von ZA Michael Drechsel

Erfahrungsbericht – Andhra Pradesh vom 10.-28 Februar 2012,
ein Erfahrungsbericht von ZA Michael Drechsel

Am 10.02.2012 ging sie los, meine 2. Reise nach Indien. Mit vielen Materialien, Kugelschreibern, Luftballons, Aufklebern und Spendengeldern in der Tasche konnte ja eigentlich nichts schief gehen.

Nach ca. 10 Stunden Non-Stop-Flug erreichte ich Chennai gegen 23.45 Uhr. Am nächsten Tag „las“ ich noch eine Zahnmedizinische Fachangestellte aus Rostock am Flughafen auf und dann ging’s mit dem Nachtzug nach Norden, nach Narakodur im Bundestaat Andhra Pradesh. Die Zugtickets und auch die Abholung vom Bahnhof hatte der CMS wieder sehr gut organisiert.

Gegen 3.00 Uhr lagen wir dann in unseren Betten im Kinderheim. Am nächsten Morgen wurden wir von allen Heimbewohnern auf’s herzlichste begrüßt u. nach dem obligatorischen Gottesdienst in der Chapel besichtigten wir die 2 Räume, die zur „Dental Clinic“ umfunktioniert worden waren.

Die DWLF hatte 2 mobile Dentaleinheiten, 3 klappbare Patientenstühle und viele andere nützliche Dinge geschickt.

Zusammen mit meinen mitgebrachten Sachen waren wir ganz gut ausgestattet und „einsatzfähig“. Am Montag begannen wir mit dem CheckUp der Heimbewohner. Nachmittags besuchte ich ein College für zahnärztliche Ausbildung. Ich war erstaunt, wie europäisch modern diese ist.

Selbst PA, KfO, Implantologie und Prothetik werden dort nach europäischen Standards gelehrt und vermittelt!

Am Dienstag fuhren wir ins ca. 100 km entfernte Heim nach Inumella und am Donnerstag dann so ca. 200 km nach Metapadu. Wir verbrachten im jeweiligen Heim je 1 Nacht und führten den CheckUp der Kinder durch.

So hatten wir in kürzester Zeit ca. 540 „Leute“ untersucht. Ich war eigentlich sehr froh, dass es in Andhra Pradesh nur diese 3 Heime gab. Ab Samstag konnten wir dann mit der eigentlichen Behandlung beginnen. Sie bestand hauptsächlich aus Füllungstherapie, Extraktion und jede Menge Zahnsteinentfernung!! Da die Organisation seitens des Heimleiters hier wesentlich besser war als im vorigen Jahr in Dharmapuri, konnten wir täglich von 9.00 -13.00 Uhr und von 14.00 bis ca. 19.00 Uhr arbeiten. Mit gelegentlichen Zwangs-Pausen, wegen des Stromausfalles.

Da das Heim aber über ein Notstromaggregat verfügt, war auch das nur ein kleines Problem. Am Montag und Dienstag behandelten wir die „Problem-Akut-Fälle“ aus den 2 anderen Heimen, jeweils ca. 20 Kinder nebst Staffs (Betreuer), die per Bus und Bahn, nach Narakodur gereist waren. Für die Kinder eine willkommene Abwechslung ihres (für unsere Verhältnisse) eigentl. so eintönigen Alltags! Bis zum Samstag –Vormittag konnten wir fast alle Heimbewohner von Narakodur sanieren.

Leider haben wir nicht „alles“ geschafft. Durch den „straffen“ Arbeitsalltag hatte ich den Eindruck, dass die Zeit hier besonders schnell vergeht. Plötzlich waren die 2 Wochen vorüber!

Das Lachen der Kinder (vor und nach der Behandlung), die Freundlichkeit und Herzlichkeit Aller haben uns hinlänglich für die ganzen Strapazen der Reise entschädigt. Ich bereue keinen Augenblick hier gewesen zu sein und bin froh, dass ich ein klein wenig zur Linderung der „Zahn-Not“ beitragen konnte. Solche Reiseeindrücke hat man nicht alle Tage, da man in Gefilde kommt, die sich abseits jeglichen Tourismus befinden. Ich kann nur jeden Kollegen/in dazu ermuntern das „Wagnis“ einmal einzugehen. Dieser Virus ist ansteckend  und läßt kaum wieder jemanden los. Ich bin mit Sicherheit nicht das letzte Mal in Indien gewesen!

M. Drechsel

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