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Rege Teilnahme an der DWLF-Jahrestagung 2015

Am Wochenende des 07./08.11.2015 mussten einige der ca. 60 Teilnehmer an unserer Jahrestagung leider wieder auf Tischen und Fensterbrettern sitzen. Aus ganz Deutschland kamen die Besucher sowie zwei Referenten aus Togo und Uganda.

Präsident Dr. Claus Macher begrüßte die Eingeladenen herzlich in Nürnberg, der Stadt des Friedens und der Menschenrechte. Er berichtete von den neuen Einsatzgebieten der Stiftung, die Kapverden, China und Sri Lanka, welche in diesem Jahr neu hinzugekommen sind und, dass als evtl. Togo und Uganda auf der weiteren Agenda stünden.

Um Verständnis warb Dr. Macher für die bei einigen Einsatz-Teilnehmern ungeliebte Gruppenbehandlungsstatistik:

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Präsident Dr. Claus Macher begrüßt die Tagungsteilnehmer

„Wir verteilen in der Regel keine eingenommenen Spendengelder an Projekte, wie das andere NGO tun, sondern unsere Helfer leisten direkte praktische Hilfe vor Ort am Menschen. Wir sind, auch um die Unterstützung durch staatliche Stellen sicher zu stellen und um Spender und Sponsoren ansprechen zu können, darauf angewiesen unsere Arbeit in der Öffentlichkeit transparent darzustellen. Und da in unserer westlichen Welt alles was Bedeutung hat leider in Währungseinheiten gemessen wird, kommen auch wir nicht umhin, das, was wir tun, in EURO und Cent umzurechnen. Bitte verstehen Sie die Statistik nicht als Schikane oder gar als Aufforderung zum Wetteifern. Die Zahlen werden ohnehin nur anonymisiert verarbeitet.“

Aus gegebenem Anlass, weil es vor Ort wegen empfohlener Unterkünfte Irritationen gab, wies Dr. Macher noch einmal ausdrücklich darauf hin: “Alle Einsätze unter DWLF-Flagge sind und bleiben stets Projekte der Einsatz-Teams. Die Teams sind deshalb völlig frei, ihre Reisen in die Einsatzgebiete und damit auch ihre Unterkunft und Verpflegung oder das Anmieten eines Leihwagens vor Ort etc., eigenständig zu planen und zu buchen.” Natürlich leiste, so Dr. Macher weiter, DWLF immer gerne Hilfe, versuche z.B. günstige Fluganbieter und Unterkünfte zu recherchieren. Ob diese informativen Hinweise von den Teams dann auch angenommen und genutzt werden, sei alleine diesen überlassen. “Es wäre ein großes Missverständnis, würden die Teams annehmen, sie wären an unsere Hinweise und Empfehlungen zur Reiseplanung und -buchung gebunden.”

DWLF will und kann kein Reiseveranstalter sein, sondern versteht sich als reine Servicestelle für die Helfer vor Ort, bietet nur Informationen und Erfahrungen an und sorgt durch Vereinbarungen mit den Gastländern dafür, dass die Teams legal arbeiten können.

Der neue Webmaster und Redakteur für die Webpräsenz der Stiftung, Kurt O. Wörl, stellte sodann die seit 01.06.2015 offiziell in Betrieb genommene, neue Web-Präsenz der Stiftung sowie ihre Funktionen und angebotenen Rubriken vor. Wichtige Hinweise zur Reisekostenordnung verriet im Anschluss DWLF-Mitarbeiter Kolmann Deuerlein den Anwesenden.

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Kurt O. Wörl, Webmaster und Redakteur der DWLF-Webpräsenz

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Kolmann Deuerlein, zuständig für Verwaltung/Finanzen von DWLF

Berichte aus den Einsatzgebieten folgten.

Mongolei: Von zwei Großeinsätzen in der Mongolei vom Juli/August d.J., war zu berichten. Die dabei vorgefundenen, katastrophalen Befunde (durch Zuckergenuss ohne Prophylaxe), sorgten bei den DWLF-Helfern für großes Unverständnis für die mongolische Regierung, die in Sachen Aufklärung offenbar völlig untätig ist. ZA Dr. Dieter Buhtz aus Berlin sieht es als unerlässlich an, dass sich wenigstens DWLF künftig verstärkt auch um Aufklärung und Prophylaxe bemüht. (Anmerkung: Weitere Informationen zu den Mongolei-Einsätzen siehe unter „DWLF-Einsätze 2015 und 2016“.)

