von  Sarah Steube

Abenteuer Mongolei    28. Juli – 18. August 2009      

Die Reise in ein für mich unbekanntes Land begann am 28. Juli 2009. Nach insgesamt 11 Stunden Flug, einem Stopp in Peking und 6 Stunden Zeitverschiebung, kam ich um 10 Uhr morgens am Chinggis Khaaner Flughafen in der Hauptstadt Ulan Bator an.

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Am Flughafen holten mich zwei nette Damen ab, die mich in ein Hotel in Ulan Bator brachten und mir noch ein paar wertvolle Tipps geben konnten, um sich in der Mongolei zu Recht zu finden. Die Hinfahrt zum Hotel durch die Landschaft der Mongolei zeigte mir jetzt schon, auf was ich mich schönes freuen sollte. Am Abend holte mich ein Fahrer von der Organisation ab, sein Name ist Tseegii, er ging mit mir in ein „Mongolian Art Concert“….

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Von links nach rechts: Christian Knipfer, Sarah Steube, Nyamka und Isabella Piekos

„‘Tumen Ekh‘ is one oft the best national song and dance ensembles in Mongolia“ hieß es in der Programmbeschreibung. Für mich war es ein schönes Erlebnis und zugleich ein Einblick in die mongolische Tradition und Geschichte. Nach fast einer Stunde toller Musik, Tänzen und Kostümen folgte das nächste Highlight für mich, das erste Mal mongolisches Essen. Es war ein kleines mongolisches Restaurant, das sehr gemütlich eingerichtet war. Es gab Hühnchen mit Reis und Gemüse und es war sehr lecker.

Um neun Uhr morgens, am nächsten Tag, holte mich Tseegii dann vom Hotel ab und es ging Richtung Bahnhof. Dort lernte ich Chana kennen, eine Mongolin die seit 8 Jahren in Osnabrück studiert und gerade zum Heimatbesuch wieder in der Mongolei war. Sie sollte mich nun nach Batsumber begleiten und mir vor allem als Dolmetscherin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und ich kann nur sagen, vielen Dank dass ich Sie an meiner Seite hatte, sonst wäre mir der Start in Batsumber nicht so gut gelungen.

Den Weg von Ulan Bator nach Batsumber bestritten wir beide mit der Eisenbahn. Es war eine alte grüne Eisenbahn, die aber von innen sehr viel Charme hatte. Wir saßen zu zweit in einer Kabine und Chana erzählte mir viel über das Land und die Menschen.

 

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Als wir dann so gegen Mittag, nach zweistündiger Fahrt, in Batsumber angekommen waren, wurden wir von der Zahnärztin Nyamsuren (Nyamka) und dessen Mann vom Bahnhof abgeholt. Dieser brachte uns dann zu unserer Unterkunft. Vor Ort war ebenfalls das Ehepaar Lehmann (Zahnärzteehepaar), sie saßen bereits auf gepackten Koffern und konnten uns nur noch kurz in die wichtigsten Dinge einweisen. Die Unterkunft bestand aus einem kleinen Häuschen, direkt gegenüber vom Krankenhaus. Zwei Schlafzimmer mit jeweils zwei Betten, einer kleinen Küche und einem Bad – alles was man zum Leben braucht. 

Am Nachmittag haben wir uns dann das Hospital von innen angesehen, wobei dieses nicht nur für zahnärztliche Zwecke genutzt wird, sondern auch der Allgemeinmedizin dient. Ebenfalls ist eine Apotheke und ein kleines medizinisches Labor im Gebäude mit untergebracht. Allerdings werden hier keine Operationen o.ä. durchgeführt – Patienten die eine benötigen müssen extra in die Am dritten Tag, so gegen Mittag, trafen wir uns mit der Zahnärztin im Hospital, wo auf uns schon eine Menschenschlange wartete. Heute war mein erster Arbeitstag. Das Behandlungszimmer war mit einem Behandlungsstuhl und den wichtigsten Materialien ausgestattet, wobei diese zum größten Teil gespendet wurden. Die Behandlung als solches lief eigentlich sehr schnell und unkompliziert ab, wer zu erst da war, kam auch zu erst dran, es gibt hier keine Terminvergabe o.ä., dann wurde kurz geschildert was der Patient für Probleme hat und schließlich wurde probiert das Problem schnellstmöglich zu beheben. Natürlich unterschieden sich die Behandlungen in der Mongolei von denen in  Deutschland, allerdings ist das Ziel das gleiche: schmerzfreie und glückliche Patienten.

