von Dr. Dieter Lehmann

Versuch einer Beschreibung des zahnärztlichen DWLF-Projekts
in Grootfontein, Namibia, von Dr. Dieter Lehmann,
DWLF-„Pionierteam“ – Namibia, im Juni 2012

Weitere Teilnehmer:

  • Sarina Birkenmaier und der
  • Teamleiter Dr. Rainer Schwedt)

Unser 3-er Team war vom 8.6. bis 27.6. als erstes DWLF-Team in Namibia, um die DWLF Zahnstation im District Hospital in Grootfontein  zu installieren, zu organisieren  und “zum Laufen” zu bringen, was uns in sehr guter Teamarbeit erfolgreich gelang.

Das Memorandum of Understanding, das im Vorfeld mit Vertretern des Ministery of Health in Namibia durch Dr. Claus Macher und Dr. Marcus Schifferdecker, PME für Namibia, vereinbart wurde, sieht bisher den Einsatz beschränkt auf den District Ojiwarengo vor , in dem das District Hospital Grootfontein liegt und auch auf ein Siedlungsgebiet, der mit ältesten Stammesgruppe in Namibia, der “San” .

Weiterhin wurde in dem M.o.U. vereinbart, dass das M.o.H. während der aktiven Einsatzzeit des DWLF Helferteams für “Kost, Logis” und den nötigen Transport aufkommt. Dies zur Hintergrundinformation.

Christian John, ein Mitarbeiter des „leitenden Zahnarztes“ Dr.Ruta im M.o.H., war unser erster Ansprechpartner in Sachen Organisation (per mobile phone, aber auch bei seinen kurzen Besuchen während unserer Arbeit) und er plant auch die outreach Einsätze der Teams. Unsere Vorstellungen unseres zahnärztlichen Tuns (Handelns) wichen schon des Öfteren von seinen ab, so dass ab und an „Grundsatzdiskussionen“ mit ihm geführt werden mussten.

Da das M.o.H., wie schon erwähnt, die Kosten für Unterbringung, Verpflegung und Transport der DWLF-Helfer übernimmt (während ihrer Einsatzperiode) ist es verständlich, dass von Seiten des M.o.H. ein möglichst effektiver Einsatz der DWLF Teams gefordert wird. Das bedeutet, mindestens 3-4 Helfer, d.h. mind. 2 erfahrene , (vor allem chirurgische Fertigkeiten), dabei max.1 Helferin, keine Famulanten).

Auch sollte die aktive Einsatzzeit 2 Wochen nicht unterschreiten, d.h. 3 Wochen Aufenthalt in Namibia, davon 2 Wochen zahnärztliche Arbeit, ca. 1 Woche „sightseeing“ erscheinen ausgewogen zu sein ( nach „oben“ offen!).

Auch wird vom M.o.H. gefordert, dass die Gruppe zusammen am Flughafen ankommt (oder dort versammelt ist), denn hier erfolgt normalerweise die Abholung der Gruppe durch den Fahrer vom M.o.H., der sie dann nach Grootefontein bringt.

Wenn der Fall unterschiedlicher Ankunftstage eintreten sollte, muss der/die Teilnehmer selbst für den „Zwischenaufenthalt“ bis zur vereinbarten Abholung sorgen. (z.B. Guesthouse Rosahoff, Bed&Breakfast, 20 Schweitzer&Van Rhyn St. , Windhoek West, e-mail: rosahoff@iway.na Tel.:+264 61227379 Fax: +264 61227379. Es ist sauber, liegt relativ zentral und ist relativ günstig).

Praktisch sah dies  für uns nun so aus, dass wir von dem Beauftragten des M.o.H., , Mr.Tommi, am Flughafen in Windhook pünktlich! nach unserer Ankunft dort abgeholt wurden und mit einem Kleinbus nach Grootfontein gebracht wurden (ca. 450 Km , Fahrzeit ca. 5 1/2 Stunden, auf Teerstraßen). Da die Fahrt durch Windhook geht (international airport “Hosea Kutako” liegt ca.45 km östlich, außerhalb von Windhook) ist die  Möglichkeit des Geldumtausches nicht nur am Flughafen direkt (längere Wartezeiten), sondern auch in Windhook gegeben. Der Fahrer, Mr.Tommi, war bei uns so flexibel, auch an einem supermarket (für Wasserflaschen und Proviant, auch sparkling water war vorhanden,  für die lange Fahrt!) und bei einer Bank für den Geldumtausch zu halten (1 EUR ca. 10 Nam.$). Nach meiner Erfahrung reicht es  EUR mit zunehmen,  die von mir mitgenommenen US $ habe ich nicht gebraucht. Eine  VISA-Card ist sehr bequem, mit ihr ist vieles zahlbar (im großen Supermarkt, Lodges, größere Gästehäuser, Restaurants, auch Geschäfte in Windhook, ect.)

Außerhalb Grootfonteins (ca.50km entfernt) bewirtschaftet die Familie Max und Irmgard Beyer, eine  große Rinderfarm ( ca.11.000 ha!) incl. komfortablem Gästehaus mit Pool (www.dornhuegel.com). Sie betreuen auch ehrenamtlich das DWLF-Namibia-Projekt in Grootfontein mit. So vermieten sie an das M.o.H. ein Haus, das sie direkt in Grootfontein besitzen, während der Zeit , in der die DWLF-Teams zahnärztlich arbeiten.

