Bericht von Raihana Rahimi
Manche Reisen hinterlassen Spuren, die weit über die Zeit im Ausland hinausgehen. Unsere zahnmedizinische Hilfsmission in Togo war eine solche Erfahrung. Wir wollten Menschen helfen, unsere fachlichen Kenntnisse einbringen und ein anderes Land mit seiner Kultur und seinen Menschen kennenlernen.
Gemeinsam mit Zahnärzte ohne Grenzen erlebten wir zwei intensive Wochen, in denen wir viel gearbeitet, Neues entdeckt und als Team zusammengefunden haben. Neben der zahnmedizinischen Versorgung waren es besonders die persönlichen Begegnungen, die diese Reise für uns wertvoll machten.
Unser Team
Zu unserer Gruppe gehörten:
- ZA Stephan Olek – AD/GL
- Dr. Vivian Kuhn – AD
- Cora Reichelt – AD(H)
- Marlen Idziak – ADH
- Raihana Rahimi – ADH
Unterstützt hat uns während des Einsatzes PME/PMG Aimé Quamdessou.
Unser Flug von Berlin nach Lomé verlief problemlos. Am Freitag, dem 18. September 2026, kamen wir gegen 18:30 Uhr an und bezogen unsere Zimmer im Hotel Petit Brüssel. Am Abend trafen wir uns in einem Restaurant am Strand und lernten unseren Projektleiter Aimé näher kennen.
Die ersten Tage nutzten wir, um uns als Team kennenzulernen und einen Eindruck von Lomé zu gewinnen. Besonders schön war der Besuch im Waisenhaus von Aimé. Dort lernten wir die Kinder kennen. Sie begegneten uns offen, freundlich und mit großer Freunde. Wir verbrachten Zeit mit den Kindern und spielten gemeinsam Murmeln. Diese Begegnung war für uns etwas Besonderes. Es brauchte keine großen Worte, um miteinander in Kontakt zu kommen. Das gemeinsame Spielen und Lachen reichte aus, um eine Verbindung entstehen zu lassen. Wir freuten uns sehr, die Kinder kennenzulernen und etwas Zeit mit ihnen verbringen zu dürfen.
Außerdem besuchten wir das Museum „THE TOYOTA TSUSHO CFAO African Art Award“. Dort erhielten wir weitere Einblicke in die afrikanische Kunst und Kultur.
Danach machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu einem Restaurant, das für sein gutes Fufu bekannt war. Dabei konnten wir die Umgebung erkunden und erste Eindrücke vom Leben in Lomé sammeln. Überall gab es Neues zu entdecken.
Am Abend nahm sich Stephan, der bereits Erfahrung mit solchen Hilfseinsätzen hatte, Zeit für uns. Er erklärte uns, wie die Abläufe während der kommenden Tage aussehen würden und worauf es bei der gemeinsamen Arbeit besonders ankommt. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Vertrauen, gegenseitige Unterstützung und eine gute Zusammenarbeit sind. Wir wussten, dass die nächsten Tage herausfordernd werden könnten, waren aber bereit, diese gemeinsam anzugehen.
Die zahnmedizinische Arbeit in Aného
Am Montag, dem 21. September, fuhren wir nach Aného und bezogen unsere Zimmer im Hotel Oasis. Nick, der Hotelmanager und Eigentümer, empfing uns herzlich und organisierte während unseres Aufenthalts verschiedene Aktivitäten.
Im örtlichen Krankenhaus standen uns drei Behandlungsstühle in einem klimatisierten Raum zur Verfügung. Die Ausstattung war gut und erleichterte unsere Arbeit. Das lokale Team unterstützte uns freundlich, besonders Romé, die uns beim Übersetzen und bei den täglichen Abläufen half.
Die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten zeigte uns, wie wichtig eine gute medizinische Versorgung ist. Gleichzeitig mussten wir uns auf andere Arbeitsbedingungen einstellen und flexibel bleiben.
Aného
Neben der Arbeit durften wir verschiedene Seiten der togolesischen Kultur kennenlernen. Bei einer Bootsfahrt genossen wir die Landschaft und einen wunderschönen Sonnenuntergang. Auf einer Farm erfuhren wir, wie Palmwein hergestellt wird, und durften ihn auch probieren.
Wir besuchten außerdem eine Schule, die Nick für Kinder in Aného aufgebaut hatte. Besonders interessant war der Besuch eines Voodoo-Tempels, bei dem wir eine Zeremonie beobachten konnten. Dabei erhielten wir einen Einblick in eine religiöse Tradition, die für viele Menschen in der Region eine wichtige Rolle spielt.
