von Oliver Schulze, Zahntechnikermeister, Berlin 
(E-Mail:  info [at] dentale-synergien.com)

Interessieren Sie Sich für einen Arbeitseinsatz in der Ferne? Vielleicht In Afrika?

Möchten Sie mal andere Gedanken denken, andere Eindrücke bekommen oder einfach nur Glück verschenken?

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In diesem Fall würde ich mich sehr freuen, Sie in den kommenden 2-3 Minuten in das ferne Afrika, genauer gesagt nach Namibia, entführen du dürfen.

Vorneweg ein paar Informationen für Sie:

DWLF arbeitet eng mit dem „Ministry of Health and Social Services“ zusammen. Da ich eher jemand bin, der auf Sicherheit bedacht ist, ist diese offene Art der Kommunikation mit den dortigen Behörden ein beruhigendes Gefühl. Die persönlichen Informationen die jeder Teilnehmer vor Beginn der Reise an die “Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen“ sendet, beinhalten neben einem polizeilichen Führungszeugnis auch eine beglaubigte, englische Übersetzung des Gesellen-, oder Meisterbriefes.

Für unseren Aufenthalt in Keetmanshoop, der Hauptstadt der Karas-Region (Namibia-Süd), waren neben der Hepatitis-Vorsorge keinerlei weitere Impfungen nötig.

Vor dem Abflug trafen Frau A. Kettner (DH) und ich auf Dr. Stefan Rohr, Zahnarzt und Leiter unserer Exkursion, am Flughafen in München. Von dort aus ging es über Johannisburg nach Windhoek, der Hauptstadt von Namibia. Da sowohl Deutschland als auch Namibia in derselben Zeitzone liegen, gibt es keinen Jetlag. Wir landeten am Sonnabendvormittag. Uns blieb daher noch Zeit die verhältnismäßige kleine Stadt zu Fuß zu belaufen.  

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IMG_3482Am Sonntag, zum Frühstück, kam Dr. Rainer Rathje zu uns. Unser Team war nun komplett. Nachdem wir uns ein Auto besorgt hatten, fuhren wir zu unserem Ziel in das ca. 500 km entfernte Keetmanshoop. Dort sollten wir in der  „Central Lodge“ für die nächsten 5 Tage unterkommen. Tolles Personal, saubere und gepflegte Unterkunft, leckeres Essen. Bei einem guten Wein besprachen wir am Abend den weiteren Ablauf.  

 

Montagfrüh, genau 7.00 Uhr. In Namibia ist es im September morgens ziemlich frisch. Nach einem guten Frühstück ging es los in die

Zahnstation im Keetmanshoop-Hospital:

Das Labor ist klein, aber komplett ausgestattet. Es gibt einen Drucktopf, einen Rüttler, zwei Handstücke, eine Poliereinheit und ausreichend Werkzeuge. Verbrauchsmaterialien sind rar. Ich möchte gerne darauf hinweisen das es nie genug  Zähne (A1) und Kaltpolymerisat gibt. Das MP-Gesetz erschwert der Industrie das Spenden von Prothesenzähnen.  

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Bei den anfallenden prothetischen Arbeiten handelt es sich um einfache Klammerprothesen (Kugelknopfanker bieten sich aufgrund ihrer Einfachheit an). Totale Prothesen kommen seltener vor. Dr. Ruta, Chief Dentist von Namibia, erklärte dass Zahnlücken, insbesondere im Frontzahnbereich, zu einer sozialen Ausgrenzung führen und die Suche nach einem Partner und Job erschweren.

IMG_8106Unsere Aufgabe ist es vor Ort, den dortigen Kolleginnen Rachel und Maria, das notwendige prothetische Wissen zu vermitteln und sie soweit handwerklich zu schulen, dass eine kontinuierliche Arbeit ohne fremde Hilfe möglich ist. Dadurch initiieren wir langfristig eine zahntechnische Grundversorgung und erhöhen gleichzeitig den Lebensstandard der armen Bevölkerungsschicht.

Die Menschen sind für unsere Arbeit sehr dankbar. Es ist schwer vorstellbar, dass jede noch so kleine Prothese einem kleinen Wunder gleicht. Das Team sieht wirklich jeden Tag aufs Neue, mit welch kleinen Mitteln Glück verteilt werden kann. Diese bleibende Erfahrung nimmt man später mit nach Deutschland. Ich möchte das gerne erneut erleben und habe mich daher entschlossen, meinem Urlaub im September 2016 unter der Flagge von DWLF, in Namibia zu verbringen.

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vorher

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nachher

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vorher

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nachher

Das Wochenende näherte sich. Am Freitagmittag beendeten wir unsere Arbeit. Wir wollten zum Fish-River-Canyon, dem zweitgrößtem Canyon der Welt. Die Fish-River-Lodge steht direkt am Rand dieser atemberaubenden Schönheit. Die Weite der Landschaft ist nicht zu erklären. Wer Ruhe sucht findet sie hier. Wir blieben eine Nacht.  

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Am frühen Nachmittag ging es weiter zur Lodge „Alte Kalköfen“. Anke und Rainer sollten von dort aus ihre Arbeit in Bethanien starten. Jede Lodge die wir besuchten, war auf ihre Weise großartig und kann getrost weiterempfohlen werden.

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Anke und Rainer blieben in der zweiten Woche dort, Stefan und ich fuhren zurück nach Keetmanshoop. die zweite Woche ähnelte der ersten. Viel Arbeit und glückliche Menschen.

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Am Ende unseres Aufenthaltes haben wir insgesamt 70 Prothesen fertiggestellt und eingegliedert.

Für den Fall das Sie weitere Fragen haben, würde ich mich sehr freuen, Ihnen die eine oder andere beantworten zu können. Per Mail oder Telefon.

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„Was verdiene ich daran?“ fragt der Kopf.
„Nichts“, sagt das Herz, „aber es macht glücklich!“

Herzliche Grüße
Oliver Schulze

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