Dieses Haus dürfen die DWLF-Teams während ihrer Arbeitsperiode bewohnen. Das Haus hat eine große Wohnküche (Kühlschrank, Waschmaschine, Herd, Wasserkocher, Kaffeemaschine, Mikrowelle, sogar Bügeleisen + Bügelbrett) und ist mit  allen normalen Haushaltsgegenständen ausgestattet (Haartrockner mitbringen!). Es gibt ein Zimmer ( mit 2 getrennten Betten , separater Dusche, Waschbecken, WC), ein weiteres Zimmer mit zwei Betten (ohne Sanitärausstattung) und eine weitere Möglichkeit eines Schlafplatzes ist in der großzügigen Wohnküche gegeben, eine Art Liege/Bett , in dem ich selbst sehr gut geschlafen habe (Bettzeug und Handtücher sind vorhanden).  Umlaufend , im rückwärtigen Bereich des Hauses , ist eine Terrasse und man kann sowohl durch eine Tür von der Wohnküche, als auch durch eine Tür von dem “sanitärlosen” Zimmer auf die Terrasse gelangen. Von der Terrasse aus führen ein paar Stufen tiefer zu einem kleinen Anbau, der 2 getrennte Toilettenräume hat, einer mit Toilette, Waschbecken, Dusche und ein daneben liegender, aber getrennter Sanitärraum mit Toilette, Waschbecken und Pissoir.

Wir haben diese Wohnmöglichkeit als äußerst komfortabel empfunden und waren dem Ehepaar Beyer  sehr dankbar, dass sie den DWLF-Helfer-Teams solch angenehme Wohnumstände ermöglichen.

Max Beyer hat für die DWLF-Teams einen PC-Arbeitsplatz eingerichtet mit Internetverbindung (flat rate) über eine FRITZ-BOX,  so dass auch mitgebrachte Laptops  an das WLAN “angedockt” werden können. Auf dem Rechner (Windows XP) ist das Programm  “Skype” installiert, so dass mit einem mitzubringenden !   head- set , Gespräche in die weite Welt geführt werden können. Es versteht  sich von selbst, dass die Teams für diesen, für Afrika seltenen ” Internet-Luxus”, einen Obolus an Max Beyer für die Kosten dieser Kommunikation zahlen (bitte Max  Beyer fragen).

Irmgard Beyer hat liebevoll einen Info-Ordner ( im Haus vorhanden) erstellt, in dem die wichtigsten praktische Dinge über Grootfontein aufgeführt sind.

Der Kühlschrank wird von Irmgard auf Kosten des M.o.H. gut gefüllt, so dass man Frühstück und Abendessen in der Küche selbst bereiten kann. Es versteht sich wohl von selbst, dass besondere persönlich gewünschte Lebensmittel auf eigenen Kosten gekauft werden sollten/müssen. Die vorhandenen Bier und Weinvorräte werden entsprechend dem Verbrauch (Strichliste) auch persönlich extra bezahlt.

Außerdem hat Max Beyer in 1-2 Lokalen in der Nähe des Hospitals einen kleinen Mittagstisch organisiert (Tagesteller+1Getränk), das ebenso vom M.o.H. während der Arbeitsperiode der Teams bezahlt wird (quasi „anschreiben lassen”). Es versteht sich hier wiederum von selbst, dass diese “unbürokratische Regelung” nicht durch eventuell  ” teure Sonderwünsche” überstrapaziert wird.

Der Ort (oder die Stadt) Grootfontein ist mit seinen Geschäftsstraßen überschaubar, vom Haus der Beyers auch gut zu Fuß erreichbar. Es gibt mehrere Supermärkte (z.B. Spar), Banken (Geldwechsel), Tankstelle, PC-Geschäft, usw. , eigentlich alles was man so braucht, denke ich. Auch eine MTC Niederlassung, bei der man eine SIM Card für die Namibische Telekommunikation kaufen kann ( das ist empfehlenswert). Eine Aufladung für die Prepaid-Karte (empfehlenswert sind 500N$ = 5 EUR) per Gutschein ist fast überall erhältlich, z.B. an größeren Tankstellen (eventuell 2. mobile phone, dafür aus Deutschland mitbringen)(Tipp: Aufladung MTC: *132* PIN-Nr. # , Guthabenabfrage: *131#)

Das Ehepaar Beyer hilft bei Fragen gerne mit Rat und Tat. (Tipp für Jogging-Freaks, man kann direkt vom Haus aus loslaufen, aber es ist natürlich eine erhöhe Staubbelastung vorhanden!)

Der Sa/So ist normalerweise im H. arbeitsfrei. Da das Ehepaar B. , wie schon erwähnt, auf der Farm auch ein komfortables Gästehaus (sehr gute Küche) führt (ca.50 km entfernt), liegt es nahe , eventuell dort das Wochenende zu verbringen. Wir jedenfalls taten dies mit großem Vergnügen. Nähere Info bei:  www.dornhuegel.com    Natürlich muss dieser private Aufenthalt, bei Inanspruchnahme, den Beyers extra bezahlt werden. ( ca. Preise siehe auf ihrer Homepage, VISA-Card wird gerne akzeptiert) .