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Die Zahnärztin behandelt in diesem Hospital ganz alleine und man kann sich vorstellen, wie anstrengend es für eine einzelne Person sein muss, so viele Menschen in kürzester Zeit hintereinander zu behandeln.

Nyamka (mongolische Zahnärztin) und ich konnten trotz Verständigungsprobleme
gut miteinander arbeiten. Nyamka spricht nur Mongolisch und sehr schlecht Englisch.
Aufgrund der schlechten Englischkenntnisse der meisten Mongolen, auch im Hospital, wurde von der Hospitalleitung angeordnet, dass alle Mitarbeiter am Ende des
Jahres an einem Englischkurs teilnehmen müssen.

Am darauffolgenden Tag, es fand keine Behandlung statt, denn es war Wochenende,
gab es hier in Batsumber ein Dorffest. Dieses Fest nennt man „Naadam“ und ist ein Nationalfeiertag, der normalerweise vom 11.-13. Juli gefeiert wird – in Batsumber wurde etwas später gefeiert. Mit verschiedenen Ansprachen wurde das Naadamfest eröffnet, bei denen mir unter anderem vom Bürgermeister, für mein Kommen und Bemühen im Namen des Dorfes gedankt wurde. Es fanden verschiedene Veranstaltungen und Spiele
wie Ringkämpfe, Pferderennen oder Schach statt. Als kleine Stärkung für zwischendurch
gab es Stutenmilch und selbstgemachten Käse. Bedeutung von Naadam.

In der Mongolei heißt es: “Wenn der Staub der Rennpferde die Götterwelt erreicht herrscht in der Menschenwelt Friede, Glück und Wohlstand.“ Die „drei Spiele der Männer“ so die Übersetzung von Errin Gurvan Naadam, sind Pferderennen, Bogenschießen und Ringkämpfe. Es wurde früher immer dann Naadam gefeiert, wenn man aus besonderem Anlass in großer Anzahl zusammenkam.

Und das wird bis heute noch fortgeführt, wobei einige Sportarten hinzu- oder ausgetauscht wurden. Wenn Naadam in Ulan Bator stattfindet, befindet sich die Stadt im Ausnahmezustand und wer nicht live im Stadion mit dabei sein kann, verfolgt es im Fernsehen.

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Naadam in Batsumber

Die Ringkämpfer tragen traditionelle Kostüme und bevor sie in einen Kampf
treten, müssen sie vor der mongolischen Flagge einen Adler imitieren, denn der
ist ein Symbol für Kraft und die braucht man schließlich beim Ringkampf. Diese
Tradition musste auch der Gewinner eines jeden Kampfes wiederholen.

Ein weiteres Spiel das man oft finden kann ist „Shagai“ und wird mit Lammknöchelchen
gespielt. Dieses Knöchelchen besitzt vier Seiten, wobei jede Seite eine Bedeutung und eine andere Wertigkeit im Spiel hat: Kamel, Pferd, Ziege und Scharf. Man würfelt insgesamt vier dieser Knöchelchen gleichzeitig und der Spieler mit der besten Paarung gewinnt das Spiel.

Am späten Nachmittag brachte uns dann Nyamkas Mann in ein Jurten camp in einem nahe gelegenen Dorf. Dort wollten Chana und ich die nächste Nacht verbringen, doch bevor wir es uns in der Jurte gemütlich machen konnten, haben wir noch einen ca. 1,5 Stunden Ausflug mit den Pferden durch die Wälder unternommen. Es war wirklich sehr eindrucksvoll und hat sehr viel Spaß gemacht.