Nach unserem Aufenthalt in Aného kehrten wir nach Lomé zurück. Wir verbrachten einen Tag am Strand und feierten am nächsten Morgen Marlens Geburtstag mit einer Torte beim gemeinsamen Frühstück. Anschließend besuchten wir den Grand Marché. Obwohl sonntags viele Geschäfte geschlossen waren, konnten wir die Vielfalt der angebotenen Lebensmittel, Gewürze, Kleidung und Schmuckstücke entdecken und einige Souvenirs kaufen.
Die zweite Arbeitswoche in Aképé
In der zweiten Woche arbeiteten wir in Aképé und wohnten in der Grace Lodge. Unser Fahrer Sebastian brachte uns jeden Morgen pünktlich zum Krankenhaus, wo das örtliche Team und häufig bereits die ersten Patientinnen und Patienten auf uns warteten.
Uns standen zunächst zwei Behandlungsstühle zur Verfügung. Da wir überwiegend im Freien arbeiteten, machten uns die hohen Temperaturen besonders zu schaffen. Die Übersetzerinnen Chira und Rita sowie Rode unterstützten uns bei der Kommunikation und Organisation.
Die Arbeitstage waren lang und intensiv. Zusätzlich gab es gelegentlich technische Probleme mit den mobilen Behandlungseinheiten und den Absauggeräten. Der Techniker Elom half uns, die Störungen schnell zu beheben. Wenn die Absaugung nicht funktionierte, versuchten wir, den Behandlungsbereich vorübergehend mit Watte und Kompressen trocken zu halten.
Diese Herausforderungen verlangten Geduld und Flexibilität. Wir mussten uns auf die jeweiligen Bedingungen einstellen und gemeinsam Lösungen finden. Trotz der körperlichen Anstrengung arbeiteten wir konzentriert bis in den Nachmittag hinein.
Gemeinsame Abende und Abschied
Nach der Arbeit erholten wir uns auf der Dachterrasse unserer Unterkunft und tauschten unsere Erlebnisse aus. Häufig gingen wir gemeinsam ins Factory Grill & Pizza essen. Diese Abende gaben uns Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen und die Erfahrungen des Tages miteinander zu teilen.
Am Freitagnachmittag trafen wir den Bürgermeister, der uns freundlich empfing und zu einer gemeinsamen Mahlzeit einlud. Anschließend brachte uns Sebastian zum Flughafen in Lomé, von wo aus wir unsere Heimreise antraten.
Vorbereitung auf die Hilfsmission
Eine solche Reise erfordert eine gute organisatorische und gesundheitliche Vorbereitung. Dazu gehören: die rechtzeitige Beantragung des Visums, die notwendigen Impfungen und eine Beratung zum Schutz vor Malaria. Ob eine medikamentöse Prophylaxe, beispielsweise mit Malarone, sinnvoll ist, sollte individuell ärztlich abgeklärt werden.
Fazit – Eine Erfahrung, die bleibt
Unsere Zeit in Togo war fachlich anspruchsvoll, manchmal anstrengend und zugleich sehr bereichernd. Wir konnten Menschen zahnmedizinisch versorgen, andere Arbeitsbedingungen kennenlernen und Einblicke in eine Kultur gewinnen, die uns viele neue Eindrücke vermittelt hat.
Besonders in Erinnerung bleiben uns die freundlichen Menschen, die Unterstützung durch das örtliche Team und die gemeinsamen Erlebnisse außerhalb der Arbeit. Die Herausforderungen haben uns gezeigt, wie wichtig Zusammenhalt, Geduld und gegenseitige Hilfe sind.
In diesen zwei Wochen sind wir als Team enger zusammengewachsen. Wir kehren mit vielen schönen Erinnerungen, neuen Erfahrungen und großer Dankbarkeit zurück.
Wir würden jederzeit wieder an einer solchen Hilfsmission teilnehmen und können anderen nur empfehlen, diese Erfahrung selbst zu machen.
Gemeinsam für ein Lächeln – eine Reise, die uns verbindet und noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Zahnärzte ohne Grenzen bittet um Unterstützung:
Altgoldsammeln für ein neues Kinderlächeln
Eine Bitte an geneigte Zahnärztinnen und Zahnärzte: Möchten Sie mit Ihrer Praxis Zahnärzte ohne Grenzen unterstützen und für uns – mit Einverständnis Ihrer Patienten – Altgold sammeln? Sie und Ihre Patienten unterstützen damit vor allem unsere zahnärztlichen Assistenzen und Zahntechniker, welchen wir aus dem Erlös Zuschüsse zu den Einsatzkosten gewähren können.
Wenn Sie uns unterstützen möchten, wenden Sie sich bitte an unseren Beauftragten für das Altgoldsammeln.