So, das war nun das  wichtigste  “Private” Ihres Aufenthaltes in Grootfontein.

Vom Haus der Beyers geht man in ca. 15 min zum Hospital. Es ist das einzige staatliche H. hier, ein District Hospital (mit 3 operating theaters). Dort in der Zahnstation ist ungefähr von 8-12 , danach lunch break und von 14-17 Uhr Arbeitszeit.

Wir machten die Erfahrung, dass vor allem am späteren Vormittag der Ansturm der Patienten erfolgt (Anreisewege), aber man kann ja die Morgenstunden für die Vorbereitung etc. nutzen und auch für die eventuelle Behandlung im H.(ospital) stationär liegender Patienten , bzw. auch des dort im H. tätigen Personals (es gibt viel zu tun).

Für die Instrumentenaufbereitung stehen 2 mitgebrachte Desinfektionswannen zu Verfügung, ein Edelstahl-Doppelwaschbecken mit Ablage ist im BHZ (Behandlungszimmer).

Das H. hat für die Reinigung und Vordesinfektion der Instrumente BACTEREX-C als Pulver zur Verfügung (chlorine- based powder desinfectant-cleaner). Den Inhalt eines Päckchens  B.-C (30g) habe ich in einem im BHZ vorhandenem 10ltr.Kanister , entsprechend der Vorschrift, in Wasser aufgelöst und hatte somit davon einen Vorrat für mehrere Tage.( B.- C contains organic chlorine and detergent compounds, 1 sachet in 10litres water gives 3,4% availabla chlorine)

Die erste Instrumentenwanne habe ich damit befüllt (ca. 3ltr.) und die gebrauchten Instrumente zuerst darin eingelegt. Danach Reinigung (Bürste, Lappen, Schwamm vorhanden), anschließend in die 2. Wanne einlegen, in die mitgebrachte Instrumentendesinfektionslösung (BIP forte von ALPRO Medical, 2% für 30min.). Diverse Messbecher für die exakte Verdünnung der Desinfektionskonzentrate sind vorhanden. Wenn die Wanne voll ist, “Deckel drauf” (nix mehr rein oder raus) , Kurzzeitwecker darauf stellen (den Kurzzeit-Küchenwecker für das Einhalten der Einwirkungszeit habe ich mitgebracht), Einwirkungszeit einstellen. (bei BIP forte bei 2% Lösung, 30min, bei 4%  15 min).

Nicht invasive Instrumente, wie Spiegel, Pinzetten etc.  wurden von uns “nur” gewissenhaft komplett wirksam desinfiziert. Invasive Instrumente, Zangen etc., wurden nach entsprechender Vorbehandlung in die vorhandenen metallenen Steri-Instrumenten-Trommeln gelegt, mit einem Steri-Band beklebt (dentist + date) und danach an die Zentral-Sterilisation des H. gebracht. Es wird meist “rund um die Uhr” in den großen Autoklaven i. H.  sterilisiert, aber bitte trotzdem nachfragen, z.B. gegen Abend, lunch break etc. jedoch nicht mehr. Unsere Hauptansprechpartnerin  in Sachen H./Zahnstation war die Oberschwester Sarah, “matron Sarah” (Bild2), und auch für „einfache Anliegen“, nurse Maria. Bitte die Instrumententrommeln nach jedem Gebrauch innen säubern (Rückstände), die Zangenschlösser regelmäßig auch schmieren (Ballistol =Waffenöl,  ist gut geeignet, bitte mitbringen) und darauf achten, dass die Belüftung/Entlüftung unten und an der Seite der Trommel geöffnet ist. Im Hospital steht noch 2% stabilisiertes Glutaraldeyd in Flaschen zur Desinfektion zur Verfügung (unverdünnt anzuwenden, vor allem für die Flächendesinfektion geeignet, aber auch für Instrumente).  Da ich selbst keine Erfahrung mit dem Mittel habe, verwendeten wir lieber unsere, vertrauten, mitgebrachten Konzentrate. (BIP forte, DesNet plus, Maxi Wipes Tücher, Sprühdesinfektion,  alles von ALPRO Medical).

Es empfiehlt sich noch weitere  grüne/blaue OP-Tücher mitzubringen, diese können dann mit sterilisiert werden, eine Kornzange und ein dafür vorgesehen Metallständer sind vorhanden. Die sterilen Tücher können  auf den vorhandenen Tisch gelegt werden und darauf die sterilen Zangen übersichtlich ausgebreitet werden. (Vorschlag).

Für die Verständigung genügt Englisch, im Fall,  dass ein Patient kein Englisch spricht (nur eine Eingeborenen Sprache), können im H. die nurses meist übersetzen.

Die im H. vorhandene Röntgen-Anlage ist nicht für Zahn-/Kieferaufnahmen geeignet. (für uns kein Röntgen möglich). Das bedeutet im Einzelfall eine genaue Risiko Abwägung, ob ein schmerzhafter verlagerter unterer 8er, chirurgisch entfernt werden soll/kann (fragliche Wurzel-nervus mandibularis-Beziehung) oder es man besser mit Incision, Drainage und AB, als Kompromiss-Behandlung  belässt , um im “worst case” nicht noch einen größeren Schaden zu verursachen.

