Bericht von Tanja Glock
Am Freitag, 22.05.2026 ging es für Dr. Heiner Geigle, Zahnarzt Marco Wörner, Dr. Yvonne Waibel und mir, Assistenz Tanja Glock, auf nach Sambia.
Diese Reise war nicht nur ein Abenteuer, sondern Teil eines Herzensprojekts von Dr. Geigle:
Der Aufbau einer mobilen zahnmedizinischen Versorgung in ländlichen Regionen Sambias, wo der Zugang zu zahnärztlicher Hilfe oft extrem eingeschränkt ist.
Gelandet sind wir am 23.05.2026 in Lusaka. Herzlich empfangen wurden wir von PMG Hermann Striedl und Jabu, seinem bzw. unserem Fahrer. Unsere Geduld wurde gleich auf die Probe gestellt. Statt der üblichen 3-4 Stunden Fahrt zur Unterkunft zwangen uns verstopfte Straßen zu einer siebenstündigen Odyssee. Aber auch dies ging vorüber und war eine erste Lektion in sambischer Gelassenheit. Nach einem kühlen Getränk und einem leckeren Essen waren wir platt und sind ins Bett gefallen.
Am nächsten Morgen haben wir nach dem Frühstück den Krankenwagen inspiziert. – Krankenwagen? Ja, ganz genau!
Dr. Geigle hat vor einiger Zeit einen ausrangierten Krankenwagen gekauft und diesen mit Hilfe von befreundeten Firmen zu einer mobilen Zahnstation umgebaut. Seine Frau, Katharina Geigle, hat sich um die Beklebung gekümmert. Der umgebaute Krankenwagen ist nun nicht nur ein Transportmittel, sondern eine vollwertige mobile Zahnarztpraxis auf Rädern, ausgestattet mit allem Notwendigen für Behandlungen – von der Untersuchung bis zu kleineren chirurgischen Eingriffen. Dies war eine logistische Meisterleistung, die nur durch das Engagement und die Unterstützung vieler ermöglicht wurde.
Zwischendurch mussten auch die ganzen formellen Dinge geklärt werden. Dies war nicht immer einfach, da auch der eine oder andere Stein im Weg lag. Aber Dr. Geigle hat alle Hebel in Bewegung gesetzt und auch diese Hürden geschafft. Nun ging der Krankenwagen nach Antwerpen aufs Schiff. Dies war der Beginn einer langen und komplexen Reise. Von Antwerpen aus überquerte er den Ozean nach Daressalam in Tansania. Von dort aus musste er eine anspruchsvolle Landreise über Ndola antreten, bevor er schließlich wohlbehalten in Siavonga eintraf.
Dieser aufwändige Transportweg, der mehrere Tausend Kilometer und verschiedene Länder umfasste, war ein entscheidender Schritt, um die mobile Zahnstation überhaupt in die Region zu bringen. Der musste nun eingerichtet werden. Dr. Waibel und ich haben diesen Part übernommen sowie das Einräumen der mitgebrachten Hilfsgüter.
Am Dienstag ging es dann für uns ins Hospital nach Siavonga sowie in den darauffolgenden Tagen nach Chaanga, Siamatika und Lusitu. Es gab an allen Stationen sehr viel zu tun. Daher haben wir in zwei Teams gearbeitet. Dr. Waibel und Herr Wörner am mobilen Stuhl, Dr. Geigle und ich im Krankenwagen. Dies ermöglichte uns, eine maximale Anzahl von Patienten effizient zu behandeln und die Wartezeiten zu verkürzen, was angesichts des großen Andrangs entscheidend war.
Am Wochenende sind wir dann los auf die Charangwe Lower Zambezi Safari Lodge. Die Wildnis des Lower Zambezi zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Drei Löwen und Wildhunde, die wir gleich zu Beginn hautnah erleben durften, waren ein beeindruckendes Zeugnis der Artenvielfalt und sorgten für Gänsehautmomente.
In der 2. Woche starteten wir wieder im Hospital in Siavonga. An den darauffolgenden Tagen waren wir noch in der Cariba Clinic, in Musokwe und erstmals in Namumu. Und wieder gab es unheimlich viel zu tun. Jeder Einsatz war eine Lernkurve, und wir optimierten kontinuierlich die Arbeitsabläufe im Krankenwagen, um noch effektiver zu werden. Die mitgebrachte Chirurgieeinheit erwies sich als besonders wertvoll, da sie uns ermöglichte auch notwendige Füllungen vorzunehmen.
Während unseres Einsatzes konnten wir im Rahmen von 406 Checkups, 375 Extraktionen und 24 Zahnreinigungen vornehmen sowie 64 Füllungen legen – für unsere Patienten in unserem ehrenamtlichen Einsatz selbstverständlich kostenfrei.
Es brach unser letzter Tag an, alle hitzeempfindlichen Materialien haben wir vom Krankenwagen in den StoreRoom geräumt. Ich habe alle Schubladen und Fächer beschriftet, sodass das nächste Team sich schnell zurechtfindet.
So, nun gibt es in Siavonga eine mobile Zahnstation. Ein Traum ist Wirklichkeit geworden, ein mobiles Zentrum der Hoffnung für viele Menschen. Dieses Projekt lebt jedoch von engagierten Händen.
Wir ermutigen alle Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner, die sich der Organisation Zahnärzte ohne Grenzen anschließen möchten, Teil dieser wichtigen Arbeit vor Ort in Siavonga zu werden und ihre Fähigkeiten einzubringen, um die mobile Zahnstation langfristig zu betreiben und den Menschen vor Ort zu helfen.
Zahnärzte ohne Grenzen bittet um Unterstützung:
Altgoldsammeln für ein neues Kinderlächeln
Eine Bitte an geneigte Zahnärztinnen und Zahnärzte: Möchten Sie mit Ihrer Praxis Zahnärzte ohne Grenzen unterstützen und für uns – mit Einverständnis Ihrer Patienten – Altgold sammeln? Sie und Ihre Patienten unterstützen damit vor allem unsere zahnärztlichen Assistenzen und Zahntechniker, welchen wir aus dem Erlös Zuschüsse zu den Einsatzkosten gewähren können.
Wenn Sie uns unterstützen möchten, wenden Sie sich bitte an unseren Beauftragten für das Altgoldsammeln.




