von Dr. Wolfgang Credner, Berlin (E-Mail: drcredner@hotmail.com)
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Am 19.11.2007 war es endlich soweit. In Beruwala, China Fort, 60 km südwestlich von Colombo, wurde die erste von der DWLF unterstützte Zahnstation in der Sozialistischen Republik Sri Lanka zu Ehren Nurembergs – der Heimatstadt der Stiftung – eröffnet.

Im Frühjahr diesen Jahres wurde noch kräftig an der Aufstockung des Gebäudes der Naleem HajiarZahnstationfür eine neue Zahnarztpraxis gearbeitet.

 dwlf-_nrnberg_1-klein-klein.jpgAm Montag , den 19.11. 2007 konnte nunmehr die Einweihung in Anwesenheit u.a. von dem Landrat a.D., Herrn Karl Eyerkaufer und seiner Gemahlin Marion, dem Bürgermeister von Beruwala, der verantwortlichen Ärztin des Distrikts Kalutara, MRS Dr. Piyasili,des Distriktzahnarztes , der Mitarbeiter von Irsan Mohamed and his Group, Mr. Imran Ali und vielen weiterenEhrengästenaus Beruwala und in Anwesenheit des Stifters von DWL Foundation, dem Kieferorthopäden Dr. Claus Macher, der zukünftigen Geschäftsführerin der DWLF Tuul Sodnompil und meiner Person , dem Verfasser dieses Berichtes, gebührend  – zu Ehren Nürnbergs, der Stadt der Menschenrechte und zugleich dem Sitz der Stiftung -gefeiert werden.

erffnungsbandschneiden_-klein.jpgDie Schulkapelle hatte denmusikalischen Empfang wohl vorbereitet angeführt, die Gedenktafel wurde enthüllt und das obligatorische Band wurde von C. Macher durchschnitten. Die neue Station wurde begutachtet, der erste Pat., ein Schüler durfte ( musste) als erster Patient auf der nagelneuen Einheit mit großen Augen Platz nehmen, die erste Untersuchung wurde unter dem Beifall der Anwesenden vorgenommen.

Die anschließenden Reden der Verantwortlichen vor Ort und von Dr. Macher wurden alle wohlwollend aufgenommen, heißt es denn nun: eine verbesserte zahnärztliche Behandlung für alle Patienten kann nun hier an diesem Ort durchgeführt werden.

Durch die guten Ratschläge, effektiven Besprechungen und Verbindungen von Dr. Norbert Schürgers, dem Leiter des Amtes für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg und dem Kontakt mit  Herrn Karl Eyerkaufer und seiner Frau, konnte dieses Projekt in Sri Lanka verwirklicht werden. Herr Eyerkaufer, ein ehemaliger Landrat aus dem Main Kinzig Kreis, pflegt seit langem freundschaftliche Kontakte zu dem Ort Beruwaberu_halbklein_ausschnitt_vor_der_ds.jpgla, unterstützt durch Spenden vor Ort nicht erst seit der Tsunamikatastrophe Waisenhäuser, Schulen, Kindergärten , gemeinnützige Einrichtungen wie z.B. Müllabfuhr, Bau von Wartehäusern an Bushaltestellen u.v. mehr.

Seine Kontaktpersonen vor Ort , Mr. Irsan Mohamed and his Group,(Mr. Rihla, Mr. Iksan und andere ) die vor Ort alles in hervorragender Weise veranlassen undbetreuen, sind die Garanten dafür, dass auch diese Zahnstation viele Patienten unentgeltlich betreuen und behandeln kann.

Für uns war natürlich die Arbeit an diesem Projekt noch nicht abgeschlossen. In Sri Lanka ist es üblich, so sagte man uns jedenfalls: die beiden Einheiten stehen, ein Waschbecken war angebracht, das war’s.

beru_klein_wolfgang_behandlung_dscn9972.jpgIn anderen zahnärztlichen Einrichtungen konnten wir danndas mittlere Chaos begutachten: alles stand und lagauf offenen Regalen herum, keine Ablagemöglichkeiten, für die Sterilisation nur Wasserkocher 20 Minuten auf 100 Grad für die Hygiene, wenig Instrumente, wenig Materialien, das war’s, keine Arbeitsflächen für den helper.

Also: beim dental supplier ( Dentalausrüster ) in Colombo wurde die weitere Grundausstattung an Geräten , Instrumenten und Materialien besorgt.

Weiterhin eine genaue Planung für Unterbauschränke in Modulbauweise ( immer mit gleichen Breiten , Höhen und Tiefenangaben ) durchgeführt.Waschbecken für Behandler und Helferin und einen Bereich für den Autoclaven mit dem Tischler, mit dem Installateur das Abwasserproblem, mit demElektriker die Steckdosen und mit dem Fliesenleger den Fliesenspiegel besprochen, bis ins kleinste Detail die Schubladeninnenmaße, die Arbeitshöhe der Unterbauschränke, die Fußbodensockelhöhefestgelegt.