Da bisher im H. keinerlei zahnärztliche Behandlung möglich war (im Ort gibt es einen privaten Zahnarzt) ist der Behandlungsdruck für die DWLF-Teams groß, so haben wir das jedenfalls erfahren. Die Anforderung, durch die Anzahl der Patienten und auch durch die, sich oft sehr schwierig gestaltenden Zahnentfernungen (besonders untere Weisheitszähne oder Reste früherer missglückter Zahnentfernungsversuche) für das DWLF-Team ist hoch.

Da wir quasi das “Pionier-Team” waren, haben wir zunächst mit einer tragbaren BHE in einem, für uns ausgeräumten ärztlichen Untersuchungszimmer im H. gearbeitet  und konnten erst nach 5 Tagen (Sa./So ist im H. eigentlich arbeitsfrei) nach Sichten, Auspacken und der kompletten Installation der festen BHE “so richtig” in dem vorgesehenen BH-Raum arbeiten. Die H.-Leitung hatte auch deshalb das Eintreffen der deutschen nicht groß bekannt gemacht, aber trotzdem hat es sich innerhalb des Ortes herumgesprochen, so dass wir wirklich genug Patienten zu behandeln hatten, manche mussten auch auf den nächsten Tag vertröstet werden.

Pro  Arbeitstag wurden etwa 40 Zähne entfernt,  davon einmal 16 wisdom teeth!. Den auch vielfach  geäußerten Wunsch mancher Patienten, nach „cleaning and polishing“,  mussten wir auf Grund der angespannten Behandlungssituation (Schmerzfälle) aus Zeitgründen ablehnen. Unsere Kollegin legte aber auch diverse dringend notwendige Füllungen.

Wie schon erwähnt ist , nach unserer Meinung, profunde zahnärztliche chirurgische Erfahrung absolut nötig, Uns fiel noch besonders auf, dass der Kieferknochen der chirurgisch behandelten Patienten hier sehr hart ist!

Ich denke man kann wohl mit mind. 40 Patienten pro Tag rechnen, wenn das Hospital bekannt gemacht hat, dass im H. sind,  wohl auch mehr. Habe aber noch keine längeren Erfahrungen damit, wie gesagt, wir waren das erste Team.

Es gibt auch kein zahnärztliches Hilfspersonal. Es scheint mir gut, wenn neben einer eventuell mitreisenden Helferin, auch ein Kollege/in den “Springer” macht, d.h., Voruntersuchungen macht, Injektionen vorbereitet, Instrumente zureicht, ect. Dies kann man auch abwechselnd tun. Aber es sollte im Vorfeld schon innerhalb der geplanten Teambesetzung geklärt werden, in wie weit die einzelnen Teammitglieder sich nicht dafür zu “schade” sind. Es ist hier gängige Praxis bei Patienten die nötige Lokalanästhesie zu setzen und sie danach zu bitten,  wieder im Wartebereich zu warten, das spart Zeit.

Ausgestattet bzw. organisiert ist der BHR mit der festen BHE SINOL, mit Turbine, Druckluftmotor für Hand- u. Winkelstücke und eingebautem ZEG, Absaugung  und sogar mit intraoraler Kamera (Spielerei!) , Motor-Patienten–Stuhl, OP-Leuchte.  Zusätzlich habe ich noch, wegen des Patientenandrangs und weil die Raumgröße dies zulässt, einen zweiten Behandlungsplatz mit einer portable unit und dem klappbaren Patientenstuhl eingerichtet, durch einen fahrbaren Paravent als Sichtschutz getrennt, damit  an 2 Stühlen gleichzeitig behandelt werden kann. 

Es gibt für die portable unit ein separates ZEG (Woodpecker). Ebenso ist eine separate , wirkungsvolle chirurgische Absaugung (fahrbares Säulen-Gerät) mit dünnem und dicken Absaugschlauch vorhanden, die, da fahrbar, für die zwei Behandlungsplätze verwendet werden kann. Ein normales Halogen-Lichthärtegerät (Netzbetrieb) und ein neues Akku-LED curing light, mit Ladegerät , vor allem für die outreach-Einsätze gedacht, sind vorhanden.

WK- Behandlungen dürften selten sein, wenn überhaupt, durch die dortigen Gegebenheiten sinnvoll u. verantwortbar . Ich denke nur höchstens bei Frontzähnen bis  Prämolaren, bei erkrankter, aber noch reaktionsfähiger Pulpa und wenn eine komplette, abgeschlossene Wurzelkanalbehandlung incl. Füllung  in einer Sitzung möglich und erfolgreich ist, sonst sollte man davon absehen (Empfehlung).

Grundinstrumentarium für WK-Behandlung ist komplett vorhanden, incl. Interimsstand, Messlehre (VDM), etc.

