von Dr. Claus Macher (info@dwlf.org) und
Dr. Jump (E-Mail: dr.benitez-jump@wirtschaftsmuseum.de) 

Das Hilfsprojekt der DWLF in Marokko

Marokko 3Am Montag, den 18. Februar um 10 Uhr traf in der Stadt Marrakech eine kleine Gruppe der DWLF den „Directeur Regional de la Santé“ im „Ministère de la Santé, Region Marrakech, Tensif, El Haouz“. Bei diesem Treffen waren auch weitere vier Ärzte, die als Beauftragte (Délégués) im Gesundheitswesen der o.g. Region tätig sind, anwesend.

Zwei Tage davor war ich am 16. Februar zusammen mit Frau Tuul Sodnompil-Macher, Geschäftsführerin der DWLF von Nürnberg über Frankfurt nach Marrakech in Marokko geflogen. Dort wartete auf uns das Mitglied unserer Stiftung Dr.phil. Dipl.sc.pol.Univ. Hernán J. Benítez Jump M.A., Ethnologe und Politikwissenschaftler vom Beruf, profunder Kenner des Landes Marokko, in welchem er seit den achtziger Jahren wissenschaftliche Forschungen betreibt. Auf seinem Vorschlag hin wurde Marokko in die Projektliste der DWLF aufgenommen.

Das Treffen war gut vorbereitet: Dies fing damit an, dass Dr. Benítez Jump im Mai 2011 in meinem Namen einen Antrag auf Erteilung einer „Arbeitsgenehmigung“ für unsere Stiftung im Gesundheitsministerium in Rabat, der Hauptstadt Marokkos, stellte. Diesem wurde im November des gleichen Jahres nach einem weiteren Besuch des Ministeriums seitens des o.g. Wissenschaftlers stattgegeben. Als Betätigungsfeld wurde eine Region in Betracht gezogen, die Dr. Benitez Jump aufgrund seiner Forschungen sehr gut kennt.

Diese gehört zur Region „Marrakech, Tensif, El Haouz“, dessen „Directeur Regional“ wir nun am 18. Februar auch trafen. Doch bis dahin mussten noch verschiedene wichtige Vorbereitungen getroffen werden, wie z.B. die Anpassung unseres „Memorandum of Understanding“ (MoU) auf die marokkanischen Gegebenheiten. Daraus wurde ein „Protocole d’Accord“, das die Zusammenarbeit zwischen der Marokkanischen Regierung und der Stiftung DWLF regelt. Dieses „Protocole d’Accord“ dient auch als Basis für die marokkanischen Partner und insbesondere für den Regionaldirektor, der sich zu einem Vorbereitungsgespräch mit Dr. Benítez Jump bereits am Freitag, den 15. Februar getroffen hatte. Bei dieser Gelegenheit konnten dann im Voraus Sachverhalte geklärt und, was am wichtigsten war, der Einsatzort der DWLF genau definiert werden, nämlich Amizmiz, eine kleine Stadt am Fuße des Hohen Atlas gelegen.

Unsere Zusammenkunft am 18. Februar dauerte drei Stunden und war von einer herzlichen Atmosphäre geprägt. Dabei hatten wir auch die Gelegenheit offene Fragen zu klären, die sehr wichtig für die richtige Abwicklung des Projektes sind; dabei bewährte sich die jahrelange Erfahrung der Geschäftsführerin unserer Stiftung Frau Sodnompil-Macher. Mit ihren genauen Fragestellungen konnten Details besprochen werden, die in der alltäglichen Praxis der Arbeitseinsätze und damit für den Erfolg des gesamten Projekts eine wesentliche Rolle spielen.

Am nächsten Tag, Dienstag 19. Februar, wurden wir dann zusammen mit dem für uns verantwortlichen Délégué in dessen Wagen nach Amizmiz gefahren. Diese kleine Stadt liegt etwa 50 km südöstlich von Marrakech entfernt am Fuße des mächtigen Hohen Atlas. Dort wurden wir zur Besichtigung in eine Erste-Hilfe-Einrichtung mit Entbindungsstation gebracht. Nachdem wir mit den dort arbeitenden Ärzten bekannt gemacht wurden, zeigte uns der Délégué im ersten Stockwerk des Gebäudes auch die Räumlichkeiten, in denen die Einsatzgruppen aus Deutschland wohnen werden. Bei diesen handelt es sich um großzügige, helle Zimmer mit Duschen und „europäischen“ WCs.

Anschließend fuhren wir zum für uns vorgesehenen Gebäude, das etwa 2 km von der Erste-Hilfe-Einrichtung liegt. Das aus einem Geschoss bestehende bereits als „Gesundheitshaus für die Jugend“ konzipierte Gebäude ist wie für uns zugeschnitten. Dieses liegt in einem etwa 300 qm großen Gelände und verfügt über etwa 130 qm große Praxisräumlichkeiten, die aus einem Empfangsbereich mit Theke, einem Wartezimmer, zwei großen Sprechstundenzimmern sowie einem als Depot benutzbarem Raum bestehen. Das Gebäude ist seit etwa drei Jahren nicht mehr benutzt worden; es wird jedoch für uns instandgesetzt und renoviert.

In den nächsten Wochen, so sind wir mit den marokkanischen Beamten verblieben, werden die abgesprochenen Ergänzungen bzw. Änderungen sowohl von der marokkanischen Seite als auch von uns im „Protocole d’Accord“ eingearbeitet. Anschließend wird das Protokoll in Marrakech vom „Directeur Regional du Ministère de la Sante“ und von mir für die DWLF in Marrakech unterschrieben. Damit ist der Weg frei für die Verwirklichung unseres Projektes in Marokko.

Dr. Hernán J. Benítez Jump, der auch Projekt Manager für Marokko in Europa ist, danke ich für die interkulturelle kommunikative Vorbereitung des Projektes, für die Verhandlungen in der französischen Sprache und vor allem für den Beitrag nicht nur seines ethnologischen Wissens, sondern auch seiner im Laufe der Jahre in Marokko gewonnenen Erfahrungen.

Wir fühlen uns sehr gut vorbereitet für das Hilf-Projekt in Marokko, das voraussichtlich in September dieses Jahres anfangen wird!

Dr. Claus Macher
Präsident DWLF

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