Am Abend haben wir in der Jurte den Ofen angemacht, sodass man wirklich die Nacht über nicht gefroren hat, trotz unter 10 °C Außentemperatur, was in der Mongolei trotz heißer Tage nicht ungewöhnlich ist.

Das übernachten in einer Jurte, in einer atemberaubender Natur, zählt wirklich für mich persönlich zu den schönsten und aufregendsten Erlebnissen bei dieser Reise.

Als wir am nächsten Morgen wieder in Batsumber angekommen waren, kamen Tuul, Baggi und Klaus Macher vorbei, die erst am Tag zuvor in der Mongolei angekommen waren. Nach einem lustigen Beisammensein und einem ca. 1,5 stündigen Stromausfall in der Nacht, ging dann auch somit für mich der 4. Tag in der Mongolei zu Ende.

Zahnärztliche Behandlungszeit war immer von Montag bis Freitag von 9-13 Uhr und von 14-18 Uhr. Und somit startete die neue Woche für mich wieder mit neuen Erlebnissen.

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Zwei große Besonderheiten fielen mir während der Behandlung auf:

1. Sowohl Erwachsene als auch Kinder ziehen ihre Schuhe aus, bevor sie sich auf den Behandlungsstuhl setzen, um ihn nicht schmutzig zu machen

2. Viele Kinder setzten sich auf den Behandlungsstuhl und machen ohne zu fragen den Mund auf und vor allem lassen sie ihn auch auf, egal ob man eine Spritze setzt oder bohrt o.ä. 

Die Behandlung wird teilweise immer wieder gestört von Leuten die vor der Tür ungeduldig auf ihre Behandlung warten und die Tür auf machen, um zu sehen wie weit die Behandlung des Vorgängers fortgeschritten ist. Trotzdem sind die Patienten immer sehr freundlich und vor allem auch sehr dankbar gewesen. Hauptsächlich werden bei den Patienten Füllungen, Wurzelkanalbehandlungen und Extraktionen durchgeführt. Wobei man insbesondere bei Wurzelkanalbehandlungen im Seitenzahnbereich zweimal überlegt, ob man sie macht, denn es stehen dort keine Röntgengeräte zur Verfügung um eine Wurzelkanalbehandlung guten Gewissens durchführen zu können – „dann Extrahiert man doch eher mal einen Backenzahn (Molar)“. Röntgengeräte stehen deshalb nicht zur Verfügung, da die Flüssigkeiten zur Entwicklung der Bilder besonders entsorgt werden und regelmäßig erneuert werden müssen, dafür fehlt das Geld und die Entsorgungsmöglichkeiten. Eine regelmäßige Wartung der Geräte würde es auch nicht geben!

 

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Für die prothetische Behandlung fehlt ebenfalls das Geld, aber vor allem auch die Räumlichkeiten und die komplette Ausstattung, wie u.a. ein Zahntechniker, Materialien (Gold, NEM…), Öfen etc. Allerdings ist dieser Teil der zahnmedizinischen Versorgung genauso wichtig wie der konservierende Teil und vor allem dringend notwendig. Viele ältere Menschen besitzen keine Zähne mehr und sind deshalb beim Essen häufig eingeschränkt. Was ebenfalls sehr erschreckend aber zu erwarten war, dass vor allem viele Kleinkinder und Jugendliche sehr schlechte Zähne haben. So sind die bleibenden Zähne oft kariös zerstört. Jugendliche besitzen häufig nur noch etwas mehr als die Hälfte ihrer Zähne, weil die anderen gezogen werden mussten!