Wenn Sie aus Ihren Fundus gängige abgelegte Instrumente mitbringen können (Chrom-Absplitterungen spielen in Afrika keine Rolle, nur bitte keine rostigen Instrumente) bringen Sie diese mit, insbesondere auch Extraktionszangen, Hebel. Die chinesischen Modelle sind teilweise sehr grob und “etwas gewöhnungsbedürftig”, mancher ZA/ mag/kann sie nicht verwenden. Bringen Sie auch entsprechende eigene “Lieblingsinstrumente” zu Ihrer Arbeitserleichterung mit , die sie z.B. mit farbigen Silikon-Ringen kennzeichnen und wieder mit nach Hause zurücknehmen, so z.B. “Lieblingshebel, Wurzelzangen” etc. Auch eine eigene Ersatzturbine (4Loch-Midwest Anschluss) , roter Schnellläufer, und vor allem auch 2-Grün-Ring Winkelstück (16:1) erscheinen, auch als Reserve,  sinnvoll. Der Luft betriebene Motor braucht für ein ausreichendes Durchzugsvermögen eine höhere Drehzahl als elektrische Mikromotoren, damit wird  dann bei den normalen blauen Winkelstücken (1:1) die Drehzahl z.B. für den Rosenbohrer bei der Karies Entfernung, unangenehm hoch.

Bitte auch für Sie gewohnte, geeignete Knochenfräsen mitbringen , schon steril mit Tupfer eingeschweißt, sie sind dann eine große Erleichterung.

Im H. gibt es Einmalspritzen, Nadeln , auch Handschuhe. Leider sind diese für unsere Ansprüche eher ungeeignet, da sie aus sehr stark gepudertem Latex hergestellt sind.

Nitril-Handschuhe sind nicht erhältlich. Deshalb mein Vorschlag : eine Packung eigene Handschuhe mitbringen (Gewicht), diese anziehen, zusätzlich dann die Hospital-Handschuhe darüber und nur diese dann regelmäßig wechseln. Selbst ausprobiert u. für gut befunden. Falls jemand eine Latex/Puder Allergie hat, kommt dieses Verfahren natürlich nicht in Frage, dann bitte einen eigenen, ausreichenden Vorrat, z.B. Nitiril-Handschuhe mitbringen.

Eigenen Mundschutz (eventuell auch FFP3, siehe später) mitbringen, außerdem sind 3 Gesichtsschilde da. Eine gute Stirnlampe und event- Lupenbrille (wenn gewohnt) nicht vergessen.

Im H. gibt es dünne weiße Folien-Einmalschürzen, bitte keine Scheu sie auch bei der Behandlung anzulegen, schützt die Kleidung vor Blutflecken und ähnlichem, die Patienten dort haben damit kein “Problem”.

Außerdem gibt es sterile blaue textile Flachtupfer, in Papierverpackung, jeweils ca. 4 Stück, sehr hilfreich.

Im Augenblick ist alles wichtige Material da,(viel Füllmaterial, incl. etching, bonding). Entsprechend lang vor ihrer Abreise , ist es sinnvoll mit dem letzten dort tätigen Team Kontakt auf zunehmen, „Was wird benötigt??“

Nebenbei, Wattepellets-rollen,  Speichelsauger, Füllungshilfsmittel (strips, Keile, ect), Articain 1: 100000/ 200000, unsere gewohnten Desinfektionsmittel , Ölspray für Winkelst./Turbine , müssen wohl regelmäßig ergänzt werden.

Für die wichtigen Behandlungsgeräte habe ich eine kleine Bedienungsanleitung geschrieben, sie wird dann in Kürze in gedruckter Form den Teams zur Verfügung stehen (im Haus der B. in Grootfontein deponiert)

Christian John, ein Mitarbeiter von Dr.Ruta (Chief Dentist im M.o.H. in Windhook) betreut die DWLF Teams (wohl kein ausgewiesener zahnärztlicher Fachmann) und organisiert auch die outreach Einsätze, die eigentlich jedes DWLF Team durchführen soll (laut M.o.U.). Er bemüht sich um die Teams,  aber wir hatten mit ihm auch  diverse “Grundsatzdiskussionen” über unser zahnärztliches Tun und ich denke, das ist auch wichtig . Für diese outreach Einsätze wird auch der Transport gestellt. Von den „Offiziellen“ im M.o.H. wird ausdrücklich gewünscht, dass dabei das DWLF-Team von einem ZA/ ihres Vertrauens, der/die auch gleichzeitig das Fahrzeug des M.o.H. steuert, begleitet wird. Bei unserem Einsatz war das die Dr. Esther Namwandi, Regional Director of Otjiwarango Region. Sie erwies sich als eine nette, hilfsbereite Kollegin, die auch den Gelände-pick up (mit Dach) des M.o.H. flott und geübt über die gravel roads steuerte. Sie kann auch bei Bedarf Landesdialekte übersetzen, organisiert auch und kümmert sich, so weit möglich, um die “nachvollziehbaren, berechtigten” Bedürfnisse des Teams.

Max Beyer hatte im Vorfeld nach meinen Angaben 2 Metall-Transportkisten besorgt, Kanister, Eimer, Wannen und Kusto-Boxen,  worin die Ausrüstung (Instrumente, Material ect.), gut transportiert werden kann. Die Instrumente wurden zunächst schon im H. sterilisiert und so in den Trommeln mitgenommen. Dazu 1-2 Topf-Autoklaven, Gas -Flasche mit Brenner, Generator (2000Watt, ausreichend auch für den Autoklaven) portable unit, Patientenstuhl, extra chirurgische Absaugung, und , und etc.

