Bericht von Dr. Johanna Bratu und ZÄin Sophia Römhild 

Wo sind die Kapverden eigentlich nochmal? Das war das Erste, an das wir gedacht haben, als wir von der Möglichkeit eines zahnärztlichen Einsatzes auf den Kapverden mit DWLF erfahren haben.

Ein Staat auf einer Inselgruppe vor der Nordwestküste Afrikas. Das klingt interessant, dort waren wir noch nie! Damit war es beschlossen, an dem Einsatz teilzunehmen.

Unser Team

  • Dr. Erwin Fessler (AD/GL)
  • Stephan Olek (AD)
  • Dr. Johanna Bratu (AD
  • Sophia Römhild (AD)

Die Anreise folgte über Lissabon problemlos und kurz vor dem Einsatzbeginn sind wir in Santiago angekommen. Die Unterkunft, Casa JC, die unser Einsatzleiter für uns gebucht hatte, hat uns sehr positiv überrascht. Ein großes Zimmer, sehr sauber und gepflegt und jeden Morgen wurde ein leckeres Frühstück für uns aufgetischt.

Der Einsatz

Morgens gegen kurz nach 8 Uhr wurde unsere Einsatzgruppe – wir waren insgesamt zu viert – von einem Fahrer abgeholt, der uns direkt zu dem Einsatzort in Ponta d’Água brachte. An den ersten Tagen mussten wir uns zunächst einen Überblick über die Einheiten, Materialien und den Ablauf vor Ort schaffen. Durch die großzügige Hilfe eines Zahnarztes aus Praia und einer sehr netten Helferin, war das alles kein Problem.

Die Patienten wurden vor unserem Einsatz bereits von dem Zahnarzt vor Ort eingeplant, daher konnten wir gut einschätzen, wie viele Patienten wir an jedem Tag behandeln dürfen. Die Behandlungen waren hauptsächlich Extraktionen oder wenn möglich Füllungen. Manche Patienten kamen auch nur zur Kontrolle oder erhielten eine Zahnsteinentfernung.

Die mobilen Einheiten sowie das Besteck und das Material vor Ort, waren für die Behandlungen vollkommen ausreichend. Die Ausstattung war simpel, aber es konnten trotzdem alle Behandlungen suffizient durchgeführt werden.

Die Patienten waren immer sehr geduldig und auch wenn es manchmal sprachliche Hürden gab, konnte der Zahnarzt vor Ort immer sehr gut helfen.

Durch die Behandlungen hat man die Mentalität der Kapverdianer auf eine andere Seite sehr gut kennengelernt. Besonders beeindruckt haben uns die Kinder, die meistens sehr tapfer und ruhig während den Behandlungen geblieben sind.

Im Rahmen unseres zehntägigen ehrenamtlichen Einsatzes konnten wir 124 bedürftige Patienten behandeln, dabei 165 Extraktionen vornehmen, 76 Füllungen legen und 32 Zahnreinigungen durchführen.

Mario, unser Fahrer, hat uns jeden Tag von unserer Unterkunft abgeholt und nachmittags wieder zurückgefahren.

In diesem „Gesundheitszentrum“ waren unsere Räume lokalisiert.

 
 

Materialien und Instrumente

Einer der zwei Behandlungsstühle

 

Behandlungseindrücke

 

Behandlungseindrücke

Freizeit und Eindrücke

Neben den Einsatztagen blieb auch genügend Zeit, die Insel Santiago und ihre Kultur kennenzulernen. Ein besonderes Highlight war unser Ausflug nach Tarrafal. Der bekannte Badeort im Norden der Insel beeindruckt mit seinem wunderschönen Sandstrand und dem türkisfarbenen Wasser. Die Anreise erfolgte ganz authentisch mit den öffentlichen Aluguers, den Sammeltaxis der Kapverden. So konnten wir uns unter die Einheimischen mischen und den Alltag auf der Insel hautnah erleben.

Tarrafal – Archivaufnahme K.O. Wörl

An einem weiteren freien Tag besuchten wir Cidade Velha, die älteste Stadt der Kapverden und die erste europäische Kolonialsiedlung in den Tropen. Der historische Ort hat einen ganz besonderen Charme und vermittelt einen spannenden Einblick in die Geschichte des Landes.

Cidade Velha – Archivaufnahme K.O. Wörl

Auch unter der Woche blieb nach den Einsätzen noch Zeit, den Nachmittag am Strand zu verbringen und die besondere Atmosphäre der Insel zu genießen.

Wer seinen Aufenthalt verlängern möchte, kann den Einsatz zudem ideal mit einem Urlaub verbinden. Von Santiago aus lassen sich die Nachbarinseln gut erreichen – beispielsweise die Badeinsel Sal, die Vulkaninsel Fogo oder die beeindruckende Wanderinsel Santo Antão mit ihrer einzigartigen Natur.

Für uns war dieser Einsatz eine ganz besondere Erfahrung. Die Möglichkeit, ehrenamtliche Arbeit mit dem Kennenlernen einer anderen Kultur und eines anderen Landes zu verbinden, war etwas Einmaliges. Vor allem die große Dankbarkeit und Herzlichkeit der Menschen auf den Kapverden werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.


Zahnärzte ohne Grenzen bittet um Unterstützung:
Altgoldsammeln für ein neues Kinderlächeln

Eine Bitte an geneigte Zahnärztinnen und Zahnärzte: Möchten Sie mit Ihrer Pra­xis Zahnärzte ohne Grenzen unterstützen und für uns – mit Einverständnis Ihrer Patienten – Altgold sammeln? Sie und Ihre Patienten unterstützen damit vor allem unsere zahnärztlichen Assistenzen und Zahntechniker, welchen wir aus dem Erlös Zuschüsse zu den Einsatzkosten gewähren können.

Wenn Sie uns unterstützen möchten, wenden Sie sich bitte an unseren Beauftragten für das Altgoldsammeln.

Hier geht’s zur Aktion …