China: Frau Gaoning Pang stellte das neue Gastland China und die Herausforderungen dort vor. Das Team für den Ersteinsatz im März/April 2016 ist bereits komplett.

Togo: Herr Aimé Quamdessou stellte seine Heimat Togo vor, das vielleicht nächste DWLF-Gastland in Westafrika. Quamdessou ist auch Vorsitzender des Hilfsvereins „Action Devéloppement Togo“, welcher inzwischen auch die Scimus-Ethik für sich angenommen hat. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für eine Zusammenarbeit mit DWLF geschaffen.

Nürnberg: Berichtet wurde auch von einem Spontan-Einsatz in einer Nürnberger Asylunterkunft. Mit mobiler Einheit ausgestattet kümmerte sich Frau Dr. Eva Mallinger mit Helfer Lorand Szüszner und unser dolmetschender Helfer, Moutasem Stef um Schmerzpatienten unter den Asylsuchenden, vorwiegend aus Syrien.

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Namibia: Dr. Stefan Rohr aus München berichtet über zahnmedizinische Probleme

Namibia: PME Dr. Stefan Rohr, aus München, berichtete von den zahnmedizinischen Problemen in Namibia.

Die Entwicklungspartnerschaft mit Namibia wurde inzwischen zum, von unseren DWLF-Helfern gut angenommenen, Selbstläufer.

Kapverden: Ersteinsatz in Praia auf den Kapverden: davon berichtete ZA Dr. Jan Schneider aus Düsseldorf. So schön das Inselparadies ist, so arm sind die Menschen dort. Von einer zahnmedizinischen Grundversorgung kann nicht die Rede sein. Viel zu tun also für unsere DWLF-Helfer. Interessenten sollten sich bewusst sein, dass die Kapverden nahe des Äquators unter tropischem Klima liegen.

Uganda: Künftig auch in Uganda? Ob Uganda Gastland für DWLF wird, wird die Zukunft zeigen. Herr Murani Zimura stellte sein Projekt „Voices of Pesants“ vor. Der in Nürnberg ansässige Verein kümmert sich um die verarmten Landarbeiter Ugandas und hat sich ebenfalls der Scimus-Ethik angeschlossen.

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Indien: Dr. Ulla Heilemann aus Berlin berichtete

Indien: Weit aus Berlin angereist, berichtete PME Dr. Ulla Heilemann hernach über die zahnmedizinischen Probleme im multiethnischen Indien.

Internes: DWLF-Sekretärin, Franka Selz referierte abschließend über das Anmeldeverfahren für DWLF-Einsätze und stellte das erweiterte Sammel-Depot für zahnmedizinisches Gerät in Nürnberg vor.

Fortbildung: Wenn aus ganz Deutschland Zahnmediziner zu einer Tagung zusammenkommen, dann sollte der Reiseaufwand auch mit zusätzlichem Nutzen verbunden sein, nämlich mit Fortbildung:

Fachvortrag: Prof. Dr. Dr. Martin Gosau, Chefarzt im Klinikum Nürnberg, sorgte am Samstag für Fortbildungspunkte zum Thema „Dentoalveoläre Chirurgie“.

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Erster-Hilfe-Kurs: David Davis unterrichtete über erforderliche Sofortmaßnahmen bei Medikamentenunverträglichkeit.

Erste-Hilfe-Kurs: Weitere Fortbildungspunkte gab es für ca. 30 Teilnehmer am Sonntagvormittag: David Davis, Rettungsassistent der Johanniter, hielt einen Erste-Hilfe-Kurs zum Thema „Notfälle auf Grund von Medikamentenunverträglichkeit (Anaphylaktischer Schock)“.

So ging die Jahrestagung 2015 erfolgreich über die Bühne. Der Präsident und sein Team der Geschäftsstelle zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf.

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