von Natalie Brüske (nbrueske@hotmail.de)

Team:

  • Dr. Werner Gebhard
  • Nathalie Brüske
  • Anica Kranig
  • Anja Eckl

Zwei Wochen zahnärztliche Tätigkeit in Namibia mit vielen Eindrücken

P1010354Dr. Gebhard landete am Sonntag Morgen in Windhoeck und wir trafen uns dort. Zwei Fremde auf dem Weg ins 459 km entfernte Grootfontein, ein weites, zum Teil ödes Land. Aber es gab viel zu erzählen und so wurde diese Fahrt sehr kurzweilig.

Dank Irmgard und Max bezogen wir unsere komfortable Wohnung in Grootfontein und wurden von Max im Krankenhaus vorgestellt.

Unsere Helferinnen sollten erst einen Tag später ankommen, so mussten wir uns am Montag ohne Assistenz in unserem Behandlungsraum zurechtfinden. Als wir Montag Morgen das Krankenhaus aufsuchten, warteten schon viele Patienten auf uns. Wir arbeiten gemeinsam die Patienten ab, in der Regel zeigten die Patienten- kaum auf dem Stuhl sitzend – eine schwarze Ruine im Mund, damit war die Inspektion und Diagnosestellung recht einfach. Spritze rein und Zahn raus!

Das war schon ein schöner Start für den Anfang! Am Abend holten wir unsere Mädels ab und so konnten wir am Dienstag voll durchstarten. Mittags hatten wir Lunch in einem gemütlichen Lokal, abends suchte Werner manchmal einen Biergarten auf, in dem er von den Kellnerinnen afrikaans lernte. Damit konnte er am nächsten Tag ordentlich bei den Patienten punkten.

Immer wieder kam vom Krankenhauspersonal die Frage nach PZR. Wir haben uns beschlossen, das nicht mit anzubieten. Und immer wieder kommt das Abwegen von Therapien.

Eine Woche arbeiteten wir in dem Krankenhaus in Grootfontein. In der darauffolgenden Woche ging es in der nächsten Woche ins Outreach, wir waren sehr gespannt, was uns erwartet.

Unser Fahrer Waler (er wurde uns vom Krankenhaus zur Verfügung gestellt) war ein absolutes Unikum und von unendlicher Fröhlichkeit, selbst 300km buschwärts kannte er Leute. Unsere erste Station war Mangetti-Dune (TBC-Klinik), leider war die Schweizer Ärztin nicht da. Aber wir waren angekündigt und bauten unsere Kisten auf. Den Abschluss dieses Behandlungstages bildeten eine Gruppe 10-jähriger Kinder, die uns viel Spaß gemacht hat. Am Abend auf nach Tsumke in unsere Lodge, diese Nacht verbrachten wir im Zelt auf dem angrenzenden Campingplatz, da die Lodge komplett ausgebucht war.

Am nächsten Morgen starteten wir tatkräftig im Krankenhaus Tsumke, leider hatten wir hier kaum Patienten. Die DWLF- Gruppen vor uns haben volle Arbeit geleistet.

Mittwoch fuhren wir ins Kalahari New Hope, eine rumänische Familie hat dort ein Kinderdorf errichtet. Sie bieten den Kinder warme Mahlzeiten und einen Schulbesuch. Wir wurden, obwohl wir nicht angekündigt waren, herzlichst empfangen. Hier machten wir Reihenuntersuchungen auf einer Bank. Da wir dank unserer Helferinnen tolle Geschenke für die Kinder hatten, kamen die Kinder mit wackelnden Milchzähnen zum Extrahieren, jedes behandelte Kind erhielt dann einen Spielzeuglastwagen oder eine Stoffpuppe. Mit einer großen Abschiedszeremonie fuhren wir von dannen. Dann weiter zum Hospital in Omatako dort erwartete uns eine strenge Oberschwester in einem absolut neuem Krankenhaus, aber ohne Telefon.

Die Schweizer Ärztin hatte die Buschtrommel gerührt und wir hatten gut zu tun. Bei der Hitze und der Arbeit hatten wir immer größeren Durst, aber in diesem Ort gab es nur ein Bottleshop, dort wurde Alkohol in grossen Mengen verkauft…sonst nichts! Fanta wurde erst nächsten Monat wieder geliefert. Also fuhren wir durstig wieder Richtung Grootfontein. Waren ja nur noch 300 km…Kurz vor Grootfontein, es waren jetzt nur noch 40 km, ein komisches Fahrverhalten: ein Reifen vom Trailer war geplatzt. Dank unseres Fahrers und Werner dauerte der Reifenwechsel nur wenige Minuten. Endlich kamen wir zurück nach Grootfontein. Und machten erstmal einen Stop beim SPAR-Markt… schön, dass uns ein Stück Heimat in Namibia begleitete.

Am nächsten Morgen waren wir wieder im Krankenhaus in Grootfontein und arbeiteten noch einige Patienten ab. Den Abschluss bildet ein wunderschöner Abend am Lagerfeuer bei Irmgard und Max. Dann war unser Abreisetag gekommen…

Viele Eindrücke, spannendes Zusammenleben von vier wildfremden Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen, Erfahrungen und Erwartungen. Und ein unglaublich schönes Land mit vielen verschiedenen Kulturen, die wir sehr intensiv kennengelernt haben.

Berichtet von Nathalie Brüske

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