von Dagmara Markoczynska (E-Mail: d.markoczynska [at] aol.com)

Nach Abschluss meiner Ausbildung im Januar 2024 wusste ich eines: ich möchte im Ausland helfen! Deshalb setzte ich mich direkt mit der DWLF-Geschäftsstelle in Verbindung und seit dem Anruf war es entschieden, dass ich mich bald auf die Reise begeben und meinen ersten Einsatz haben werde. Bei den Vorbereitungen standen mir die Mitarbeiter der Litembo-Foundation stets hilfsbereit zu Seite, genau wie mein Team, mit dem wir eine WhatsApp- Gruppe gegründet haben.

Unser Team:

  • Dr. Ingo Bolg (Gruppenleiter)
  • Barbara Sehlen (Zahnärztin)
  • Mandy Wunsch (erfahrene ZFA)
  • Heike Gabloffsky (ZFA)
  • Dagmara Markoczynska (ZFA)

Am 4. April ging es für unser Gruppe in Frankfurt los. Wir sind von Frankfurt über Kairo, nach Daressalam und von da aus nach Songea geflogen. In Songea hat auf uns ein Mitarbeiter des Litembo-Hospitals gewartet, der uns mit einem Jeep zu unseren Einsatzort gebracht hat. Die Fahrt hat ca. zwei Stunden gedauert.

Den ersten Tag nutzten wir, um uns mit der Örtlichkeit vertraut zu machen. Wir wurden mit offenen Armen und einer schmackhaften Mahlzeit begrüßt. Vor Ort haben wir die einheimische Zahnärztin Neema John Chungu kennengelernt, die uns im Einsatzverlauf bei der Kommunikation als Dolmetscherin geholfen hat.

Der zweite Tag stand im Zeichen der Organisation unseres Einsatzes, da in der ersten Woche unsere Arbeit in einer Mobilen Klinik, mit einheimischen Ärzten, geplant war. Wir haben den Behandlungsraum und die Behandlungseinheit überprüft und mit Erschrecken festgestellt, dass diese nicht gut funktioniert. Der Bohrer, der in einer angesteckten Turbine angespannt war, hat sich nicht herausnehmen lassen. Unsere Zahnärzte haben am Abend die Turbine auseinandergebaut und erfolgreich repariert.

Für die Mobile Klinik wurde uns eine Mobile Einheit zur Verfügung gestellt, die wir ebenfalls erst reparieren und korrekt einstellen mussten. Im Behandlungsraum gab es viele Instrumente und Materialien, die sortiert und gereinigt werden mussten.

Wir haben die im Voraus ausgesuchten, benötigten Instrumente, Materialien, Medikamente und die Mobile Einheit in den Jeep geladen und so waren wir gerüstet für das, was uns in der ersten Woche erwartet hat.

Erste Woche: Einsatz im Rahmen einer Mobilen Klinik

Die Einsatzorte waren: Maguu, Mikalanga, Mpapa, Tingi, Mpepo und Liparamba.

Morgens angekommen am ersten Einsatzort fanden wir bereits eine Menschenmenge vor, die auf uns gewartet hat. Der erste Arbeitstag war organisatorisch ein bisschen chaotisch, aber die Geduld unseren Patienten hat uns ermöglicht ihnen zu helfen und alle zu behandeln. Von Tag zu Tag wurde das Organisatorische aber routinierter, sodass wir als Team uns auf die, auf Hilfe wartenden Patienten konzentrieren konnten. Um Wasser und Stromversorgung hat sich, so gut es möglich war, Neema John Chungu gekümmert. Die Mitarbeiter der verschiedenen Einsatzorten waren sehr bemüht uns das Nötige zur Verfügung zu stellen, was wir gebraucht haben.

Behandelt haben wir auf Liegen und Stühlen mit Stirnleuchten.  Die Mobile Einheit hat manchmal funktioniert, manchmal auch nicht. Unser Plan war es, nicht nur die Schmerzbehandlungen, sondern auch Füllungen zu legen und Zahnreinigungen durchzuführen. was uns gut gelang. Zusammen mit Neema habe ich an jedem Einsatzort mehrere Male an einem Modell die richtigen Zahnputztechniken gezeigt und Zahnbürsten verteilt. – Die Menschen waren sehr interessiert und dankbar. Sie haben auch viele Fragen zur richtigen Mundpflege gestellt.

Jeder Einsatzort brachte Neues mit sich: wir haben Krankheiten diagnostiziert (wie einen  seit sechs Jahren wachsenden, malignen Tumor), die man in Deutschland in einer Zahnarztpraxis nur selten zu sehen bekommt.

Wir hatten auch ein bisschen Zeit für Freizeitaktivitäten. An einem Sonntag bestiegen wir den Litembo-Mountain und an einem anderen Tag stand ein ganztägiger Ausflug zum Malawisee an. Die Wanderung war 23 km lang, die wir in sechseinhalb Stunden geschafft haben. Das letzte Stück fuhren wir mit einem Pikipiki, das ist die einheimische Fortbewegungsmethode auf einem Motorrad.

Eine Teamkollegin und ich haben uns Kleider nähen lassen, der Schneider ist zu uns ins das Dr.-Irmel-Weyer-Hostel gekommen. Die Freizeitaktivitäten hatten uns sehr viel Freude und Spaß bereitet.

Zweite Woche: Stationärer Einsatz im Litembo-Hospital

In der zweiten Woche arbeiteten wir stationär wir vor Ort, im Litembo-Hospital. Zu Beginn unseres stationären Einsatzes mussten wir zunächst den Behandlungsraum vorbereiten. Jeder Schrank, jede Schublade wurde ausgeräumt, gereinigt und neu eingeräumt, alle Instrumente gereinigt und sterilisiert. Die Behandlungseinheit haben unsere Zahnärzte – soweit dies möglich war – repariert, sodass wir behandeln konnten, leider ohne Absaugmöglichkeit. Statt Absaugen wurden Tupfer verwendet. Mit der richtigen Einstellung ging das alles und jeden Tag konnten wir alle wartenden Patienten, die ebenfalls viel Geduld gezeigt haben, behandeln.

So schnell wie ein Flugzeug fliegt, waren die zwei Wochen unseres Einsatzes wieder vorbei. Zufrieden mit unserer Arbeit und unseren Erlebnissen bestiegen wir schließlich den Jeep, der uns wieder nach Songea gebracht hat, um unsere Heimreise anzutreten.

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