Ich habe dafür eine check-Liste gemacht,  damit möglichst nichts vergessen wird!

Ein Problem ist der Platz im Auto („wie wird was geschlichtet“), außerdem müssen Sie zunächst als “Ungeübte” wohl mit einem halben Tag Vorbereitung (= Packen ) für den outreach Einsatz rechnen. Fast Alles muss in Müllsäcke verpackt werden, da das Dach ( übrigens keines!) über der Ladefläche des Pick up nicht dicht ist und Alles gnadenlos !!! einstaubt. Die Müllsäcke in Afrika sind von absolut minderer Qualität, bringen Sie bitte  welche aus Deutschland mit, möglichst große und dazu extra wieder verwendbare Verschluss-Clips. (Gilt natürlich auch für Ihr Privat-Gepäck!!)

Wir fuhren vom H.in Grootfontein nach Tsumkwe (260km, davon nur ca. 60km Teerstraße) östlich, dicht an der Grenze zu Botswana (ca.50km entfernt), zur dortigen Health Clinic  (= clinic ist ohne Arzt, es gibt nur nurses).

Da der aller größte Teil eine Schotterstraße ist (gravel road), relativ ordentlich gepflegt, ist die Marschgeschwindigkeit natürlich niedriger, also ca. 3,5-4 Stunden Fahrzeit.

Dort angekommen, gilt  es zunächst einen möglichen Behandlungsraum auszuwählen (auch eine weitere Herausforderung), eventuell ausräumen oder zumindest zusammen räumen zu lassen , danach Aufbau des equipments, dann mit der Behandlung, der schon wartenden Patienten zu beginnen.

Trotz keiner großen offiziellen Ankündigung unseres Besuchs, er war ja unsererseits eigentlich schwerpunktmäßig als Inspektion und Orientierung der örtlichen Gegebenheiten gedacht, wurden wir in kürzester Zeit mit mehr als genug zahnärztlicher Arbeit eingedeckt. Auch hier stand die Zahnentfernung in den verschiedenen Schwierigkeitsstufen wieder im Vordergrund. 

Die Nacht verbrachten wir in der “Tsumkwe Country Lodge”. Sie ist ordentlich, aber das Essen war mäßig. 

Am nächsten Tag, galt es dann die  Ausrüstung wieder zu säubern, zu sterilisieren, wieder einzupacken und auf der Rückfahrt nach Grootfontein bogen wir ungefähr nach halber Strecke zu unserem zweiten Einsatzziel nach Mangetti ab und dort zum Health Center.  Hier angekommen, “same procedure”, wir konnten hier aber aus Zeitgründen nur einen halben Tag behandeln. 

Dr. Schifferdecker hat in einem seiner Berichte über Namibia auf der DWLF Homepage kurz über dieses Health Center in Mangetti berichtet und geschrieben, dass dort eine schon ältere Schweizer Ärztin Frau Dr. Melitta Bosshardt seit vielen Jahren arbeitet. Leider haben wir Frau Dr. Bosshardt dort nicht angetroffen, auf meine Nachfrage, wo sie denn sei, sagte man mir, sie sei in Urlaub.

Zu unserer großen Überraschung wurden wir dort von Dr. Esther darüber informiert, dass hier in Mangetti eine hohe Anzahl von TBC Erkrankungen vorliegt (angeblich ca. 50% der Einwohner). Leider konnten wir keine näheren Informationen darüber bekommen (z.B. Anzahl der Fälle mit einer „offenen TB“, usw.)

Darauf hin haben wir dann das komplette, dort benutzte Instrumentarium, also auch Spiegel, etc., im Hospital im Autoklaven sterilisiert. (Mycobacterium tuberculosis).

Meines Erachtens erfordert eine solche relativ unklare, aber doch eventuell im Einzelfall akute Infektionslage mit TB, zumindest einen besseren Selbstschutz der Teammitglieder durch eine spezielle Atemmaske der Schutzstufe FFP3 ( = High filtration mask – 99,5%). Ganz „Vorsichtige“ könnten vielleicht sogar einen „PP-Schutzoverall mit Reißverschluss“ (siehe: „ im Fernsehkrimi: bei den Kriminaltechnikern im Außendienst“!) dazu mitbringen (z.B. 5 Stück ca. 8 EUR)

Bitte informieren Sie sich dazu selbst, z.B. unter : www.arbeitsschutz-online.de

Oder auch www.medline.com und entsprechende Seiten im Internet.

Auch ist eine gute Be- bzw. Durchlüftung des Behandlungsraumes wünschenswert/notwendig, so weit dies überhaupt möglich ist. Außerdem, wie schon angesprochen, sollten sämtliche! benutzen Instrumente nach der Behandlung im Autoklaven sterilisiert werden.

Es sollte auch damit gerechnet werden, dass In Tsumkwe oder Mangetti, eventuell die Stromversorgung und ebenso die Wasserversorgung über die Leitung ausfällt (uns in Mangetti passiert). Deshalb bitte vorsichtshalber einen Wasservorrat (Kanister vorhanden) und den Generator mitnehmen, auch wenn es im Fahrzeug sehr eng wird!

