von Sylvia Gabel (E-Mail: sylvia.gabel(at)aol.de) 

Namibia-ich komme wieder!

Das hatte ich voriges Jahr gesagt, als ich wieder in Frankfurt gelandet bin. Und so wurde ich dieses Jahr zur Wiederholungstäterin.

Im November rief mich mein mitreisender Zahnarzt Lubomir Stoyanov an und wollte mich unbedingt kennen lernen. Also nicht erst lange nach Terminen gesucht, sondern wir haben uns direkt zwei Wochenenden später in Nürnberg getroffen und schon mal alles besprochen, was uns wichtig erschien für Namibia. Wer kann was besorgen und wie viel brauchen wir davon.

Leider hatten wir von den zwei anderen Kolleginnen, die mit uns fahren wollten in der Gruppe keine Adressen um ein Gruppentreffen zu arrangieren.
Im Februar stellte sich dann heraus, die zwei Kolleginnen konnten nicht mit uns fahren und nun stellte sich die große Frage, wer fährt mit uns?

Nicht lange überlegt, ich habe dann Dr. Rainer Schwedt angerufen und ihn darum gebeten doch mit uns zu fahren. Und siehe da, er erfüllte mir meinen Wunsch. Nach einigen konstruktiven Telefonkonferenzen war alles geklärt und am 05.April 2014 trafen wir uns zu unserem gemeinsamen Flug nach Namibia.

Dr. Schwedt hatte uns schon vorher mitgeteilt, dass wir die Pioniergruppe in Lüderitz sind und wir freuten uns sehr, diese Aufgabe erfüllen zu dürfen. Nach unserem langen Flug landeten wir morgens in Windhoek und fuhren sofort mit einem Taxi in die Pension Christoph wo unser Einsatzwagen stand und Amanda uns mit einem guten Frühstück verwöhnte.

Wir haben dann sofort den Einsatzwagen gepackt und sind 8 Stunden nach Keetmanshop gefahren, haben dort in einer Pension unsere Zimmer in Empfang genommen und am nächsten Tag hat uns Dr. Chigowa freundlich erwartet. Wir haben dann einen Teil des Equipments in unseren Jeep geräumt und die restlichen Geräte und Materialien wurden in einen anderen Jeep von der Klinik nach Lüderitz gefahren.

Nach nochmaligen 6 Stunden Autofahrt kamen wir in Lüderitz an. Dr. Chigowa hatte eine gute Unterkunft für uns arrangiert, wir haben schnell unsere Zimmer bezogen und sind dann sofort in das Hospital gefahren. Dort begrüßte uns Sister Magdalena und es wurde sofort ein Behandlungszimmer für uns frei geräumt und wir konnten in Ruhe “unser” Behandlungszimmer aufbauen und einrichten. Leider waren die Einheiten teilweise kaputt und wir mussten erst einmal ein wenig reparieren. Aber Rainer Schwedt waren die Einheiten vertraut und auch unser “junger” Doc konnte gut reparieren.

Meine erste Aufgabe war das durchspülen der Absauganlagen und das erneuern der Siebe. Mit funktionierenden Einheiten konnten wir dann am nächsten Tag unsere “Sprechstunde” beginnen, die auch sehr rege in Anspruch genommen wurde. Wir hatten viele Kinder, die einbestellt worden waren zur Füllungstherapie, aber auch Extraktionen waren angesagt. Selbstverständlich bekamen “unsere” Helden alle nach der Behandlung einen Luftballon und ein paar selbst gestrickte Socken, denn in Namibia beginnt der Winter im Mai und die Kinder haben keine Socken.

Wir behandelten in den 14 Tagen sehr viele Kinder, aber dennoch konnten wir nicht alle behandeln, weil bei der Einsatzplanung nicht bedacht worden ist, dass die Ferien dort angefangen hatten und viele Kinder auch nach Hause gefahren waren.

Alles in einem war es eine erlebnisreiche gute Zeit, die ich in einem super guten Team erleben durfte. Ich hatte zwei Doc’s mit, die einfach traumhaft zusammen gearbeitet haben.

Ich habe mich sehr wohl in dieser Zeit gefühlt und könnte schon wieder sagen: Namibia- wir kommen wieder. Mein Wunsch wäre – mit dem gleichen Team.

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