Am Samstag, den 03. Mai 2014 konnten sich die DWLF-Einsatzteilnehmer über den großen Einsatz in der Mongolei im Sommer 2014  in Nürnberg informieren.  

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Bei diesem Treffen ging es darum, alle wichtigen Informationen über den Mongoleieinsatz zu erfahren und die Fragen zu klären, die während der Vorbereitung auf die Reise aufkommen, zu klären. Die Einsatzteilnehmer konnten ihre Gruppenmitglieder kennenlernen.

Zu Beginn begrüßten der Stiftungspräsident von DWLF, Dr. Claus Macher, und die Geschäftsführerin und Organisatorin des Mongoleieinsatzes, Frau Tuul Sodnompil, die Anwesenden und machten sie noch einmal mit der Stiftungsphilosophie vertraut.

Anschließend stellte der DWLF-Veteran Dr. Dieter Lehmann die mobile DWLF-Einheit (MDDC- Mobile DWLF Dental Clinic) vor und machte die Einsatzteilnehmer mit der Technik und mit dem Betrieb vertraut.

Eine genaue Betriebsanleitung sowie eine Empfehlung an Materialien, die benötigt werden, hat Dr. Lehmann an die Anwesenden anschließend verteilt und gab ihnen noch praktische Tipps und Tricks mit auf den Weg.

Dr. Heike Walter, die bis jetzt schon zweimal bei einem Einsatz mit dabei war, stellte kurz Land und Leute vor und berichtete anschließend mit Fotos und Multimedia sehr eindrucksvoll von ihren Erfahrungen in der Mongolei und konnte damit den zukünftigen Einsatzteilnehmern wertvolle Informationen und Tipps mit auf den Weg geben.

Sie stellte auch sehr deutlich klar, welche Unzulänglichkeiten die Helfer in einem Land, in den es so gut wie keine vegetarischen Produkte, keine Toiletten und Duschen nach westlichem Standard und kein fließend Wasser gibt, erwarten bzw. erwarten können. Wenn man sich für einen Einsatz in einem Dritte-Welt- oder Schwellenland entscheidet, muss man es auch vom ganzen Herzen wollen und dazu bereit sein, für 2-3 Wochen so zu leben, wie 90 % der Weltbevölkerung ständig lebt.

Frau Dr. Walter machte außerdem noch einmal deutlich, dass DWLF kein Reisebüro ist und lediglich die Voraussetzungen schafft, an solch einen Einsatz teilzunehmen und die bürokratischen Angelegenheiten für den Einsatz erledigt. Ein DWLF-Einsatz erfordert für die Teilnehmer Eigeninitiative und Improvisationstalent.

Herr Kolmann Deuerlein, der Administrator der DWLF-Stiftung für Finanzen verantwortlich ist, stellte ausführlich für alle das DWLF-Konzept in Bezug auf die Reisekostenordnung vor. Diese ist selbsterklärend und kann auf der DWLF-Homepage eingesehen werden. Das war der Zeitpunkt, an dem die Teilnehmer wichtige Fragen stellen konnten, die Herr Deuerlein souverän beantwortete.

Nun war es soweit und Frau Sodnompil informierte die Einsatzteilnehmer über speziell einsatzbezogene Details. Neben den Einsatzplänen und weiteren Informationen wurden die Gruppen einzeln vorgestellt. Auf diese Weise wurden übrig gebliebene Fragen geklärt. Das ganze Informationsmaterial haben die Einsatzteilnehmer auch auf USB-Sticks und CDs mitbekommen, damit es auch keine Missverständnisse gibt.

Die Geschäftsführerin hat nach dem Treffen die Unterlagen an die Teilnehmer, die nicht an dem Wochenende dabei sein konnten, zusätzlich per Mail verschickt.

Bei solch einem Einsatz ist es äußerst wichtig, dass das umfangreiche Infomaterial genau gelesen wird, damit die Planung und Organisation reibungslos über die Bühne gehen kann. Um die Organisation der Einsätze in Zukunft noch weiter zu verbessern ist DWLF nach jedem Einsatz immer offen für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Kritik.

Vollgepackt mit neuen Eindrücken, Informationen und neuen Bekanntschaften ließen die Teilnehmer bei einem gemütlichen Beisammensein im Restaurant Heilig Geist Spital, gleich nebenan, bei Fränkischer Kost und Getränken sowie mit Gesprächen den Tag ausklingen.

Die Veranstaltung war dieses Jahr besonders günstig gelegen, da am gleichen Abend die traditionelle “Blaue Nacht” stattfand. Gebäude in der Innen- und Altstadt waren wunderschön blau beleuchtet, Museen, Kirchen usw. hatten nachts geöffnet und boten ein interessantes Programm. Die Innenstadt war voll von ausgehfreudigen Menschen, die von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort pendelten und sich zwischendurch in den Bars und Kneipen eine Pause genehmigten.

