Grund genug also, die langjährigen Wegbegleiter, die Projektmanager aus Europa sowie den Gastländern und schließlich die vielen Einsatzteilnehmer und Freunde von DWLF zu einer zünftigen Jubiläumsfeier einzuladen.

Das Jubiläumsfest erstreckte sich über zwei Tage: Am Samstag, den 4. Oktober, standen ein Rückblick auf das bisher Erreichte sowie Fachvorträge im Vordergrund. Gleichzeitig sollte aber auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommen, schließlich sollte alten Freunden aus gemeinsamen Hilfseinsatzzeiten Gelegenheit für ein herzliches Wiedersehen gegeben werden. Im Hinblick auf die fachliche Vorbereitung künftiger Einsatzteilnehmer konzentrierte sich der Folgetag auf einen Erste-Hilfe-Kurs „Notfälle auf Grund von Medikamentenunverträglichkeit“.

DWLF bedankt sich herzlich bei der Stadt Nürnberg sowie bei der Hochschule für Musik Nürnberg für die Überlassung des Heilig-Geist-Saals als repräsentativer Veranstaltungsort. Auch waren wir unserem Freund Kurt Wörl sehr dankbar, dass er die Funktion des „Tagungsfotografen“ trotz seiner Rückenschmerzen übernommen hat.

Nach einer musikalischen Einleitung auf Flügel und Saxophon konnten Tuul Sodnompil, Geschäftsführerin von DWLF, und Dr. Claus Macher die vielen aus Nah und Fern angereisten Gäste begrüßen.

Dr. Claus Macher führte die Anwesenden durch zehn Jahre DWLF-Geschichte, die mit ersten zahnärztlichen Hilfseinsätzen in Nepal begann. Viele neue Ideen und Impulse führen dazu, dass die Stiftung lebendig bleibt und ihr Aufgabengebiet in inzwischen acht Länder Europas, Asiens und Afrikas weiterentwickelt hat. Während der vielen Einsätze sind aus Kollegen sehr oft auch Freunde geworden, die sich bei DWLF für den gemeinsamen Erfolg einsetzen. Es wurde viel geleistet, daher solle das Fest des Gründungsjubiläums dazu genutzt werden, auch richtig viel zu feiern.

In ihren Grußworten strichen Frau Katja Strohhacker (Stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Nürnberg in Vertretung für Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly), Prof. Dr. Christoph Benz, Präsident der Bayerischen Landeszahnärzte-Kammer, Dr. Willi Scheinkönig, Vorsitzender der FZM und Freier Verband Mittelfranken, sowie Dr. Martin Zschiesche, Vorsitzender des Zahnärztlichen Bezirksverbands Mittelfranken, die Verdienste von DWLF heraus. Gleichzeitig wurden die besten Wünsche für das künftige Engagement ausgesprochen.

Seine Exzellenz Herr Ts. Bolor, Botschafter der Mongolei in Deutschland, bedankte sich herzlich für das Engagement, das DWLF für die Zahngesundheit gerade seines Volkes über viele Jahre erbracht hat. Der Botschafter war sichtlich beeindruckt über die von der medizinischen Fakultät verliehenen Würden an Tuul Macher und Dr. Claus Macher, die jeweils in Forms eines Professors h.c. gegeben wurden und über die Überreichung des Nairamdal Ordens an Dr. Claus Macher.  Zu den vielen anderen Ehrungen und Orden überreichte er DWLF den „GEREGE“, eine Nachbildung des Passes, den die Diplomaten Chingiss Khaans seinerzeit benutzt hatten.

Eine 10-Jahresfeier ist immer auch ein guter Anlass für die Ehrung besonders verdienter Wegbegleiter: Mit einer Ehrenurkunde, einer DWLF-Goldmedaille und dem DWLF-Pin wurde die Leistung hervorgehoben von

  • Tuul Sodnompil für ihr unermüdliches Engagement bei der Organisation der jährlichen zahnärztlichen Großeinsätze in ihrer mongolischen Heimat und auch für ihre Geradlinigkeit und Geduld bei den Verhandlungen mit den dortigen Behörden.
  • Projektmanager Max Beyer, der den vielen Einsatzteilnehmer in Namibia stets mit wertvollem Rat und Tat zur Seite steht.
  • Sascha Pilling und Michael Neubig, die mit ihrem großartigen Filmbericht über den Mongoleieinsatz 2013 ein wertvolles Marketinginstrument für DWLF geschaffen haben.
  • Sebastian Feldmann für seine langjährige Betreuung zu allen EDV-Themen.
  • Grafiker Hans-Joachim Naber, der seit Anbeginn die Ausweise für die DWLF-Helfer erstellt.
  • Jere Armen für die schnelle und verlässliche Übersetzung der vielen in englischer Sprache benötigten Dokumente.

Für die fachlichen Beiträge konnten der Erziehungswissenschaftler Dr. Dieter Poschardt mit seinem Vortrag zur „Bedeutung von Privatinitiativen in der Entwicklungs-Partnerschaft“ und Prof. Dr. Dr. Reichl, Universitätsprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Walther-Straub-Institut für Pharmakologie und Toxikologie, zur „Toxikologie von Fluoriden in der Zahnheilkunde“ gewonnen werden.

Die Investitionen von DWLF in stationäre und mobile Zahnkliniken werden vornehmlich aus dem Verkauf gesammelten Altgolds finanziert. Hier könnte die Präsentation von Peter Lausmann von Wegold Edelmetalle GmbH zu Edelmetallfiltern in Absauganlagen einen Anreiz bieten, dass noch mehr Zahnärzte Edelmetall für DWFL sammeln.

Angesichts der inzwischen vielen Einsatzländer mussten sich die jeweiligen Statusberichte auf Highlights beschränken. Über die sehr gedeihliche Zusammenarbeit mit der Caritas-Straßenambulanz Nürnberg ist nun sogar Deutschland zum „DWLF-Einsatzland“ geworden. Die allerersten Hilfseinsätze hatte DWLF in Nepal durchgeführt. Und gerade in diesem Land hat sich in den letzten Wochen eine durchgreifende Veränderung der Gesetzeslage für ausländische Hilfsorganisationen ergeben. Aus heutiger Sicht kann noch nicht abgeschätzt werden, welche Auswirkungen auf die Arbeit von DWLF zukommen werden. Zumindest ist zu erwarten, dass – wie so oft – ein neues Kapitel im Kampf mit der Bürokratie aufzuschlagen sein wird. Auch in Indien und Sri Lanka bremst wieder einmal bürokratischer Sand das Getriebe. Dagegen laufen Rumänien, Sambia, Namibia und Mongolei sehr zufriedenstellend. Zukunftsmusik ist ein Einsatzland Marokko und zu Chinas Gesundheitsbehörden bestehen erste Kontakte.

Nach den vielen Vorträgen und Diskussionen wurde die Einladung zu einem gemütlichen Beisammensein in den Gasträumen des Hotels Victoria sehr gerne aufgenommen. Dies gerade auch deshalb, weil der DWLF seit langer Zeit verbundene Nürnberger Meisterkoch Freddy Mersch wieder einmal großzügig aufgetischt hatte. Für Unterhaltung sorgte Michael D. Poteat mit seinen Interpretationen von Musikstücken aus dem Soulgenre.

Speise, Trank und Unterhaltung sollten den Jubiläumstag abrunden, gleichwohl die allermeisten Gäste erst weit nach Mitternacht an den Aufbruch dachten.

Der Einstieg in die „nächsten 10 Jahre DWLF“ war somit schwungvoll gelungen!

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