von Karla Roeding (E-Mail: kroeding@gmx.de)

Zum zweiten Mal in Trishuli

213auf_der_trekkingtour-klein.jpgNachdem ich im Oktober 2007 in Trishuli und im Oktober 2008 im SKM und in Amppipal war, bin ich im März 2010 noch einmal nach Trishuli gereist.

Diesmal wurde ich von meinem Mann und den drei Famulantinnen Heike, Maren und Nathalie, welche an der Uni Würzburg Zahnmedizin studieren, begleitet. Mein Mann ist dieses Mal mitgekommen, weil man so ein Erlebnis gar nicht vermitteln bekommen kann.

Wegen der großen Zahl an Famulantinnen gab es vorher ein paar Bedenken, aber ich denke keiner von uns hat das bereut und wir hatten alle eine wunderbare gemeinsame Zeit …

201spenden-klein.jpg… Unsere Reise und erste Übernachtungen wurde in bewährter Weise vom Reisebüro „Yak und Yeti” ‘(Andreas Khanal)’ organisiert. Das sichert Trekkinggepäck (30 kg pro Person), Abholung vom Flughafen und einen günstigen Hotelpreis. Man sollte den Flug ca. ein halbes Jahr im Voraus buchen. Danach bemühte ich mich um Spenden von Dentalfirmen, welche so reichlich eintrafen, dass wir einiges noch den Famulantinnen mitgeben mussten. Zusammen haben wir ca. 60 kg Spenden transportiert.

Die Weiterreise nach Trishuli hatten wir dieses Mal sehr komfortabel      mit  einem Auto 203zweibettzimmer-klein-hell.jpg(natürlich mit Fahrer) vom Hotel „Vajra” für 60 EUR organisiert. Die Spendenkoffer wurden gleich in der Dental Clinic abgegeben. Danach waren wir gespannt auf das neue Quartier, denn beim letzten Mal hatte ich noch im Royal Guesthouse gewohnt. In Ramesh Shrestas Haus erwarteten uns ein Dreibettzimmer mit Duschbad, ein Doppelzimmer und ein Essenraum. Alles ist sehr praktisch eingerichtet und wenn nicht gerade Stromausfall ist, kann man sich auch gut Tee   oder Kaffee kochen. 

204daal_bhaat-klein-hell.jpgMorgens gibt es Omelett mit Toast und Milchtee. Dass wir zum Frühstück nicht so gern Nudelsuppe essen, haben wir uns dann doch getraut zu sagen. Abends gibt es immer Daal Bhaat, aber jedes Mal mit unterschiedlichen Gemüsearten, ganz lecker.

Nachdem wir unsere „Schätze” in der Dental Clinic ausgepackt hatten, konnten wir auch mit der Behandlung beginnen. Es waren ununterbrochen Patienten da. Wer gerade nicht behandelt hat, hat sortiert (nach Verfallsdatum), aufgeräumt, gewischt, gezählt, erklärt, gezeigt…

205bohrer_sortieren-klein.jpgAls erstes konnte ich viele Verbesserungen gegenüber 2007 registrieren. Arun, der little doctor, der 2007 noch gar keine Wurzelbehandlung gemacht hatte, führte diese jetzt sogar bei Molaren durch. Die neue Einheit (mit funktionierendem Speibecken und Arzthocker) war ebenso neu für mich, wie das Röntgengerät. Der Steri, den ich 2007 von ZOG mitgebracht hatte, ist in den Praxisalltag integriert. Vieles, was helfende deutsche Zahnärzte in der Zwischenzeit angeregt haben, ist zur Gewohnheit geworden. Doch was konnten wir bewegen?

207-klein-hell.jpg1. Obwohl man in Trishuli lernen muss, Verbrauchsmaterialien von den Einnahmen zu kaufen, sind die Spenden ein für die Dental  Clinic ein       notwendiger Beitrag

2. In Vorbereitung meines Einsatzes hatte ich die Erstausstattung von Desinfektionsmitteln ausgewählt, Angebote in Kathmandu eingeholt und bestellt. Bis jetzt hatte man nur mitgebrachte Proben benutzt.

208kassenbuch-klein-mittel.jpg3. Wir haben noch mal die Notwendigkeit der Desinfektion vor dem Reinigen und der Sterilisation erklärt

4. Wir haben ein Kassenbuch mitgenommen und gezeigt, wie man es führt, damit ein Überblick über die Einnahmen da ist und nachgewiesen werden kann, dass neben den Gehältern und laufenden Ausgaben auch Verbrauchsmaterialien bezahlt werden.

210_alles_bereit-klein-hell.jpg5. Wir haben fast alle Patienten, die in die Dental Clinic kamen, behandelt. Die Famulantinnen waren auf allen zahnmedizinischen Gebieten tätig und haben dabei sehr hohe Kompetenz, Offenheit, Verantwortungsbewusstsein und Geschick bewiesen.

6. In, wie immer von Ramesh Shresta bestens organisierten dental camps, zum Teil in abgelegener Gegend, haben wir  zahlreiche Patienten, die sonst keinen Zugang zu zahnmedizinischer Versorgung haben, unter schwierigsten Bedingungen für die Patienten kostenlos behandelt.

209empfang_im_camp-klein.jpg7. Ich habe einen Schrubber mitgenommen und Bagwati gezeigt, wie sie anstatt nur zu fegen, das Sprechzimmer nach der Sprechstunde feucht wischen soll.

Und es war wie immer! Wir haben viel, viel mehr bekommen, als wir geben konnten. Wir haben dort Freunde! Wir haben wunderbare neue Menschen kennen gelernt. Wir haben in herrlicher Landschaft und sauberer Luft abseits von Touristenpfaden gelebt und gearbeitet. Wir wurden zu den Nepali nach Hause eingeladen. Wir haben mindestens 20 Wörter ihrer Sprache gelernt. In

Trishuli gibt es die weltbesten „ vegetable Momos”, übrigens für 40 cent -10 Stück. Wir hatten jeden Tag Sonnenschein und über 30 Grad.

211_arbeit_auf_dem_reisfeld-klein.jpg 212-patientin-klein.jpg

Wir wurden im Dental Camp von der Dorfkapelle und von Schulkindern mit Willkommens-schildern und Blumenketten empfangen und in einer Art Prozession durch das Spalier von Dorfbewohnern bis zum „ Behandlungsraum” in der Schule geleitet und … wir hatten jede Menge Spaß miteinander.

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