Als ich mit Nyamka über dieses Problem gesprochen habe, hat sie mir erzählt, dass es bei den Menschen nicht an finanziellen Mitteln liegt (wie der Kauf einer Zahnbürste o.ä.), sondern oftmals an der Faulheit. Und was soll ich sagen, in Deutschland ist es oft genau dasselbe Problem. Wenigstens gibt es Hoffnung, vor allem für das prothetische Problem, denn es soll bis zum nächsten Jahr ein neues Hospital gebaut werden, indem angekündigt wurde, dass der zahnmedizinischen Abteilung mehr Räumlichkeiten zur Verfügung stehen und somit einem Dentallabor nichts mehr im Wege stehen dürfte. 

Noch zu erwähnen wäre, dass sich das Krankenhauspersonal sehr viel Mühe mit uns gegeben hat, jeden Tag haben wir einmal ein warmes Essen bekommen und einmal die Woche wurde unser Haus aufgeräumt.

Das Essen ist für Europäer bzw. insbesondere für mich etwas gewöhnungsbedürftig gewesen, denn die Mongolen essen morgens, mittags und abends Fleisch. Meistens wird Rindfleisch oder Hammelfleisch zubereitet. In den Einkaufsläden in Batsumber bekam man kein Gemüse oder Obst, was wirklich sehr schade war, denn so fehlte vor allem die Abwechslung. Der Import von Gemüse und Obst aus der Hauptstadt ist für die meist sehr kleinen Einkaufläden zu teuer und zu Aufwändig (Merke: Hauptfortbewegungsmittel, das Pferd!).

Am Samstag den 8. August fuhren Nyamka und ich um 5 Uhr morgens mit dem Zug nach Ulan Bator, es war leider am Wochenende der einzige Zug der einen in die Hauptstadt brachte, der andere fuhr erst gegen späten Nachmittag. Nyamka wollte ein paar Kleinigkeiten erledigen und ich wollte ein bisschen Sightseeing machen.

In Ulan Bator angekommen haben wir einen Studenten (Christian Knipfer) vom Hotel abgeholt, er verbringt die nächsten 4 Wochen in Batsumber, um uns zu helfen und sollte mit uns am Abend zurück fahren. Zu dritt machten wir uns erst mal auf die Suche nach Frühstück. Gefunden haben wir mitten in Ulan Bator eine kleine deutsche Bäckerei „Cafe Sanders“ mit wirklich vielen deutschen Spezialitäten wie z.B. Marmorkuchen, Berliner, belegten Brötchen, Leberkäse usw. .

Nach dem guten heimischen Essen, haben wir uns dann in die Innenstadt aufgemacht. Zuerst sind wir in ein Einkaufszentrum „Department Store“ gegangen. Der erste Eindruck als man das Kaufhaus betrat war: „ ups, das sieht ja hier aus wie bei Kaufhof“. Über mehrere Etagen verteilen sich Haushaltsgeräte, Klamotten, Kosmetik und Spielsachen. Nach einer kleinen Shoppingtour machten wir uns dann auf zum Parlament, ein großes Gebäude mitten in Ulan Bator.

Vor dem Gebäude befindet sich ein Reiterdenkmal mit einer kleinen Inschrift am Sockel „Wenn wir, ein ganzes Volk, in gemeinsamer Anstrengung und gemeinsamem Willen, zusammenkommen, so gibt es nichts auf der Welt, was wir nicht erreichen und lernen können.“ Nicht weit von diesem Denkmal, erblickt man das gigantische Denkmal von Dschingis Khan, das erst 2006 eingeweiht wurde.

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Danach haben wir uns auf den Weg in eine der größten Kaschmir Fabriken gemacht. Hersteller des berühmtesten und vor allem teuersten Kaschmir in der Mongolei heißt Gobi.  Gobi heißt auch die Wüste im Süden der Mongolei . Tolle Farben, tolle Schnitte aber teure Preise. Für einen Schal muss man mit Preisen von bis zu 80$ rechnen. Nach einer kleinen Stärkung am Mittag liefen wir ein bisschen in Ulan Bator herum, bevor wir uns dann um halb fünf mit Klaus und Tuul am Bahnhof getroffen haben. Sie gaben uns ein paar gespendete klinische Geräte für die Zahnstation mit. Abends so gegen halb neun kamen wir dann wieder in Batsumber an und somit ging der 11. Tag für mich in der Mongolei zu Ende.

