Bericht von Vanessa Gerstenberger (vanessa.gerstenberger [at] web.de)
Bereits im Vorfeld wurde deutlich, dass der Einsatz in Togo, im März 2026 gut vorbereitet sein musste. Neben der rechtzeitigen Beantragung des Visums, gehörten auch die Gelbfieberimpfung sowie eine mögliche Malariaprophylaxe (z. B. Malarone) dazu.
Der Flug von Frankfurt nach Lomé verlief problemlos. Wir kamen am Freitag gegen 18:30 Uhr an und wechselten direkt am Flughafen unser Geld, da vor Ort vieles nur bar bezahlt werden kann.
Unser Fahrer brachte uns anschließend ins Hotel „Petit Brüssel“. Die Zimmer waren großzügig, sauber und sehr angenehm. Bei einem Begrüßungsgetränk im Restaurant – direkt am Strand – lernten wir uns als Gruppe kennen und trafen erstmals auf unsere Projektmanager Aimé Quamdessou, unser Ansprechpartner vor Ort.
Unsere Teams
Team 1
- Dr. Werner Gebhard (AD/GL)
- ZÄin Laura Brem (AD)
- Laura Hartlieb (ADH)
- Nora Große (ADH)
- Vanessa Gerstenberger (ADH)
Team 2
- Dr. Sophie Denkmann (AD)
- Melanie Schaefer (ADH)
- Kadi Romantsov (ADH)
- Larissa Rätz (ADT)
Samstag
Nach dem Frühstück stand ein Treffen beim Bürgermeister auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin besichtigten wir ein Krankenhaus und erhielten einen ersten Eindruck von den örtlichen Gegebenheiten. Dies sollte auch unser Arbeitsplatz für die erste Woche werden.
Auf der Farm des Bürgermeisters wurden wir freundlich empfangen und mit traditionellen Speisen wie Fufu, Gemüse, Kochbananen und Yams bewirtet. Nach einer kurzen Ansprache überreichten wir ein kleines Geschenk.
Am Nachmittag kehrten wir ins Hotel zurück und ließen den Tag entspannt am Pool ausklingen. Der Abend wurde gemeinsam verbracht.
Sonntag
Der Tag begann ruhig. Nach dem Frühstück bauten wir die Behandlungsliegen und Instrumente im Tagungsraum des Hotels auf und bereiteten uns auf die kommenden Tage vor.
Montag
Am Montag behandelten wir 52 Patienten im Hotel „Petit Brüssel“. Anschließend teilte sich die Gruppe auf: Ein Teil reiste nach Aného, unsere Gruppe nach Akepé.
Am Abend erreichten wir das Hotel „Grace Lodge“. Die Zimmer waren einfach, aber sauber. Während unseres Aufenthalts kam es mehrfach zu Stromausfällen, wodurch die Klimaanlage zeitweise nicht funktionierte. Das Personal bemühte sich jedoch stets um Lösungen. Die Essensauswahl war überschaubar, aber ausreichend.
Dienstag bis Donnerstag – Akepé
Unsere Tage in Akepé waren gut strukturiert. Jeden Morgen wurden wir pünktlich von Sebastián, unserem Fahrer, abgeholt und in die Klinik gebracht.
Dort angekommen wurden wir vom Team freundlich empfangen. Uns standen zwei Behandlungsstühle zur Verfügung. Besonders hilfreich war hier die Unterstützung von Übersetzerin Kati, die jederzeit eine verlässliche Ansprechpartnerin für uns war, sowie von Rose, die bei Bedarf in der Assistenz unterstützte.
Meist arbeiteten wir ohne längere Pause bis in den Nachmittag hinein. Die Behandlungen fanden im Freien statt, wobei uns regelmäßig Getränke bereitgestellt wurden.
Gelegentlich kam es zu technischen Problemen mit den mobilen Einheiten, die jedoch durch unseren Techniker Elom meist schnell behoben werden konnten.
Nach den Arbeitstagen waren wir vor allem durch die hohen Temperaturen oft erschöpft. Die Abende verbrachten wir daher gemeinsam in ruhiger Atmosphäre auf der Dachterrasse des Hotels und tauschten uns über die Erlebnisse des Tages aus.
Insgesamt hatten wir drei Behandlungstage, da der Freitag ein islamischer Feiertag war. Am letzten Tag luden wir das Team vor Ort zu einem gemeinsamen Essen ein, was einen gelungenen Abschluss darstellte.