So wie es der Zufall will, gab es im Naturhistorischen Museum eine mongolische Veranstaltung, wobei einige traditionell mongolische Trachten und Gegenstände ausgestellt wurden und mongolisches Essen (Buuds) serviert wurde. Das Ganze wurde musikalisch mit einem Konzert der mongolischen Musikgruppe „Eschiglen“ begleitet. Dort kamen die Leute auch zum Genuss einer kleinen Tanzeinlage einer mongolischen Tänzerin.

So bekamen die DWLF-Einsatzteilnehmer einen kleinen Eindruck in die mongolische Kultur und einen ersten Geschmack in das mongolische Essen.

Hier ein kleiner Eindruck auf Youtube:

Sonntag, 04.05.2014

Am nächsten Vormittag trafen sich die DWLF-Einsatzteilnehmer erneut im Haus des Amtes für Internationale Beziehungen. Herr David Davis, der Rettungssanitäter und Ausbilder von den Johannitern Nürnberg, hielt einen Vortrag über Notfälle auf Grund von Medikamentenunverträglichkeit“ (Anaphylaktischer Schock) dazu gab es einen Erste Hilfe Kurs mit praktischen Übungen.

Ein schnelles Handeln kann lebensrettend sein. Herr Davis zeigte per Powerpoint eindrucksvoll durch Grafiken die Symptome und die ersten Anzeichen (z.B. typische Symptomen beim allergischen Schock usw.), damit die Helfer die richtige Entscheidung treffen können. In den kleinen Krankenhäusern der Mongolei, in denen die Einsätze stattfinden, gibt es in jedem Behandlungszimmer einen Notfallschrank.

Die Einsatzteilnehmer bekamen aktiv die Möglichkeit, in Gruppen solche Vorfälle zu üben um für den Notfall fit zu werden. 

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich nochmal bei den beiden Sanitätern der Johanniter, Herrn Dominik Fischer, der leider nicht dabei sein konnte, und Herrn David Davis bedanken. Sie haben sich für DWLF viel Zeit genommen, um den Einsatzteilnehmern das wichtige Knowhow zu vermitteln, wie man sich in einem Notfall am Patienten verhalten soll.

Frau Tuul Sodnompil erzählte in diesem Rahmen Ihre Erfahrungen aus der Mongolei und klärte auf, wie der allgemeine Gesundheitszustand der Mongolischen Bevölkerung ist. Solche Informationen sollten die DWLF-Einsatzteilnehmer wissen, um auf die Leute dementsprechend zu reagieren.

Unter einer DWLF-Standard Mitnahmeliste versteht man eine Auflistung von bestimmten Behandlungsmaterialien bzw. Spenden, die die DWLF-Einsatzteilnehmer in den 10 kg Übergepäck mitnehmen dürfen. DWLF hat mit der Fluggesellschaft MIAT ausgemacht, dass jeder DWLF-Einsatzteilnehmer 10 kg Übergepäck mitnehmen darf. Die Liste ist dann an die DWLF-Geschäftsstelle zuzuschicken.

Die Listen sollen Namen, Gruppennummer und DWLF-ID Nummer enthalten und müssen unterschrieben und ausgefüllt an die DWLF-Geschäftsstelle zurückgeschickt werden. Die Listen werden dann zwei Monate vor den Einsatz an das Mongolische Zollamt weitergeleitet. Zusätzlich wird vor dem Einsatz von DWLF ein Container in die Mongolei geschickt. Die Einsatzteilnehmer können sich freiwillig in ihren Gruppen organisieren und Spendenmaterial, sei es Behandlungsmaterial oder Altkleider für arme Familien, besonders für die Kinder, sammeln.

Die DWLF-Einsatzteilnehmer werden dann ihre eigenen Kartons in der Mongolei wieder in Empfang nehmen und können dort das Material benutzen und verteilen. Aus diesem Grund ist es zwingend notwendig, ebenfalls eine Packliste zu schreiben, damit das von den Transportunternehmen in Deutschland die dementsprechenden Zollpapiere erstellt werden kann.

Trotz aller bürokratischen Bemühungen muss man wissen, dass es nie eine Garantie für ein einwandfreies Einführen von Hilfsgütern gibt. Wie in jedem anderen Land auch sind die Behörden und der Zoll in der Mongolei korrupt und verlangen bei der Einreise das eine oder andere „Extra“, auch wenn die jeweiligen Vorgesetzten im Vorfeld mit allen wichtigen Papieren versorgt wurden und das „OK“ für die Einreise bzw. Einführung der Spendenmaterialien offiziell vorliegt. Es ist jedes Jahr immer derselbe Aufwand. Die geforderten Packlisten sind somit unverzichtbar und können das Eine oder Andere erleichtern.

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