Am nächsten Tag versuchte ich mich am Nachmittag mal daran, meine Wäsche zu waschen, per Hand. Anfangs war ich auch hochmotiviert, allerdings schon nach dem zweiten T-Shirt verließ mich die Motivation und nach zwei Stunden harter Arbeit wedelten nun meine fünf T-Shirts und meine drei Hosen im mongolischen Wind.

Am Dienstag den 11. August kam eine weitere Zahnärztin zu uns nach Batsumber, Isabella Piekos, die uns kurz vor ihrer Abreise noch einmal besuchen wollte. Sie verbrachte die letzten drei Wochen in einer anderen Zahnstation der Mongolei, in Sükhbaatar Amiga. Wir tauschten uns gegenseitig über Erfahrungen und Erlebnisse aus. Am darauffolgenden Tag, sind wir mittags zusammen mit Nyamka und deren Mann reiten gegangen. Was mir bei der Hinfahrt zu den Pferden aufgefallen ist, ist das viele Jurten eigene Solaranlagen besitzen, um sich dort draußen, weit weg von der Zivilisation, eigenen Strom zu produzieren. Am Abend, wieder zurück in Batsumber angekommen, gab es einen kleinen zahnmedizinischen Notfalleinsatz. Ein Mann mit ziemlich starken Zahnschmerzen klopfte nachts um 23 Uhr bei uns an der Haustür und „bettelte“, ob wir in behandeln könnten. Nyamka war telefonisch nicht zu erreichen, also standen wir zu dritt in Jogginghosen im Hospital und zogen dem Mann noch einen Zahn. Er war uns sehr dankbar. Nach dieser letzten guten Tat für diesen Tag, konnten wir alle sehr gut schlafen.

Mit dem 14. August war mein Einsatz, schneller wie gedacht, in Batsumber nach knapp drei Wochen beendet. Die Zeit dort hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich konnte vor allem viele praktische Erfahrungen sammeln. Was ich aber vor allem Nyamka zu verdanken habe, denn sie hat mir viel gezeigt und eine Menge Geduld gehabt. Vielen Dank!

Am Nachmittag sind wir dann zu dritt nach Ulan Bator gefahren, Isabella und ich schon mit gepackten Koffern, denn sowohl für mich als auch für sie ging die Mongolei-Reise schon in wenigen Tagen zu Ende. Am selben Abend trafen wir uns noch mit Klaus und Tuul zum Essen. In einem mongolischen Barbecue konnte man sich sein ausgewähltes Essen frisch vom Koch zubereiten lassen, es war sehr lecker und vor allem seit langen mal wieder etwas Abwechslung beim Essen.

Der nächste Tag sollte ein sehr aufregender werden. Am frühen Morgen, fuhren wir zu einer neuen Zahnstation direkt in Ulan Bator, die erst vor wenigen Tagen fertiggestellt und von „Zahnärzte ohne Grenzen“ gesponsored wurde. An diesem Tag sollte nun die Eröffnung gefeiert werden. Die Zahnstation war sehr modern eingerichtet und wirklich rundum gelungen. Isabella übernimmt für diese Station die Projektleitung und war somit an diesem Tag auch eine sehr wichtige Person. Zur Eröffnung erschienen unter anderem der Gouverneur von Ulan Bator und das mongolische Fernsehen. Nach einer schönen Eröffnung, vielen Danksagungen und ein bisschen Sekt, ging diese sehr interessante Erfahrung dann auch zu Ende.

Diese Zahnstation wurde in einem Stadtteil von Ulan Bator gebaut, in dem über 8000 Menschen ohne zahnärztliche Versorgung lebten, d.h. hier war unsere Hilfe dringend notwendig. 

