Unmittelbar nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine haben uns DWLF-Mitstreiter gefragt: „Was können wir von DWLF tun? Gibt es Möglichkeiten der aktiven Hilfe? So, wie in den anderen DWLF-Einsatzgebieten?“

Tatsächlich, es sieht so aus, als könnten wir sehr bald aktiv etwas tun. Gerade so, wie in den anderen Einsatzländern.

Aktuell befinden wir uns in Verhandlungen mit dem Gesundheitsministerium der Republik Moldau (ugs. Moldawien). Ziel ist die offizielle Zulassung unserer zahnmedizinischen Unterstützung. Bei der Suche nach den richtigen Ansprechpartnern hat uns eine private Initiative aus Nordrhein-Westfalen sehr weit gebracht. Diese unterstützt seit vielen Jahren die Diözese Chișinău bei sozialen Aufgabenstellungen. Und über das Büro des katholischen Bischofs erhielten wir direkten Kontakt zu den Entscheidern im Ministerium für Gesundheit.

Die Republik Moldau, mit ihrer Hauptstadt Chișinău, wird umschlossen von der Ukraine und grenzt im Westen an das EU- und Nato-Mitglied Rumänien. Moldawien ist ein kleines und sehr armes Land, dessen wirtschaftliche Entwicklung zudem durch den Konflikt um die östlich gelegene Provinz Transnistrien wesentlich behindert wird. Auch die dortigen Abtrünnigen sind ähnlich dem Donbass von Russland militärisch unterstützt.

Dieses politische Risiko haben wir abgewogen. Es bedarf weiterhin genauer, laufender Beobachtung. Gleichwohl sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass aktive Hilfestellung durch Präsenz vor Ort, eingebunden in zahnärztliche Einsatzteams, vertretbar ist.

Nicht zuletzt, weil mit der Präsidentschaft von Maia Sandu ein seit 2020 politisch westwärts orientiertes Land von 2,6 Millionen Einwohnern, das eine hohe Anzahl von gut 300.000 ukrainischen Flüchtlingen aufgenommen hat, einfach unterstützt werden muss!

Genau deshalb rufen wir zur Teilnahme an zahnärztlichen Hilfseinsätzen in Chișinău auf!

Geplant sind erste Einsätze im Juli. Ideal wären Teams, bestehend aus je zwei Zahnärztinnen/Zahnärzten und Helfern/Helferinnen. Gearbeitet wird zwei Wochen in Einrichtungen, die das Gesundheitsministerium zur Verfügung stellt mit neu angeschafften, kompletten mobilen Behandlungseinheiten. Die Reisekosten werden wie gewohnt bezuschusst.

Es sind noch viele organisatorische Aspekte zu klären, nicht zuletzt Unterkunft und Verpflegung. Die Lösungsansätze müssen wir parallel zueinander angehen. Deshalb erfolgt dieser Einsatzaufruf zu einem noch recht frühen Zeitpunkt schon heute. Denn alles Planen und Organisieren ginge ohne Ihre Bereitschaft, ukrainische Flüchtlinge in Moldawien zahnärztlich behandeln zu wollen, ins Leere.

Überlegen Sie sich bitte, ob die Teilnahme an einem Hilfseinsatz in Moldawien im Juli oder später für Sie in Frage kommen würde.

Ihre positive Resonanz an unser Nürnberger Büro würde uns sehr freuen.

Über die weitere Entwicklung des Projekts halten wir Sie über die DWLF-Homepage informiert.

Herzliche Grüße

Dr. med. Sybille Keller
Präsidentin

Print Friendly, PDF & Email