Bis Anfang des Jahres 2014 war der Name “Abie Nathan” der DWLF-Geschäftsstelle völlig unbekannt. Am 07.01.2014 wurde um 22:45 in der ARD ein hervorragender Dokumentarfilm über sein Lebenswerk gezeigt.

Durch Zufall sah Dr. Claus Macher diesen Film und erkannte spontan, dass Abie Nathans Philosophie sehr gut zu der von der Stiftung “Zahnärzte ohne Grenzen” passt. Zumal er als israelischer Bürger jüdischen Glaubens gemeinsam mit dem tunesischen Bürger Khémais Chammari muslimischen Glaubens 1997 den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis bekommen hat. Beide hatten dieselben Ziele – unabhängig voneinander. Das zeigt, dass aufrichtige Hilfe und Frieden nicht durch Religionen und Regierungen, sondern nur durch Individuen und mit dem Gefühl für Menschlichkeit und Toleranz erreicht werden kann. 

In dem Film “The Voice of Peace” von Eric Friedler, der am 19.03.2014 mit dem Adolf Grimme-Preis ausgezeichnet wurde, sagt der israelische Ministerpräsident Schimon Peres

“Eine Regierung will doch immer nur ihre Ruhe, so ist das nun mal. Abie allerdings zeigte: Frieden muss durch Menschen und nicht durch Regierungen erreicht werden. Durch Individuen und nicht durch Mehrheiten.”

Seinen Worten können wir voll zustimmen. DWLF-Helfer sind ein Teil dieser Individuen.

Jeder, der den Abie-Nathan-Weg beschreitet, wenn er die DWLF-Geschäftsstelle besucht, ist sich dessen bewusst.

Am Samstag, den 8. Februar 2014 wurde der Privatweg, welcher zur DWLF-Geschäftsstelle in der Waechterstrasse 28, in Nürnberg, führt, zum “Abie-Nathan-Weg”.

Die Einweihung fand in einer kleinen geselligen Runde beim besten Winterwetter statt. Jede Menge Geflügelbratwürste, Knackfrösche und John Lennons “Give Peace a chance” begleiteten das kleine, aber feine Fest zu Ehren des außergewöhnlichen Friedenskämpfers, Abe J. Nathan, der 1997 für sein Lebenswerk den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis erhalten hatte und 2008 in Tel Aviv verstarb.

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Durch die Benennung des Privatweges nach seinem Namen soll er nicht in Vergessenheit geraten. Dr. Claus Macher und Frau Ulrike Hochstein begrüßten die Gäste, u.A. auch mit einem Grußwort im Namen der Leiterin des Menschenrechtsbüros der Stadt Nürnberg, Frau Martina Mittenhuber:

Grußwort zur Einweihung des Abe J. Nathan-Weges am 8. Februar 2014

“Es gibt viele Formen, sich für den Schutz der Menschenrechte, für Frieden und Völkerverständigung zu engagieren: Während die einen auf stille Diplomatie setzen, arbeiten die anderen bewusst mit öffentlichem Druck und spektakulären Aktionen. Der Israeli Abe J. Nathan gehörte zweifellos zu letzteren. Seine Bemühungen, die Verständigung zwischen Israelis und Arabern voranzutreiben, sein Einsatz für die Armen, Verfolgten und Benachteiligten erregten stets Aufsehen.

Der ehemalige Jagdflieger flog unter Missachtung zahlreicher Gesetze im Februar 1966 in seiner Privatmaschine „Shalom One“ nach Ägypten, in der Hoffnung, in Kairo mit Präsident Nasser über den Frieden reden zu können. Er war nämlich davon überzeugt, dass nur der direkte persönliche Dialog Konflikte lösen könne. Er organisierte Friedensmärsche und besuchte Flüchtlingslager, um dort Hilfsgüter zu verteilen.

Nicht selten brachte er mit seinen Aufsehen erregenden Aktionen die staatlichen Autoritäten gegen sich auf und riskierte mit seinem im doppelten Sinne des Wortes grenzenlosen Idealismus Freiheit und Gesundheit.

Um seinem Traum von einer menschlicheren Welt eine Chance zu geben, war Abe Nathan Zeit seines Lebens überall dort zu finden, wo das Elend auf dieser Erde kaum zu fassen war. Er opferte sein privates Hab und Gut, erschloss unermüdlich neue Geldquellen, charterte Flugzeuge und Lastwagen, um Nahrung, Medikamente und Kleidung in Notstandsgebiete zu transportieren, ob in Biafra, in Managua, in Guatemala oder in Armenien.

1997 erhielt er für dieses herausragende Engagement den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis gemeinsam mit Khémaїs Chammari aus Tunesien.

Noch heute denken viele Menschen mit Verehrung an den 2008 verstorbenen Preisträger. Dass diese Verehrung nun in der Benennung eines Privatweges weiteren Ausdruck findet, freut uns sehr und ist der Stadt Nürnberg Auftrag, auch eine offizielle Form der Erinnerung auf den Weg zu bringen.”

Nürnberg, den 8. Februar 2014
Martina Mittenhuber
Leiterin des Menschenrechtsbüros der Stadt Nürnberg


In Bezug auf eine offizielle Form der Erinnerung an Abie Nathan hat der 1. Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Dr. Ulrich Maly, positiv reagiert:

Invalid download ID. Antwortschreiben Dr. Ulrich Maly, OB der Stadt Nürnberg

Internationaler Nürnberger Menschenrechtspreis 1997 Abie Nathan

Aktualisiert am 24.03.2014

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