Die Schwierigkeit der Planung wurde dadurch erheblich erschwert, dass der uns vorher übermittelteMasterplan mit den Maßen und den baulichen Gegebenheiten vor Ort überhaupt nicht übereinstimmten und dass eine 2. Einheit in dem Raum installiert worden war, auf Anordnung der obersten Distriktleitung. Unsere vorher gemachten Planungen waren also Makulatur.

Da ich meinen Rückflug um eine Woche verschieben konnte, war es möglich, all diese Details zu klären, sodass ab Januar 2008 die Zahnstation ihren Betrieb in verbesserter Ausstattung aufnehmen kann und auch jeder Europäische Zahnarzt einen mittleren bis guten Arbeitsplatz vorfindet.

Alle Kollegen und Kolleginnen, die dieses interessante Land erkunden wollen, sind aufgerufen sich zu melden, sie sind gern gesehen und können die dort tätige Einheimische Zahnärztin, ab Januar soll noch ein Ganztagszahnarzt tätig werden, unterstützen bei den zahnärztlichen Behandlungen. Hier ist es möglich, dass auch Famulanten/innensie begleiten können, für Unterkunft ist gesorgt. Sollten Sie aber nicht ihren Bedürfnissen entsprechend untergebracht werden können, preiswerte Unterkünfte, private Gästehäuser können für sie vermittelt werden.

Verbinden sie also ihre zahnärztliche Unterstützung in einem Drittland mit dem Erkunden eines interessanten Landes. Zwei bis drei Wochen sollten für eine Behandelung in der Zahnstation eingeplant werden.Wenn sie noch reisen wollen, an der herrlichen, palmengesäumten Küste entlang oder in das grüne , landschaftlich wunderbare Hinterland, nach Kandy , Nuwara Eliya , mit Bahn oder Mietwagen ( Selbstfahren istnicht zu empfehlen!!!), sollten sie auch ausreichend Zeit einplanen, sie sind nicht in Europa. Es funktioniert alles, aber eben etwas anders.

Hinsichtlich einer Arbeitserlaubnis in Sri Lanka haben wir mit der Distriktärztin eine Vorgehensweise vereinbart, die mit der Bundeszahnärztekammer noch dahingehend besprochen wird, dass die Gemeinnützige Stiftung DWLF von der Bundeszahnärztekammer auf das Board der anerkannt zu unterstützenden Organisationen gesetzt wird.

Bitte linken sie sich bei www.bzaek.de ein und informieren sie sich.

Sollten sie Interesse an einer Mitarbeit, auch bei anderen Projekten, haben, bitte melden sie sich bei den zuständigen Projektmanagern.

 

Zurück nach Beruwala: 

beru_klein_hochzeit_aussenidscn9926.jpgAuch wir genossen während unseres Aufenthaltes die wunderbare Gastfreund-schaft und Betreuung durch Irsan Mohamed und seiner Gruppe, als Gäste auf einer moslemischen Hochzeitsfeier, durch Einladungen zum Lunch und Dinner, immer in privaten Häusern.

Für diese intensive Betreuung bedanken wir uns noch einmal ganz herzlich bei unseren Gastgebern.

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In Matale, ca. 30 km nördlich von Kandy, wurden wir vom Bürgermeister, Mr. Hilmy Mohamed herzlich im Bürgermeisteramt Willkommen geheißen. Die anschließende Besichtigung des Bezirkskrankenhauses und der dortigen Zahnstation ließ uns schon sehr beru_klein_matale_schwesterndscn0195.jpgins grübeln kommen. In der Sozialistischen Republik Sri Lanka ist das Gesundheitswesen kostenfrei, dementsprechend ineffizient, 300 US Dollar pro Patient zahlt der Staat per anno, eine Summe, die bei weitem nicht ausreicht. Die Gerätschaften sind in der Regel total veraltet oder unbrauchbar, in der Zahnstationwaren von drei Einheiten zwei eigentlich nur Schrott. Im zahnärztlichen OP- Bereich sah es etwas besser aus.

Hier ist geplant, dass DWL eine zahnärztliche Einheit mit Unterbauschränken für verbesserte Arbeitsmöglichkeiten finanziert und evtl. neue Grundinstrumente. Drei(!!! ) Sonden für die Behandlung von Patienten einen ganzen Tag lang, sind doch etwas sehr wenig!

Trotz aller Widrigkeiten, empfiehlt es sich, die DWLF in ihrer Arbeit zu unterstützen. Teilerfolge sinddurch das Engagement der Ansprechpartner vor Ort sichtbar und ermutigt uns, in Drittländern diese Arbeit auch weiterhin in zahnärztlich unterversorgten Gebietenfortzusetzten.

Berlin 2007-12-09

Dr. Wolfgang Credner

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