Dr. med. dent. Wibke Schumann und
Daniela Beil berichten über ihren Einsatz, Erfahrungen und Eindrücke

namibiabericht2Um es gleich vorweg zu schicken: Namibia ist schön – und dennoch täglich eine Herausforderung. Für die Bewohner und für uns, die im Auftrag von Zahnärzte ohne Grenzen vor Ort waren, um zu helfen. Hier regiert die Natur mit ihren vielen Tieren, Schotterstraßen, man trifft freundliche Menschen, Lebensfreude, Dankbarkeit und auch Leid. Die Zeit vor Ort verging für uns wie im Flug.

Vielen Dank, dass Sie unseren Bericht lesen!

13.06.2015 – 15.06.2015
Anreise nach Windhoek & Grootfontein

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, lautet einer der viel zierten Aussagen von Erich Kästner. Und genau mit diesem Leitsatz sind wir die Reise angetreten: Von Bremen nach Namibia für die Organisation „Dentists without Limits Foundation“, zu deutsch: Zahnärzte ohne Grenzen. 

Dass dies für uns ein Abenteuer werden würde, war uns im Vorfeld klar.  Aber was uns dann tatsächlich erwartete, hat unsere Vorstellungen übertroffen. 

Das freut uns – und besonders schön war: Wir konnten helfen, mit vollem Einsatz, mitten in Afrika.

namibiabericht1Am 13.06.2015 reisten wir an – unser Ausgangsziel war Windhoek. Schon am nächsten Tag bezogen wir nach einer Fahrt das Quartier im „Basislager“ in Grootfontein, bei Max und Irmgard Beyer. Auf dem Weg dorthin wurde unser Weg auf relativ gut ausgebauten Schotterpisten nicht selten von Wildtieren wie Oryx, Kudus, Warzenschweinen oder sogar Affen gekreuzt. Wir waren beeindruckt von der Natur.  

Am darauffolgenden Tag fand unsere erste Orientierung im staatlichen Krankenhaus und im Township statt. Wir lernten Dr. July und Sirka kennen, die uns einen warmen Empfang bereiteten und uns die örtlichen Gegebenheiten zeigten. Zudem boten sie uns an, komplizierte Fälle direkt ins Krankenhaus zu senden. Dies war unser erster direkter Kontakt mit dem namibischen Gesundheitssystem. Es ist für afrikanische Verhältnisse relativ gut ausgebaut. So verfügt fast jedes größere Dorf über ein eigenes Krankenhaus, in dem allerdings meist nur eine engagierte Krankenschwester tätig ist. Die Schwestern sind oft wahre Allroundtalente, da sie alle Arten von medizinischen Angelegenheiten – ob Bruch oder Geburt – erst versorgen. Eine Behandlung ist meist bereits für wenige namibische Dollar möglich. Für die Gewährleistung der medizinischen Versorgung der Bewohner weiter abgelegener Dörfer gibt es Busverbindungen.

16.06.2015 – 18.06.2015
Kindergarten & Grundschule
im  Township Omulunga

namibiabericht2Vom 16.06.2015 bis 18.06.2015 waren unser Einsatzgebiet die Grundschule und der Buschmann-Kindergarten im Township Omulunga. Dort wurden Schulzimmer und andere Räumlichkeiten für den Einsatz zur Verfügung gestellt.  Der Satz in der Afrikaans-Landessprache „Maak up!“ (Mach den Mund auf!) musste aufgrund der Tapferkeit der Kinder gar nicht so oft gesagt werden. Auch wenn wir die ein oder andere Hand gedrückt haben:  Für viele Kinder war der Besuch der deutschen Zahnärzte ohne Grenzen ein tolles Erlebnis. Geschenkte Zahnbürsten und Tuschfarben sorgten für helle Freude und ließen jeden kleinen Schmerz schnell vergessen.

19.06.2015 – 21.06.2015
Safari in der Etosha-Pfanne

namibiabericht7Das Wochenende verbrachten wir in der Etosha Pfanne im Camp Halali. Am sagenhaften Wasserloch konnten wir viele wilde Tiere beobachten, auch wenn Schilder wie „Watch out for the Elephants“ unsere stete Wachsamkeit forderten.

22.06.2015
Mangetti Dune – Arbeiten im Outreach

In der 2. Arbeitswoche arbeiten wir im Buschmannsland. Auf dem Weg nach Nord-Osten kamen wir am 22.06.15 in Mangetti Dune an. Hier ist seit 25 Jahren die Schweizer Ärztin Dr Bossard tätig. Aufgrund von Kommunikationsproblemen wusste diese leider nichts von unserer Ankunft –  jedoch wurden im Laufe des Tages schnell Behandlungszimmer improvisiert und Patienten informiert. Das Auf- und Abbauen der Geräte nahm täglich viel Zeit in Anspruch. Auch wenn wir mit möglichst leichtem und reduziertem Gepäck reisten, und wir nur eine Behandlungseinheit aufbauten. Mein Behandlungsplatz bestand  nur aus einem einfachen Stuhl oder einer Liege.

Besonderes Augenmerk musste dabei auf die Reinigung der Instrumente gelegt werden, um die Übertragung von Krankheiten wie HIV, Hepatitis C oder TBC zu verhindern.

24.06.2015
Hand in Hand for Children

namibiabericht12Immer tiefer ging es in den Busch: Am 24.06.2015 besuchten wir das Dorf  Tsumkwe,  wo wir im „Hands in Hand for Children“ Hospital gearbeitet haben. Besonders in Erinnerung bleibt uns die Freude des an TB erkrankten Jungen (Bild mittig) über die mitgebrachten Geschenke, unter anderem die erste eigene Zahnbürste. In diesen Momenten haben wir uns sehr darüber gefreut, dass wir etwas verändern können und haben gleichzeitig die Strapazen der Reise vergessen. Denn: Zahnärzte sind in dieser ländlichen Gegend sehr rar. Als freiwillige Helfer haben wir viel erlebt und gesehen.

25.06.2015 – 28.06.2015
Letzte Tage

namibiabericht6Einen weiteren Tag unseres Einsatz im Outreach verbrachten wir im Dorf Gam nahe der Botswanischen Grenze.

Hier haben wir vor allem erwachsene Patienten vom Stamm der Herero behandelt. Erst der Einbruch der Nacht hat diesen Einsatz im Outreach unterbrochen. Auf dem Heimweg nach Tsumkwe mussten wir auf freilaufende Elefanten achten.

Parallel bereiteten wir unsere Rückreise nach Deutschland vor,  zum Beispiel durch die Sterilisation und Katalogisierung der Ausrüstung für die Nachfolger sowie durch Aufräumarbeiten.

Bilanz:

  • 277 Patienten
  • 122 Check Ups
  • 176 gezogene Zähne
  • 30  Füllungen
  • 29  Zahnreinigungen
  • 4   glückliche Zahnärzte ohne Grenzen

„Es war ein wunderbarer Einsatz in einem aufregenden Land. Wir wurden herzlich aufgenommen und haben viele tolle Erfahrungen gemacht, die uns nachhaltig prägen werden.“

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Dr. med. dent. Wibke Schumann

Wir danken unseren Sponsoren sowie Max und Irmgard Beyer  für die Unterstützung und Herzlichkeit. Dank auch an Condor und Lufthansa für den kostenlosen Transport von Spenden und Material. 


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