Um 16 Uhr am Nachmittag kam ein weiterer Höhepunkt meiner Reise; der Bericht der Eröffnung kam im mongolischen Fernsehen und wir waren mit dabei. Am Sonntagmorgen besuchte ich dann zuerst das Bogd-Khan-Museum. Es besteht aus einem einstöckigen Holzhaus und sieben Tempeln:

  1. Maharani –Tempel
  2. Rasa – Tempel
  3. Nadia – Tempel
  4. Neogen – Tempel
  5. Judika – Zum – Tempel
  6. Winterpalast
  7. Bibliothek

In diesen Tempeln befinden sich Staturen, Filzapplikationen, religiöse Bilder, ausgestopfte Tiere und alte Musikinstrumente. Am Nachmittag besuchte ich dann das wohl berühmteste und wichtigste Kloster der Mongolei, der Komplex Gandan. Im Jahre 1838 gegründet, 1938 zerstört und im Jahre 1944 wiedereröffnet, gehört dieses Kloster bis heute zu den intellektuellsten der Mongolei. Das Kloster wird von Jurten umgeben, wobei zu dem Gandan-Komplex viele Tempel gehören. Am meisten beeindruckt hat mich der Majid Janraiseg Süm – Tempel, er beherbergt wohl die Hauptattraktion von ganz Gandan, eine ca. 30 m große Statur von Mejid Janraiseg, des „Gottes“, der in alle Richtungen schaut. Diese ist aber nur eine Nachbildung, denn die echte Statur verschwand im Jahre 1937. Die Statur selber besteht aus vergoldeter Bronze und besitzt im Inneren eine Jurte, womit man die Wiederbelebung des Buddhismus betonen wollte. Wenn man diesen Tempel betritt ist man erst einmal sprachlos von der ganzen Atmosphäre und der riesigen Statur. Vor dem Mejid Janraiseg befindet sich ein Altar mit kleinen Staturen, Bildern und Kerzen. Die Statur und den Tempel umgeben ca. 100 Gebetsmühlen. Möchte man sich etwas wünschen, so besagt der Glaube, je fester man eine Gebetsmühle zum rotieren bringt, desto mehr Glück wiederfährt einem. Die Gebetsmühlen bringt man alle nach der Reihe zum rotieren und betet zu „Gott“ und schickt ihm seine Gebete und Wünsche. Weitere Rituale findet man überall, z.B. bindet man farbige Tücher an die Tempel, Baumstämme, Zäune etc., überall dort wo gebetet wird und/oder sich Gedenkstätten befinden.

Am letzten Tag in der Mongolei habe ich mich mit Amart getroffen, den wir vor zwei Tagen kennengelernt haben. Er ist gebürtiger Mongole und hat sechs Jahre in den USA gelebt. Wir fuhren gegen Nachmittag auf den sogenannten „schwarzen Markt“, ein Markt wo man alles bekommt „was das Herz begehrt“. Vor allem wird hier chinesische Ware verkauft.

Als Resümee meiner Reise kann ich jedem die Mongolei als Reiseland empfehlen, der Lust darauf hat keinen Luxusurlaub zu machen, sondern sich hier vor allem das „wahre Leben“ anzuschauen. Sowohl die Landschaft als auch die Menschen mit ihrer Kultur waren für mich wirklich atemberaubend und ich freue mich wirklich sehr darüber, dass ich diese Reise machen durfte. Als Dankeschön für meine Arbeit, habe ich eine Urkunde vom Bürgermeister von Batsumber erhalten. Desweiteren bot mir die Organisation die Möglichkeit an, als Projektmanagerin für die Zahnstation in Karakorum zu fungieren, die ich dankend angenommen habe und mich auf die Zusammenarbeit sehr freue.

Mit dem 14. August war mein Einsatz, schneller wie gedacht, in Batsumber nach knapp drei Wochen beendet. Die Zeit dort hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich konnte vor allem viele praktische Erfahrungen sammeln. Was ich aber vor allem Nyamka zu verdanken habe, denn sie hat mir viel gezeigt und eine Menge Geduld gehabt. Vielen Dank!

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