von Dr. Beckmann (E-Mail: peter@drs-beckmann.de)

Mein Einsatz in Nepal begann am 20. Jan.2012. Nach einer Flugreise über Doha holte mich ein Fahrer beim Flughafen Kathmandu ab und brachte mich durch überfüllte Straßen zum SKMH bei Sankhu. Nach einer sehr kalten Nacht, der Gasofen war defekt, lernte ich meine beiden Mitarbeiter Rukmini und Hari kennen, die mir nach und nach beibrachten, wie die Behandlungen ablaufen. Sie dolmetschten von nepalesisch ins Englische, stellten meist schon treffsichere Diagnosen und legten mir zu Recht, was ich benutzen sollte. Die Zusammenarbeit funktionierte gut, ich konnte meine langjährige Berufserfahrung einbringen, einige schwierige Extraktionen, Osteotomien und Resektionen durchführen.

Es war im Vergleich zu zwei Einsätzen in Paraguay, wo stets viele Patienten auf einmal da waren, eine geregelte Sprechstunde, die Patienten erschienen nacheinander, wie es das Wetter oder der Tagesablauf vorgab. Einige Male konnte ich kurz in den OP’s vorbeischauen, wurde aber meist gleich wieder ins Sprechzimmer gerufen.

Die Unterbringung war einfach, aber ausreichend. Nachts war es unter 0°, der Ölofen morgens war eine Wohltat. Mein Frühstück bereitete ich mir in der „Küche”, zum Lunch traf man sich mit anderen Mitarbeiter/inne/n und Ärztinnen bzw. Ärzten auf der Terrasse der kleinen „Canteen”, wo es einfache, sehr schmackhafte und preiswerte Gerichte gab.
Abends kochte ich meist für mich, das holländische Chirurgen-Ehepaar musste erst die drei Kinder versorgen. Wir aßen auch einige Male zusammen.

In meiner freien Zeit erkundete ich die Gegend. Mehrfach überquerte ich das Tal und stieg auf der anderen Seite hoch (Nordic-Walking) bis zu dem sehr alten Tempel. Oft wanderte ich durch Sankhu, beobachtete das einfache Leben der netten und zufriedenen Menschen, ich schien dort der einzige Ausländer zu sein. Nie verweigerte jemand eine Foto- oder Video-Aufnahme, wenn man fragte.

Ich hatte auch Gelegenheit, einige Stellen in Kathmandu zu besuchen, wenn auch nur kurz: um 18 Uhr wurde es dunkel, Zeit für den Heimweg im Taxi. Leider ist die Sicht auf die Berge im Winter nicht gut, es ist zu diesig und wolkig.

Die Ärzte im Hospital waren freundlich, ebenso die Angestellten von der Verwaltung, ich hatte vor allem mit Bisha und Mamata zu tun. Die Rückfahrt zu Flugplatz am 10. Feb. 2012 beeindruckte wieder durch den völlig verstopften Stadtkern von Kathmandu,
aber man hatte genügend Zeit eingeplant.

Der gesamte Einsatz und die Reise waren für mich, sicher auch für meine Patienten, ein
voller Erfolg. Ich habe vor, im Frühjahr 2013 wieder zu kommen und für die Organisation „dentists without limits” erneut zu arbeiten.

Dr. Peter Beckmann

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