Freitag – Rückkehr nach Lomé
Am Freitag kehrten wir ins Hotel „Petit Brüssel“ zurück und trafen dort wieder auf die andere Gruppe. Der Austausch verlief sehr rege, die einzelnen Erfahrungen waren sehr interessant, und die Stimmung war durchweg positiv.
Freizeit und Ausflüge
Neben unserer Arbeit vor Ort unternahmen wir verschiedene Ausflüge. Darunter:
- Besuch des Musée International mit Einblicken in die westafrikanische Kunst
Fahrt zum Grand Marché, der mit seiner Vielfalt und Lebendigkeit beeindruckte (die Erfahrungen waren hier je nach Begleitung unterschiedlich).Meine Gruppe wurde von unserem Fahrer begleitet, was ich sehr empfehlen würde. Für mich war es ein toller Tag mit unheimlich vielen Eindrücken was das Essen, Gewürze, Kleidung und Schmuck anging. Dort hatte ich auch die Gelegenheit ein paar Souvenirs für zu Hause mitzubringen. Die Händler waren zu keiner Zeit aufdringlich, was wohl bei den anderen genau das Gegenteil darstellte.- Ausflug zu den Wasserfällen von Womé mit einer kleinen Wanderung
- Rückfahrten, bei denen man die Landschaft gut auf sich wirken lassen konnte
Einsatz in Aného
In Aného standen uns in einem klimatisierten Raum eines Krankenhauses drei Behandlungsstühle zur Verfügung.
Das Team vor Ort war ebenfalls sehr freundlich und hilfsbereit. Besonders hervorzuheben ist Romé, der uns sowohl bei der Übersetzung half als auch bei den Behandlungen zuverlässig assistierte.
Die technische Ausstattung war hier deutlich besser als in Akepé, wodurch ein effizienteres Arbeiten möglich war und wir mehr Patienten behandeln konnten.
Für mich ein sehr besonderer Abschluss war der Besuch einer Schule. Dort brachten wir den Kindern Zahnhygiene näher und zeigten richtiges Zähneputzen am Modell. Wir durften Zahnpasta, Zahnbürsten und kleine Spielsachen an die Kinder verteilen.
Unterkunft und Erlebnisse in Aného
Die Unterkunft bei Nick war sehr komfortabel. Wir wurden herzlich empfangen und sowohl die Zimmer als auch das Essen ließen keine Wünsche offen. Die Lage direkt am Strand trug zusätzlich zu einem angenehmen Aufenthalt bei.
Zu den besonderen Erlebnissen gehörten:
- eine Bootstour mit vielen interessanten Einblicken und einem malerischen Sonnenuntergang,
- eine Einladung des deutschen Botschafters nach Lomé in ein französisches Restaurant,
- der Ausflug auf eine Farm mit Vorführung der Palmweinherstellung und anschließender Verkostung
- der Besuch eines Voodoo-Tempels mit der Möglichkeit, an einer Zeremonie teilzunehmen.
Abreise
Zum Abschluss kehrten wir nach Lomé zurück und wurden von dort aus zum Flughafen gebracht. Die Heimreise verlief ohne Probleme.
Fazit
Unsere Gruppe behandelte im Rahem des Einsatzes 195 Patienten, führten fast 150 Füllungen durch und extrahierten in etwa genauso viele Zähne.
Der Einsatz in Togo war eine sehr besondere Erfahrung für mich. Er bot die Möglichkeit, das Land und seine Menschen auf eine Weise kennenzulernen, wie es bei einer gewöhnlichen Reise niemals möglich gewesen wäre. Die Organisation war insgesamt gut, und man fühlte sich während der gesamten Zeit sicher.
Ich würde einen solchen Einsatz jederzeit wieder machen und kann es jedem wärmstens empfehlen, der Interesse daran hat, sich auf diese Art zu engagieren.
Zahnärzte ohne Grenzen bittet um Unterstützung:
Altgoldsammeln für ein neues Kinderlächeln
Eine Bitte an geneigte Zahnärztinnen und Zahnärzte: Möchten Sie mit Ihrer Praxis Zahnärzte ohne Grenzen unterstützen und für uns – mit Einverständnis Ihrer Patienten – Altgold sammeln? Sie und Ihre Patienten unterstützen damit vor allem unsere zahnärztlichen Assistenzen und Zahntechniker, welchen wir aus dem Erlös Zuschüsse zu den Einsatzkosten gewähren können.
Wenn Sie uns unterstützen möchten, wenden Sie sich bitte an unseren Beauftragten für das Altgoldsammeln.