Da das momentane Einsatzgebiet der DWLF-Helfer nach dem M.o.U. noch auf den Otjiwarongo District beschränkt ist, gehe ich davon aus, dass auch die nachfolgenden Teams dort in Tsumkwe und Mangetti bei den outreach Einsätzen behandeln werden.

Ich gehe auch davon aus, dass die DWLF-Teams dort mehr Zeit zur Behandlung bekommen (vielleicht mehrere Tage), was ja auch absolut sinnvoll und notwendig wäre, wenn man den Aufwand für die Vorbereitung und auch die lange An-/Rückfahrt bedenkt.

Eine uns, von Christian John vorgeschlagenen Teilung des Teams (z.B. 2 Helfer im Hospital., 2 im outreach Einsatz) haben wir rundweg abgelehnt, da nach meinen inzwischen längeren „outreach-Behandlungserfahrungen“ in diversen Ländern, die Arbeitsbelastung mit „Nebenarbeiten“, bedingt durch schwierige und primitive Verhältnisse, sehr hoch ist. Praktisch gesprochen, wenn 2 Helfer behandeln, wer soll dann säubern, desinfizieren, sterilisieren, zureichen, usw. ?

Bitte bedenken Sie auch, dass gerade bei outreach Einsätzen nach chirurgischen Eingriffen eine gewisse Beobachtungszeit bleiben sollte, um eventuelle Nachblutungen und/oder Wundinfektionen behandeln zu können. Nach der Abreise des DWLF Team steht keine „Vertretung“ zur Verfügung. Es ist ebenso in diesem Kontext zu überlegen, dann im speziellen Fall, eher einmal , eventuell nur eine Inzision mit einer A.-biose über mehrere Tage zu machen (Schmerztabletten und AB sind im Normalfall auch in der clinic vorhanden) .

Wieder im H. in Grootfontein zurück, haben wir noch 2 weitere Tage im Hospital gearbeitet, dann die gesamte benutzte Ausrüstung  wieder gereinigt, aufgeräumt (eine lange Zeile mit Unterschränken ist im BHR vorhanden) und für das nächste Einsatz-Team im Juli vorbereitet.

Wir haben auch, in etwa , nach dem “Prinzip” gehandelt, 2 Wochen intensive Arbeit, ca. 1 Woche im Land touristisch reisen und ausspannen, es blieben dann doch nur 5 Tage.

Der Teamleiter (er war schon einmal touristisch in Namibia unterwegs) hat schon von Deutschland aus ein Programm für unsere letzten 5 Tage von Deutschland aus vom Reisebüro ABACUS , organisieren lassen (Lodges im Etosha National Park gebucht) ebenso einen Toyota Pickup (mit Dach) bestellt, den er dann in Windhook abgeholt hat (öffentlicher Bus von Grootfontein nach Windhook, oder vielleicht kann auch Max Beyer mit  Glück eine private Mitfahrgelegenheit nach Windhook organisieren, bitte frühzeitig mit ihm sprechen.)

Diese letzten Tage waren für uns sehr entspannend und erholsam (u.a. viele Tierbeobachtungen an den Wasserlöchern).

Dieser Kurz-Trip war so angelegt, dass wir „als Selbstfahrer“ am Ende wieder in Windhook ankamen und am Airport ca. 3 Stunden vor unserem Flug das Auto wieder abgeben konnten.  

Insgesamt waren wir absolut ein “winning team”!

Nebenbei, ich kann Ihnen das Reisebüro ABACUS Touristik oHG empfehlen (www.abacus-touristik. de) . Sie haben sich um uns bemüht, es hat alles bei unserem Kurz-trip und mit dem Mietwagen, gut geklappt Natürlich möchten sie möglichst viele Helfer von DWLF als Kunden gewinnen (ich bekomme keine „Provision“!,) aber dann werden sie sich auch bemühen, entsprechend günstige Konditionen für die DWLF-Helfer auszuhandeln. Unsere Flüge hat auch ABACUS organisiert, sie kosteten Anfang Juli, im dortigen Winter (nachts teilweise -3C), noch keine Saison , ca. 770 EUR, dazu hatten wir noch 10kg freies Übergepäck für „charity“. Nachdem Air Berlin die Namibia Flüge einstellen wird, bleibt quasi nur Air Namibia übrig (außer eventuell über Süd Afrika mit South Africa Airways oder anderen)

Nach meinen Info ist bei Air Namibia ein „Vielflieger-Programm“ der Gestalt mit DWLF vereinbart, dass der Meilen-Bonus der einzelnen DWLF-Helfer bei A.N., dann in der Summe für eine Gewährung von kostenfreiem Übergepäck für „charity“ verwendet wird. (oder so ähnlich).

