülungen, arbeiteten wir harmonisch mit Dr. Prasanna, dem einheimischen Zahnarzt der Regierung zusammen. ORAL-B und VITIS seien hier besonders erwähnt-die Kinder freuten sich sehr über deren Geschenke. Die Befunde wurden patientenbezogen aufgezeichnet – erstaunt hat hier die relativ große Anzahl an Konkrementen und Zahnstein – schon bei den Jüngeren. Auch fanden wir gehäuft eine Notwendigkeit für den Einsatz für vorerst einfache herausnehmbar kieferorthopädische Geräte, die wir selbst vor 40 Jahren bevorzugt in Deutschland verwendet haben.

Der Sonntag, 28.10.2012 stand im Zeichen der Erfassung und Verpackung: Sämtliche Geräte wurden sortiert, Materialien geordnet und gelistet. Nach sorgfältiger, sechsstündiger Verpackung wurden diese dann einsatzbereit an einem sicheren Ort eingelagert. Damit war Frau Tuul Sodnompil alleine beschäftigt.

Die Rückreise gen Colombo wurde von Dr. C. Macher und Tuul Sodnompil am Montag, den 29.10.2012 angetreten, nachdem immer noch nichts Schriftliches über die Therapiemöglichkeit vorlag.

Sie benutzten hierfür den Zug – ein Abenteuer, das unheimlich lustig und abwechslungsreich war und uns quer durch die Farmen und Reisfelder führte. Im vollen Zug wurde zu Musikinstrumenten gesungen und einer fing an Essen zu verteilen und der nächste machte mit. Zum Glück konnten wir für den Nachtisch mit einigen Ingwerbisquits beisteuern Diese originelle Reise wollen wir nicht missen.

Am nächsten Tag trafen wir auf Dr. Chula Senarate – er ist ein Mitarbeiter des Medical Council in Sri Lanka. Die weitere Vorgehensweise wurde mit ihm diskutiert und er versprach uns am Mittwoch, 31.10.2012 um 15:00 Uhr einen Termin bei dem Gesundheitsminister von Sri Lanka, Herrn Honorable Minister Maithripala Siresena zu besorgen.

Nun war es endlich soweit: Das Team von DWLF – wir waren inzwischen zu viert – saßen an besagtem Mittwoch um 15:00 Uhr im Büro des Gesundheitsministers Hon. Maithripala Siresena und durften unsere Vorstellungen über die DWLF Hilfe erklären und auch unsere Eindrücke und Behandlungsmethoden näher bringen und erläutern. Trotz seines Zeitdruckes nahm sich der Gesundheitsminister selbst über 40 Min. Zeit für die Delegation von DWLF. Durch die Bilddokumentationen, die wir im Vorfeld gemacht haben, haben wir dem Minister dargestellt, was unser Ziel ist. Mit einem offenen Ohr wie auch einem sehr interessierten Gesichtsausdruck saß uns der Minister aufmerksam gegenüber. Nach Erklärung der Definitionen des Memorandum of Understanding (MoU) befand er dieses für gut und willigte ein, mit unserer Stiftung zusammenarbeiten zu wollen. Es wurde ihm eine Mappe mit einem Ausdruck unseres MoU-Vorschlages und einer Kurzzusammenfassung der Stiftungsarbeit in englischer Sprache überreicht.

Im Anschluss erfolgte noch ein freundschaftliches Gespräch mit Dr. Jayasundara Bandara, dem Geschäftsführer der Dental Services des Gesundheitsministeriums. Er meinte, dass wir mit der Erklärung des Gesundheitsministeriums, die wir erhalten hatten- auch therapieren hätten können. Er erklärte, das MoU mit dem geltenden Landesrecht abzugleichen und uns zu einer möglichen Änderung unsererseits und dann zur Unterschrift zuzusenden.

Er erinnerte sich an uns, als 2007 DWLF in Beruwala eine feste Zahnstation nebst Gebäude in der Post-Tsunamie-Zeit gespendet hatte. Sie war in unmittelbarer Nachbarschaft einer moslemischen Schule mit ca. 1000 Kindern. Schon damals hatten wir um ein MoU nachgefragt und 2010 noch ein zweites Mal.

Jetzt wurde die Vereinbarung getroffen, dass die beiderseitige Unterzeichnung unseres Memorandum of Understandings noch im November oder Dezember dieses Jahres erfolgen soll. Wir dankten ihm und sprachen den Wunsch aus, dass eine eindeutige Aussagen über die Therapiemöglichkeit der DWLF Helfer und auch unter welchen Umständen niedergelegt werden sollte.

An dieser Stelle herzlichen Dank im Namen der Geschäftsstelle der DWLF an alle Teilnehmer der Gruppe, obwohl leider nicht so gearbeitet werden konnte, wie wir es mündlich zugesagt bekommen haben und wir es alle erwartet und geplant hatten. Schließlich waren wir mit vielen Materialen und Instrumenten hierher gekommen. Schade für die vielen Kinder aus Sri Lanka, die wir nicht behandeln durften.

Sicher ist, dass Sri Lanka nun fest als Einsatzland geplant werden kann, die erste Gruppe wird am Anfang des Jahres 2013, nach sicherer Unterzeichnung des MoU, organisiert werden.

Es freut die Stiftung, bekannt geben zu dürfen, dass sich zwei engagierte Personen zur weiteren Betreuung der DWLF Projekte in Sri Lanka zur Verfügung gestellt haben:

Herr Ajith Ranasinghe (ajith@euronippon.co.uk) übernimmt die Funktion des Projekt Managers im Gastland (PMG Sri Lanka), ihm steht Herr Sujith Naotunna (suujith_2007@yahoo.com) zur Seite und die Zahnärztin Frau Marlene Nißl (Marene.Nissl@dwlf.org) übernimmt die Funktion des Projekt Managers in Europa (PME Sri Lanka).

Dr. Macher besichtigte zusammen mit der Geschäftsführerin Frau Sodnompil noch diverse Apartments und Hotels, um den folgenden Gruppen Informationen über Unterkünfte in verschiedenen Preisklassen geben zu können.

Wir hatten alle eine wunderschöne Zeit, viel Spaß und freuten uns, dass in Sri Lanka 4 Religionen in den Ortschaften zusammenleben, die sich respektieren und miteinander gut auskommen.

Die Vielzahl der Früchte – für Vegetarier das ideale Land – und der Meerestiere, zudem das angenehme warme Klima, der Charme und die Freundlichkeit der Bevölkerung – das alles ist eine Mischung, die einen gerne in dieses Land wieder zurückkehren lässt. Zudem kann man hier sehr preiswert leben, wenn man sich etwas umschaut.

Danksagung an alle Teilnehmer, Unterstützer und die Firmen, die dieses Projekt so möglich unterstützt haben:

  •  Oral B
  • VITIS GmbH
  • Voco GmbH
  • Alpro Medical
  • 3M ESPE
  • Merz Dental GmbH
  • Henry Schein GmbH
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