Persönliches Resümee und Ausblick:

In Afrika, wie auch in anderen benachteiligten Ländern, muss man damit rechnen, dass an die Teammitglieder auch „gewisse Begehrlichkeiten“ in der einen oder anderen Form herangetragen werden. Das bedeutet, dass das Team unbedingt zusammenhalten muss, vor allem, wenn es unter Beobachtung der „Offiziellen“ steht. Es ist meines Erachtens, von großer Bedeutung, dass diese Angelegenheiten zuerst intern besprochen werden und dass dann das Team, bzw. der Teamleiter/in unisono darauf reagiert. Ich glaube, dass uns das mit unserem Teamleiter Dr. Rainer Schwedt sehr gut gelungen ist.

Ich glaube, dass das DWL Projekt in Namibia gute Erfolgsaussichten hat, da zunächst einmal das Land selbst gute Basisvoraussetzungen auf dem afrikanischen Kontinent bietet, eine faszinierende Natur, relative Sauberkeit, befriedigende Infrastruktur ( z.B. gute geteerte Fernstraßen, meist gepflegte „gravel roads“, ordentliche Telekommunikation, gute lodges und camp sites) und relative Sicherheit. Nicht umsonst, denke ich, verbringen viele Familien mit Kindern aus Südafrika ihren Urlaub in Namibia.

Für uns Helfer aus Deutschland ist es gut möglich die, nach dem zahnärztlichen Einsatz, noch freien Tage mit „sightseeing“, z.B. über ein Reisebüro in Deutschland, im voraus zu planen/buchen.

Für die zahnärztliche Arbeit in Namibia selbst, würde ich mir persönlich, als weitere Ausstattung, zur Erleichterung der schon beschriebenen, oft schwierigen chirurgischen Tätigkeit, eine separate kräftige elektrische Antriebseinheit mit integrierter Steril-Kühlung, quasi eine „Implantationsantriebseinheit, wünschen. Vielleicht „liebäugelt“ ein häufig implantologisch tätiger Kollege/in, Oralchirurg oder Facharzt für MKG, schon mit der neuesten, noch tolleren Implantationsantriebseinheit und er/sie würde dem DWLF-Projekt Namibia seine/ihre noch gut erhaltene, funktionstüchtige „Maschine“ unentgeltlich als Sachspende zur Verfügung stellen (kleine Wunder soll es ja ab und zu geben!)

Ein weiterer Wunsch wäre, die sehr leistungsfähige, kompakte, leicht transportable chirurgische Absaugeinheit von der Firma Dürr, die VC 45 (Artikel-Nr. 14009267). Mit diesem Gerät habe ich schon gute Erfahrungen bei einem anderen zahnärztlichen Projekt in Gambia gemacht.

Es soll ja eine „Fee“ geben, bei der man mit viel Glück „ 3 Wünsche frei hat“, deshalb wäre nun mein 3.Wunsch, die „Krönung meiner diesbezüglichen Wunschträume“, ein portables Digital-Röntgengerät, z.B. siehe das Port-XIII by Ritter (www.ritterxray.com).

Das würde die Sicherheit bei den zahnärztlichen Therapie-Entscheidungen, insbesondere den chirurgischen, zum Wohl des Patienten, enorm erhöhen.

Am letzten Tag unseres Aufenthalts wurden wir zu einem Abschluss-Gespräch ins Ministery of Health gebeten, anwesend waren Frau M.Nghatanga, Director Primary health Care Services), Dr. J. Ruta, Chief Dentist M.o.H. and Social Services und unser „Betreuer“ Christian John. 

Unser Teamleiter Dr. R. Schwedt berichtete von unserer Arbeit, auch von den Schwierigkeiten und unsere Gesprächspartner vermittelten uns ihre Freude und Anerkennung, auch wohl auch eine wenig ihre positive Überraschung über unseren rundum erfolgreichen Einsatz.

Ich habe mir auch erlaubt , Ihnen die Errichtung einer „Dental School“ dringend ans Herz zu legen. Da Namibia bisher keinen universitären Studiengang „Zahnmedizin“ hat und somit alle Zahnmedizin-Aspiranten im Ausland studieren müssen (z.B. Süd Afrika, Kuba) halte ich, für eine dringend benötigte zahnmedizinische Basisversorgung (zumindest einfache Extraktionen, einfache Füllungen, Prophylaxe, Aufklärung insbes. auch an Schulen und Kitas) in diesem Land nötig, so eine Ausbildungseinrichtung zu schaffen (z.B. ähnlich wie in Lusaka, Zambia). Dort könnten dann nurses/male nurses, die schon Kenntnisse in „health care“ haben, in einem überschaubaren Zeitraum zu „dental therapists“ ausgebildet werden.

Dieser Vorschlag fand bei den anwesenden „Offiziellen“ volle Zustimmung und sie baten auch um die Unterstützung von DWLF (z.B. Lehrplan-Vorschlag, etc.) bei diesem vielleicht zukünftigen zahnmedizinischen Ausbildungsprojekt.

Ich glaube aber auch, ohne mich Illusionen hinzugeben, ohne die absolut nötige Eigeninitiative der Regierungsstellen im M.o.H, die durchaus diesbezüglich etwas bewegen könnten, wird es wohl keine nachhaltigen Verbesserungen in der zahnärztlichen Versorgung des Landes geben und die wertvolle Arbeit von DWLF in Namibia, bliebe der „Tropfen auf den heißen Stein“.

Mit kollegialen Grüßen  Dieter Lehmann

Print Friendly, PDF & Email